Das Thema: ein lästiger Dauerbrenner. Das Ergebnis: meist hart erkämpft. Wir haben ein paar Tipps, wie ihr eure Kinder zum Aufräumen bringt. Und die meisten funktionieren wirklich. Wir haben’s selber ausprobiert.

Nirgendwo spielt es sich besser als da, wo viele Menschen sind. In der normalen deutschen Durchschnitts-Wohnung wären das der Flur (hier muss jeder mal durch) oder das Wohnzimmer (hier trifft sich die Familie). Das heißt aber auch in der Konsequenz, dass sich das Spielzeugchaos nicht nur auf das Kinderzimmer beschränkt, sondern stetig über die ganze Wohnung ausbreitet. Wenn es dann ums Thema Aufräumen geht, kommt es schnell zu Grundsatzdiskussionen. Warum überhaupt aufräumen, so ist es doch viel gemütlicher. Wir wollen morgen noch fertig spielen und können jetzt nicht alles wegräumen. Wir haben uns beim Bauen solche Mühe gegeben, das kann man doch jetzt nicht kaputt machen.

Ähnliches Szenario im Kinderzimmer. In einer Ecke Lego, in der anderen Malbuch und Stifte, dazwischen Spielewelten von Playmobil und halbfertige Puzzles… Alles durcheinander? Nicht nach Ansicht der Kinder. Warum sollen sie alles zurück in Schubladen packen, wo sie es doch sowieso „gleich“ wieder brauchen. Aufräumen ist blöd!

Hier sind ein paar Tipps, mit denen ihr eure Kinder trotzdem zum Aufräumen bringt.

1. Wie sag ich’s meinem Kinde
Die pauschale Aufforderung „Räum endlich auf!“ können sich Eltern sparen. Viel zu diffus! Kinder brauchen klare Anleitungen. „Pack bitte die Legosteine zurück in die Kiste“ ist viel klarer und lässt keine Ausflüchte zu.

2. Schritt für Schritt
Das ganze Zimmer aufräumen? Für einen kleinen Menschen eine schier nicht zu bewältigende Aufgabe. Besser man teilt es auf in mehrere „Häppchen“. Zum Beispiel: Erst die Puzzles wegpacken, dann die Stofftiere zurück ins Regal.

3. Lästige Pflicht?
Kinder nehmen das, was man selber ausstrahlt natürlich an und haben ein sehr gutes Gespür dafür, wo man als Elternteil authentisch ist und wo Gesagtes und Getanes auseinander klaffen. Sätze wie „Mama, du räumst doch selber nicht gern auf!“ können ab einem bestimmten Alter fallen – und die Wahrheit im Kern treffen. Je ehrlicher man reagiert, desto besser ist es. „Klar Schatz, ich kann mir etwas Schöneres vorstellen. Aber ich freu mich auch wenn wir damit durch sind und eine ordentliche Wohnung haben.“

4. Zusammen ist man weniger allein
Was alle Kinder mögen sind Gemeinschaftsprojekte. Zusammen das Kinderzimmer aufräumen ist also (besonders bei kleinen Kindern) eher von Erfolg gekrönt als sie mit der Aufgabe allein zu lassen. „Ich räum die Bauecke auf und du die Malecke.“ Dazu die richtige Playlist einstellen, und die lästige Pflicht wird vielleicht sogar zu einem kleinen Event.

5. My home is my castle
Kinder übernehmen gern Verantwortung, denn dann fühlen sie sich „groß“. Beim Aufräumen ist es ab einem Alter von ungefähr drei bis vier Jahren sinnvoll, den Kleinen ein Mitspracherecht zu geben. Wo sollen deine Stofftiere wohnen? Was ist der beste Platz für deinen Bauernhof? Kisten anzuschaffen, in die dann Spielzeugautos, Malsachen, Legosteine wandern, ermöglichen es  besser Ordnung zu halten. Außerdem kann man als Hilfestellung auf jede Kiste ein kleines Bildchen kleben das zeigt was reinkommt.

6. Gäste willkommen
Kann schon vorkommen, dass das Kinderzimmer nach einem Play-Date aussieht, als hätte eine kleine Bombe eingeschlagen. Danach geht das Gezeter los: Warum soll ich alles allein aufräumen? Ich war das nicht! Stimmt ja auch und lässt sich mit dem Festlegen von Gästeregeln ganz einfach lösen. Wenn der Besuch kommt wird kurz besprochen, dass nach dem Spielen das Zimmer gemeinsam aufgeräumt wird. Eine Viertelstunde bevor das Besuchskind abgeholt wird werden die Kinder dazu angehalten.

7. Die goldene Regel für Erfolg
…ist mit einem Wort benannt: Loben! Aber auch das will gelernt sein. Ein „super gemacht!“ reicht nicht. Viel besser und wirkungsvoller ist ein ganz konkretes Lob wie zum Beispiel: „Wie schön ordentlich dein Kaufladen aussieht!“, oder: „Wie toll du die Malstifte einsortiert hast!“ Der Trick ist, das leidige Thema „Aufräumen“ positiv zu besetzen. Wem das gelingt, der wird in Zukunft vielleicht weniger oft barfuß auf piekende Legoteile treten…

Foto: privat