Zweimal Landliebe: Eine Familie baut regelmäßig Gemüse auf einem gepachteten Stück Acker an, die andere hat sich ein Freizeithäuschen im Grünen gekauft

Olivia und Frank
„Wenn uns unsere Freunde am Wochenende sehen wollen, müssen sie erst einmal eine ganze Weile im Auto sitzen!“, erklärt Olivia und muss lachen. Vor drei Jahren hat sie sich zusammen mit ihrer Familie einen kleinen Wunschtraum erfüllt: einen eigenen Garten weitab des Trubels der Großstadt. Das Grundstück befindet sich knapp anderthalb Autostunden von Berlin entfernt, am Rand eines kleinen Dorfs in Brandenburg. Drum herum ist nichts als ein großer Kiefernwald002
und ein schmaler Feldweg, der zu einem kleinen See führt.
„Wir haben uns ganz bewusst gegen den klassischen Schrebergarten entschieden. Das Konzept, in einem Verein zu sein und sich an bestimmte Regeln zu halten, lag uns einfach nicht. Hier hingegen gehört alles uns und wir können unseren Garten so gestalten, wie wir möchten.“ Unter der Woche arbeitet Olivia in der Stadt als Media Managerin, ihr Mann Frank ist Illustrator und die beiden Kinder  gehen in die Schule und in den Kindergarten. Am Wochenende heißt es dann: Raus aufs Land und ab in den Garten. Dabei wurde fast alles auf dem Grundstück selbst gemacht. Besonders stolz ist die Familie auf den Ausbau des ursprünglichen kleinen Gartenhäuschens. Das wurde nicht nur komplett neu angestrichen, sondern gleich durch ein Wohnzimmer mit Couch, eine Schlafnische und ein Hochbett für die Kinder ergänzt. Im Garten gibt es für den Nachwuchs außerdem einen selbst gebauten kleinen Spielplatz einschließlich Rutsche und Indianerzelt.

001

Familie Kopf
„Wir haben alle keinen besonders grünen Daumen und wenn man uns beobachtet beim Rätseln, ob so manches Grün auf unserem Acker etwas Essbares wird oder zum Unkraut gehört – da hätte jeder seinen Spaß“, scherzt Andreas, der seit Mai 2015 mit seiner Frau Susanne ein Stück Garten in Solingen-Gräfrath gemietet hat.
Gemeinsam mit den Töchtern fahren die beiden einmal in der Woche zu ihrem Acker, um zu gießen, Unkraut zu jäten und zu ernten. Ein Zeitungsbericht weckte das Interesse der Familie am Thema „Urban Gardening“. Bislang hatte sie immer eine Gemüsekiste vom Bauern abonniert, aber die passte nicht richtig zu ihren Bedürfnissen. Die Kinder ließen sich nur selten motivieren, ein ihnen unbekanntes Gemüse zu probieren. 003Seit sie aber auf dem Acker sehen, wie das Gemüse wächst, wollen die Kinder es natürlich auch mal kosten. „Rosenkohl fanden sie zum Beispiel immer ganz schrecklich, bis sie die lustige Pflanze mit ihren kleinen Kohlblümchen gesehen haben“, erzählt Andreas. Deutschlandweit Gemüsegärten zum Mieten bietet „meine ernte“ – ohne langfristigePachtverträge und ohne Kleingartenverordnung, dafür mit jeder Menge Service. Dazu zählen kostenlose Workshops vor Saisonbeginn und regelmäßige Sprechstunden, in denen ein Landwirt vor Ort alle Fragen beantwortet. So können auch Neulinge mit dem Gärtnern starten und mit wenig Aufwand Erfolge erzielen. Der Garten ist pflegeleicht, selbst im Sommer muss – wenn überhaupt – nur selten gegossen werden. Das überzeugte auch Andreas Familie: „Uns hat gefallen, dass alles so nett gemacht war. Man muss nichts extra mitschleppen – Wasser, Gartengeräte, alles vorhanden.“

004

Die ganze Geschichte der beiden Familien gibt es in der Luna 61. Weitere Themen aus dem Heft findet ihr hier.

Bilder: Andrej Dallmann und privat