Der Jahresanfang ist immer die Zeit für gute Vorsätze. Alles soll besser werden und wir wollen nachhaltiger und bewusster leben! Aber mal ehrlich: Wer Kinder zuhause hat weiß selbst, wie sehr die Umweltbilanz plötzlich ins Negative ausschlägt. Windeln, halbleer gegessene Teller, jede Menge Spielkram aus Plastik, praktische Feuchttücher… Der CO2-Fußabdruck der Familie kann einen schon zum Nachdenken bringen. Wir haben ein paar Tipps gesammelt, wie ihr ohne Stress eure Ökobilanz verbessern könnt.

Zweimal ist besser
Mit Familie erscheint es wirklich praktisch, einmal in der Woche in den Supermarkt zu gehen und den Wagen voll zu machen. Aber: Meistens läuft die Woche dann nicht so wie geplant und vor dem nächsten großen Einkauf landet vieles von dem was nicht verbraucht wurde im Müll. Einfach weil man doch schnell mit den Kindern zum Pizzaessen ist, weil keiner Lust hatte auf das, was eigentlich auf dem Speiseplan stand oder, oder, oder…. Die beste Lösung: Zwei kleinere Einkäufe pro Woche. So bleibt ihr flexibel und es landet weniger Essen im Müll.

Kreative Küche
Pro Sekunde werfen wir in Deutschland 313 Kilogramm Lebensmittel weg. Ja wirklich: Pro Sekunde! In Privathaushalten fallen insgesamt 40 Prozent dieses „Mülls“ an. Solche Zahlen stimmen nachdenklich. Ein Restetag klingt zwar etwas spießig, spart aber definitiv Ressourcen und pflegt außerdem das gute Gewissen. Alles, was die Woche über nicht verbraucht wurde an Lebensmitteln, wird zum Beispiel donnerstags kreativ „verkocht“.

Braucht ihr das alles wirklich?
Auch wenn man sich vornimmt weniger zu kaufen sind die Schränke am Ende doch proppevoll. Gerade bei jüngeren Kindern die noch schnell wachsen lohnt es sich, pro Quartal die Kleidung auszusortieren, die zu klein geworden ist. Sich von Spielzeug zu trennen ist schon schwieriger. Am besten bezieht man die Kleinen hier von Anfang an mit ein. Alles, womit mehr als zwei Monate nicht gespielt wurde, wird zur Diskussion gestellt. Und wie wird man das Ganze nachhaltig los? Entweder ihr geht mit den Schätzen zum Flohmarkt oder ihr spendet es zum Beispiel in der Kleiderkammer der Caritas oder einer anderen Wohltätigkeitsorganisation, die es in fast allen Städten gibt.

Geben und nehmen
Bringt weniger freien Stauraum im Schrank, hat aber definitiv mehr Event-Charakter: Man lädt sich ein paar Freundinnen mit Kinder ein und tauscht Spielzeug und Klamotten. Die Kinder werden die Tauschparty super finden, denn was die anderen zum Spielen haben, ist ja immer interessanter. Was dann doch noch übrig bleibt, kann schließlich gespendet werden (s.o.).

Der feuchte Wisch
Ja, sie machen das Leben einfach und sind schnell zur Hand: am Wickeltisch, im Auto, in der Handtasche… Aber sie produzieren auch jede Menge Müll: Feuchttücher. Wer trotzdem nicht auf die praktische „Putzhilfe“ verzichten möchte, sollte zumindest darauf achten sie im Restmüll und nicht in der Toilette zu entsorgen, denn sie verstopfen die städtischen Abwasserleitungen. Aber geht es nicht in manchen Situationen auch ohne? Wer sie von der Einkaufsliste streicht bekommt in der Ökobilanz jedenfalls die volle Punktzahl.

Bewusster einkaufen
Die Erdbeeren im Winter kaufen? Das wissen wir ja inzwischen alle, wie hoch a) die Pestizidbelastung dieser Früchte ist und b) wie weit der Weg ist, den sie bis zum deutschen Supermarkt zurücklegen mussten. Logisches Fazit: Nicht kaufen. Aber was macht man, wenn die regionale Biogurke oder -tomate im Ökomarkt plötzlich in Plastikfolie eingeschweißt daherkommt? 212,5 Kilogramm Verpackungsmüll produziert der Deutsche Verbraucher durchschnittlich im Jahr. Das Biogemüse wird übrigens deshalb aufwändig in Folie verschweißt, weil so mehr Qualität und dadurch auch mehr Wert suggeriert wird. Auch hier gilt: Besser nicht kaufen. Und am besten auch gleich an der Kasse erklären, warum man auf das Gemüse verzichtet. Wer als Verbraucher nicht locker lässt, kann Dinge verändern. Die Alternative für unverpacktes Biogemüse ist der Wochenmarkt. Und ein Einkauf dort zusammen mit den Kindern bringt außerdem auch viel mehr Spaß.

Zusammen fahren
Die Kinder müssen zur Schule, zum Fußballtraining, zur Geburtstagsparty, zum Reitunterricht. Fahrgemeinschaften sparen nicht nur Familien-Zeit, sie sind auch wunderbar ökologisch. Einer fährt hin, einer holt ab ist allemal energiesparender als drei Autos die denselben Weg zurücklegen mit je einem Kind an Bord.

Selber Kochen
Wer die Familienmahlzeiten selber zubereitet schont die Ökobilanz und spart außerdem Geld. Das geht schon bei Babys los. Wer das Kleine mit Essen vom Familientisch an feste Nahrung gewöhnen will, macht es in Sachen Nachhaltigkeit genau richtig. Ab dem sechsten Monat oder später kann langsam feste Nahrung zugefüttert werden (je nachdem ob das Baby selbst die Bereitschaft zeigt). Egal ob ihr die Methode des Baby Led Weaning ausprobieren wollt oder lieber mit Brei anfangt: Es muss nicht extra Babykost in Gläschen serviert werden. Selber kochen (für Babys natürlich ohne Gewürze) und pürieren geht genauso schnell, schont die Umwelt.

Echte Landliebe
Ein paar Kräuter und Tomaten auf dem Balkon zu pflanzen, einen Schrebergarten pachten oder den hauseigenen Gemüsegarten bewirtschaftet: All das ist super für die Umwelt. Und wer einmal sonnengereifte, frisch gepflückte Tomaten aus eigenem Anbau gegessen hat, kann sowieso nie wieder andere gut finden. Auch für die Kinder ist es ein Lehrprogramm, das jeden Schulunterricht zum Thema Nachhaltigkeit übertrifft und das schon Kindergartenkinder begreifen: Man sät etwas, kümmert sich darum während es wächst, erntet es und isst es. Wer kein eigenes Grundstück hat kann saisonal eines pachten zum Beispiel bei meineernte.de.

Foto: unsplash; Christian Laballe