Moderator, Filmexperte, Red Carpet Profi  – und Kinderbuchautor. In diesem Jahr ist bereits der zweite Band des Buches „Die unglaublichen Abenteuer von Wilbur McCloud“ erschienen. Beide Bücher wurden von Gätjen und seinem Bruder, dem Schauspieler Andreas Karlström, geschrieben. Wir treffen Gätjen zum Gespräch

Ist Steven Gätjen ein Alleskönner? Er selbst würde dies wahrscheinlich verneinen und mit lässigem, nordischen Akzent antworten, dass er einfach gerne gute Geschichten mag. Für eine gute Geschichte braucht es seiner Meinung nach jedoch keinen perfekten Helden. „Die besten Helden sind die, die gar nicht alles richtig machen, sondern diejenigen, die mit ihren Fehlern souverän umgehen können,“ stellt er fest. Seine Lieblingsfiguren sind daher eher ambivalente Charaktere: Indiana Jones,  Batman oder Michel aus Lönneberga. Sie alle sind keine strahlenden Sonnyboys, sondern kämpfen immer wieder auch gegen sich selbst.

So ein Charakter ist auch Wilbur, das kleine Propellerflugzeug. Schon im ersten Band „Die unglaublichen Abenteuer von Wilbur McCloud: Stürmische Jagd“ merken wir: Wilbur ist ein sympathischer Charakter, der aber keine Lust hat, in der Schule aufzupassen, der etwas übermütig ist und auch ganz schön frech sein kann. „Wir wollten, dass sich die Kinder in dem Protagonisten auch wiederfinden. Kinder sind auch frech und hinterfragen die Erwachsenenwelt – und das ist ja auch gut so!“ findet Gätjen.

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Steven Gätjen, Andreas Karlström: Die unglaublichen Abenteuer von Wilbur McCloud: Gefährliche Mission, Ravensburger Buchverlag 2017, 14,99 Euro

Das Schreiben scheint Gätjen und seinem Bruder, dem Schauspieler Andreas Karlström, zu gefallen. Anfang des Jahres erschien bereits der zweite Band und somit auch das nächste Abenteuer des kleinen Wilbur. „Wir haben beide einfach eine Vorliebe für gute Storys.“ erzählt Gätjen. Warum also nicht selbst eine schreiben? „Wir haben immer schon von unseren Eltern und Großeltern Geschichten vorgelesen bekommen. Das regt natürlich die Phantasie an.“ Kein Wunder also, dass Gätjen und Karlström beide einen Beruf gewählt haben, in dem sie auch Geschichten erzählen können, ob als Schauspieler oder als Moderator. Selbst Gätjens Filmkritiken sind kleine Geschichten die er seinen Zuschauern erzählt.

Der zweite Band um Wilburs Abenteuer ist, wie das erste Buch, leichtfüßig geschrieben, lässt nicht auf seine Spannung warten und nimmt einen dank der sympathischen Figuren direkt für sich ein. Dieses Mal wird Wilbur McCloud von der Schwänin Kara um Hilfe gebeten: In ihrer Heimat regnet und stürmt es unentwegt – keiner weiß einen Rat. Natürlich macht sich das kleine Flugzeug mit seinen Freunden direkt auf den Weg. Wer wohl hinter dem schrecklichen Unwetter steckt?

Gätjen und sein Bruder haben ihren Geschichten mutig (wie ihre Figuren) den Härtetest unterzogen: Auf ihren Lesereisen haben sie besonders auf die Kritik der Kids geachtet. „Wir schreiben Kinderbücher. Sie müssen also auch Kindern gefallen! Wir haben aber auch schon vor der Veröffentlichung Meinungen von den Kindern aus unserem Freundeskreis eingeholt. Kinder sind eben auch immer die ehrlichsten Kritiker.“ Die Resonanz auf das Buch war bisher durchweg positiv – der Härtetest ist also bestanden. „Die Abenteuer von Wilbur McCloud“ eignen sich übrigens bestens zum Vorlesen: Die Kapitel sind kurz und die Geschichten machen auch Erwachsenen Spaß.

Titelbild: Johanna Brinkmann