Marion Cotillard (39) hat in ihrer Karriere schon viele extreme, intensive Frauenrollen gespielt. Für ihre Darstellung der Sängerin Edith Piaf in „La vie en rose“ erhielt die Französin 2008 einen Oscar. Nun hat sie eine weitere Herausforderung angenommen: Im Drama „Macbeth“ (ab 29.10. 2015 im Kino) spielt an der Seite von Michael Fassbender die Lady Macbeth – eine machthungrige, skrupellose Frau. Cotillard wohnt mit ihrem Lebensgefährten, dem Schauspieler und Regisseur Guillaume Canet (42) und Sohn Marcel (4) in Paris.

Luna: Wie haben Sie sich der Rolle der Lady Macbeth genähert?

Marion Cotillard: Ich habe zunächst versucht, ihre große Wut und die Frustration zu verstehen, die sie dazu treiben, sich derart monströs und grausam zu verhalten – trotz der ihr eigentlich eigenen Menschlichkeit. Lady Macbeth wird von ihrem schrecklichen Ehrgeiz und ihrer Angst angetrieben, das verändert ihre Persönlichkeit. Es ist eine außergewöhnliche Rolle und es war spannend für mich herauszufinden, wie das Böse Macht über ihr Inneres ergreift.

 War es eine große Herausforderung für Sie, das Shakespeare-Englisch zu lernen?

Das war meine größte Sorge. Ich brauchte einige Zeit, um die Sprache zu beherrschen und mich dem besonderen Rhythmus der Shakespeare-Dialoge anzupassen. Das ist schwierig, denn es unterscheidet sich wirklich sehr von den klassischen französischen Texten. Ich musste hart an mir arbeiten und die Zeilen ständig wiederholen, bis ich mich sicher fühlte. Aber Justin, der Regisseur, machte es uns leichter – er wollte auch nicht, dass wir agieren, als ob wir auf einer Theaterbühne spielten. Er wollte, dass Michael und ich ruhig und zurückgenommen sprechen, damit die Gewalt der Geschichte noch deutlicher zum Ausdruck kommt. Dieser Film ist eine ganz andere Adaption von Macbeth als das, was man aus dem Theater kennt.

Ist es für Sie als Mutter eines vierjährigen Jungen schwieriger, so viel zu arbeiten und lange zu drehen, als es früher war?  

Ja. Aber in der Regel habe ich meinen Sohn bei mir, und wenn ich in Paris arbeite, dann kann ich abends einfach nach Hause kommen und ihn sehen, obwohl das leider nicht so oft der Fall ist. Ich fühle mich wie jede andere berufstätige Mutter. Oft kann ich ja auch einige Monate am Stück daheim verbringen zwischen den Dreharbeiten – das ist ein großer Vorteil. Aber ich liebe es auch, unterwegs zu sein und neue Orte zu entdecken, und ich genieße es, wenn ich meinen Sohn mitnehmen kann und er gemeinsam mit mir und seinem Vater neue Dinge kennenlernen kann.

 Das komplette Interview mit Marion Cotillard lesen Sie in der aktuellen LUNA 52!

 

Szenenbild Macbeth (Foto: StudioCanal Deutschland)
Szenenbild aus „Macbeth“ mit Michael Fassbender und Marion Cotillard (Foto: StudioCanal Deutschland)