Das Kind ist krank und kann nicht in die Kita gehen. Aber im Büro steht ein wichtiges Meeting an. Der Partner ist auf Dienstreise, die Großeltern wohnen zu weit entfernt und die Babysitterin schreibt eine wichtige Klausur. Was nun? Die Agentur „Die Notfallmamas“ von Angela Schmidt bietet einen Betreuungsdienst für solche Engpässe. Wir sprachen mit der Gründerin über ihr Konzept.

 

Die Notfallmamas Angela Schmidt
Fotos: Christian Kerber

Erklären Sie uns bitte das Prinzip der „Notfallmamas“.

Eltern können ganz unbürokratisch und ohne Voranmeldung eine Kinderbetreuung bestellen. Als Notfallmamas arbeiten pädagogische Fachkräfte, die Qualifikationen als Erzieherin, Sozialpädagogin, Tagesmutter oder Kinderkrankenschwester besitzen. Der Service kostet 29,75 Euro pro Stunde, wobei die Kosten zu zwei Drittel als Sonderausgaben bei der Einkommenssteuer geltend gemacht werden können.

Wie viele Notfallmamas sind für Sie an welchen Standorten im Einsatz?

Insgesamt arbeiten zur Zeit etwa 30 Notfallmamas als Betreuerinnen für uns. Wir sind in Hamburg, Berlin und Frankfurt vertreten und planen derzeit den Aufbau im Raum Köln/Düsseldorf, Stuttgart und München.

Wie spontan sind die Notfallmamas buchbar?

Sie können uns von Montag bis Freitag ab 7 Uhr und bis 19 Uhr anrufen. Dann tun wir unser Bestes, um innerhalb von zwei bis drei Stunden bei Ihnen zu sein. Und das schaffen wir auch fast immer. Wenn man allerdings weiß, dass man morgens um 7 oder 8 Uhr schon aus dem Haus muss, wäre eine entsprechende Ankündigung am Vortag gut – dann stehen wir auch schon früher bei Ihnen vor der Haustür.

Ab welchem Alter betreuen Sie Kinder?

Der Großteil der Kinder ist zwischen einem und sieben oder acht Jahren alt, aber wir betreuen auch Babys, die noch sehr klein sind. Das jüngste war erst ein paar Wochen alt.

Hat sich Ihr Service auch schon bei Unternehmen herumgesprochen?

Dank einer neuen gesetzlichen Regelung ist es Unternehmen seit Anfang des Jahres möglich, ihren Mitarbeitern unseren Dienst als Zusatzleistung anzubieten, ohne dass er als geldwerter Vorteil versteuert werden muss. Es kommen immer mehr Firmen zu uns, die ihren Mitarbeitern ein familienfreundliches Angebot machen wollen und sie in Stresssituationen unterstützen möchten. Davon profitieren die Unternehmen ja selbst. Ich würde sagen, zur Zeit sind die Notfallmamas überwiegend für private Eltern im Einsatz, aber die Tendenz geht klar zu mehr Aufträgen von Unternehmen.

Mehr Infos unter notfallmamas.de

Das gesamte Interview mit Angela Schmidt gibt es in mum #18

mum Nr. 18