Unser Buchtipp zielt es dieses Mal eindeutig auf euer Wohlbefinden ab. Anna Carlile weiß genau wovon sie spricht und möchte mit ihrem Buch „365 Tage Natur“ ein ganzes Jahr Entschleunigung und Natur an ihre LeserInnen bringen. Wir sprechen mit ihr und bescheren euch ihr wundervolles Blaubeere-Wähe-Rezept.

In Carliles Werk finden sich DIYs, Bastelanleitungen, Gedichte und Rezepte. Schön fotografiert und aufbereitet bietet unser Buchtipp auch Eye-Candy. Kein Wunder: Carlile ist Gründerin des Kommunikationsdesignunternehmens Viola Design, das ein naturnahes Design propagiert und dem Umweltschutz einen hohen Stellenwert einräumt. Mit ihrem Lebensgefährten und ihren beiden Kindern Tasman und Freya lebt sie in Melbourne. Im Interview spricht sie mit uns über ihre eigene Beziehung zur Natur und über glücklichmachendes Innehalten.

lunamag: Warst du schon immer eine naturverliebte Person?

Mit der Natur im Einklang: Anna Carlile
Mit der Natur im Einklang: Anna Carlile

Anna: Während meines Grafikdesign-Studiums habe ich die Semesterferien mit Wanderungen durch das wilde Tasmanien verbracht, war trekken in ikonischen Weltkulturerbe-Gegenden oder war nachts in der Hobart Bucht in Alaska schwimmen. All diese Erlebnisse haben in mir die Liebe dafür gestärkt, in der Natur zu sein und ungebunden und frei zu leben. Ich habe diese Liebe immer gerne in meine Arbeiten einfließen lassen, aber auch Wege gesucht, mit der Natur verbunden zu bleiben, auch wenn man in der Stadt lebt.

Welches ist deine liebste Jahreszeit?

Der Frühling, weil er mir schon das Versprechen der langen Sommerferien gibt. Das Wetter ist mild, die Sonne scheint noch ganz sanft, das Licht glitzert. Es ist einfach die perfekte Zeit für erfrischendes Joggen am See, ein Sonntags-Picknick mit Freunden oder das Pflücken hübscher Wildblumen fürs Zuhause.

Anna Carlile: 365 Tage Natur. Edel Verlag 2016, 29,95 Euro
Anna Carlile: 365 Tage Natur. Edel Verlag 2016, 29,95 Euro

Wie sieht dein perfekter freier Tag aus?

Der perfekte Tag ist gemütlich und langsam. Die Medien und Technik sind ausgeschaltet – kein Handy oder Laptop. Ich packe meine Kinder, meinen Ehemann und meine Freunde ein und wir fahren raus in die Wälder um Melbourne herum. Wir machen ein Feuer, kochen uns etwas zu essen und gehen dann durch die Wälder wandern. Die Kids laufen intuitiv und wild umher und wir versuchen, sie einzuholen.

Wie kam dir die Idee für „365 Tage Natur“?

Das Buch ist eine Sammlung meiner Lieblings-Aktivitäten, sie kosten nichts und sind wild und frei. Sie beschreiben mein Leben, meine Werte aber auch meine Ziele.
Ich habe es beispielsweise noch nicht geschafft, mich als Imkerin zu versuchen, aber irgendwann werde ich das durchziehen. Ich bin oft zu beschäftigt, schaue viel zu viel auf einen Bildschirm, vergesse anzuhalten und mich etwa an gut riechenden Blumen zu erfreuen. Das Buch erinnert mich daran, zu entschleunigen und das gute Leben zu leben. Es geht nicht um Besitz sondern darum, das Schöne um uns herum zu betrachten – um Aufmerksamkeit und Achtsamkeit.

Was sollen die Leser deines Buches im Idealfall für sich gewinnen?

Es etwas ruhiger angehen zu lassen und sich mit der Natur zu verbinden – auf welche Weise auch immer, da kann man sehr individuell sein: Manche bauen Gemüse an, sammeln Blumen, gehen auf die Suche nach essbaren Wildkräutern, binden sich einen Blumenkranz oder beobachten einfach die Sterne am Nachthimmel.
In der Natur zu sein beruhigt mich, lässt mich fokussierter sein, zufriedener, verbundener zu meiner Umgebung. Ich bin einfach menschlicher dank der Natur. Im Idealfall nehmen meiner Leser auch genau das mit.

 

Zu dieser Blaubeere-Wähe gibt es süße Mandelcreme
Zu dieser Blaubeere-Wähe gibt es süße Mandelcreme

Heidelbeer-Dinkel-Wähe mit Mandelmilchcreme

Das Schöne an einer Wähe ist ihre Vielseitigkeit – ihr könnt den Teig mit Beeren aller Art oder auch mit Steinobst belegen. Bei der Zubereitung kann man kaum etwas falsch machen. Verwendet statt Weizenmehl Dinkelmehl, und ihr werdet überrascht sein von dem nussigen Aroma.

Zutaten für 6 Personen

Mürbeteig
250 g Dinkelmehl
2 EL Zucker
½ TL Salz
125 ml Sonnenblumenöl
2 EL Eiswasser

Heidelbeerfüllung
300 g frische oder tiefgefrorene Heidelbeeren
1 EL Pfeilwurzelmehl (oder Speisestärke)
1 TL geriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone
2 TL Zitronensaft

Mandelmilchcreme
500 ml Mandelmilch
1 Vanilleschote, aufgeschnitten und das Mark ausgekratzt
4 Eigelb
2 El Pfeilwurzelmehl (oder Speisestärke)
60 gr brauner Zucker

Zubereitung

Im Sommer lässt sich Mürbeteig, der bei kühlen Temperaturen oft besser gelingt, einfacher mit Öl als mit Butter zubereiten. Die Mandelmilchcreme ist geschmacklich dezenter und leichter als traditioneller Pudding und wird zur Sähe serviert.

Den Mürbeteig zubereiten

Mehl, Zucker und Salz in einer großen Rührschüssel vermengen. Eine Mulde in die Mitte drücken, das Öl hinzufügen und mit einer Gabel gut untermischen, bis der Teig eine krümeligen Konsistenz hat.
Das Wasser hinzugeben und mit den Händen unterkneten. Der Teig sollte so feucht sein, dass er zusammenhält – je trockener er ist, umso mürber wird später die Kruste.
Den Teig mit den Händen zu einer Kugel formen und zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz zu einer runden Scheibe ausrollen. Den Teig mit der Frischhaltefolie auf eine Platte legen und mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Die Füllung zubereiten

Während der Teig ruht, die Heidelbeeren, das Pfeilwurzelmehl, die Zitronenschale und den Zitronensaft in eine Rührschüssel geben und vorsichtig vermengen. Das geht am besten, indem man die Schüssel schwenkt.

Die Mandelmilchcreme zubereiten

Die Mandelmilch, Vanillemark und -schote in einen Stieltopf geben, bei mittlerer Hitze kurz aufkochen und dann bei niedriger Hitze 1 Minute zimmern lassen. Den Topf vom Herd nehmen und 20 Minuten beiseitestellen, damit die Vanille ihr Aroma entfalten kann.
In einem zweiten Topf Eigelbe und Pfeilwurzelmehl miteinander verquirlen. Zucker hinzugeben und alles zu einer glatten, cremefarbenen Masse verrühren.
Die aromatisierte Mandelmilch abseihen, in einen sauberen Topf gießen und bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Die erwärmte Milch unter die Eier-Mehl-Mischung rühren.
Die Creme bei geringer Wärmezufuhr langsam erhitzen und mit einem Holzlöffel 3 bis 5 Minuten rühren, bis sie stockt. Die Creme in eine Schüssel gießen. Sie kann warum oder gekühlt serviert werden. Wenn sie gekühlt serviert werden soll, deckt ihr die Schüssel am besten mit Frischhaltefolie ab, damit sich auf der Creme keine Haut bildet.

Die Wähe zubereiten

Den Backofen auf 200 °C vorheizen.
Die Frischhaltefolie entfernen und den Teig zwischen zwei Lagen Backpapier etwa 3 mm dick ausrollen. Die Platte rundum 2 cm breiter sein als das Backblech. Das obere Backpapier abziehen und entsorgen.
Das Backpapier mit dem Teig vorsichtig auf das Backblech legen und die Heidelbeermischung einfüllen. Dabei rundum einen 3 cm breiten Rand frei lassen. Die Teigränder vorsichtig über die Heidelbeeren klappen. Es macht nichts, wenn der Teig dabei bricht, denn das Charakteristische einer Wähe ist ihr rustikales Aussehen.
Die Wähe aus dem Ofen nehmen, drei Minuten abkühlen lassen und zum Auskühlen auf ein Kuchengitter setzen. Die Heidelbeeren ein wenig durchmischen, um den Sirup gleichmäßig zu verteilen.
Die Wähe warm oder kalt mit der Mandelmilchcreme servieren.

Fotos: Edel Verlag/ Anna Carlile