Für die Fortsetzung des Kultfilms „Lammbock“(„Lommbock“, seit 23. März 2017 im Kino) standen Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz nach 15 Jahren wieder gemeinsam vor der Kamera. Wir haben die beiden sympathischen Schauspieler zum Interview getroffen und mit ihnen über das Vatersein, liberale Erziehung und ihren Musikgeschmack gesprochen.

Luna: Wie kam es zur Fortsetzung von „Lammbock“ und warum hat es so lange gedauert?

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Wieder zurück in ihrem alten Pizzaladen, der inzwischen ein Asia-Imbiss ist: Kai (Moritz Bleibtreu) und Stefan (Lucas Gregorowicz) Foto: Wild Bunch Germany

Lucas Gregorowicz: Ich glaube, wenn man einen zweiten Teil von so einem Film machen will, dann braucht man einen triftigen Grund und eine wirklich gute Geschichte. Denn es gibt sehr viele Leute, die den ersten Film lieben, und die will man nicht enttäuschen. Und es hat tatsächlich so lange gedauert, bis es wieder etwas Spannendes zu erzählen gab. Es musste eben erst ein gutes Drehbuch kommen, und das kam zum Glück. Und dann haben auch fast alle, die beim ersten Film dabei waren, zugesagt.

Moritz Bleibtreu: Nach dem ersten Teil haben wir uns schon eine Fortsetzung gewünscht, weil es wahnsinnig viel Spaß gemacht hat. Aber das war damals ja Christian Züberts allererster Film, und der wollte sich danach auch erst einmal ausprobieren als Regisseur. Außerdem mussten wir wirklich warten, bis es wieder etwas zu erzählen gab über die beiden. Nur einen müden Aufguss oder eine Aneinanderreihung von Kifferanekdoten – das wäre dem ersten Teil nicht gerecht geworden. Deshalb hat es eben 15 Jahre gedauert. Und jetzt haben wir den Film mit genau dem gleichen Spirit und Elan und Spaß gemacht wie beim ersten Teil.

Sich nach 15 Jahren wiederzutreffen ist auch eine spannende Sache, in dieser Zeit passiert wahnsinnig viel. Geht ihr denn privat auf Klassentreffen oder habt noch Kontakt zu ganz alten Freunden von früher?

Lucas Gregorowicz: Nein, gar nicht. Es gibt natürlich Freunde, und gelegentlich trifft man auch noch Bekannte von früher. Aber mir geht es dann eher so, dass ich denke, es gibt auch meistens einen Grund, warum man mit denen nicht mehr so viel zu tun hat (lacht). Treffen nur aus Sentimentalität sind mit eigentlich eher ein Graus.

Moritz Bleibtreu: Mein Freundeskreis ist mehr oder weniger der gleiche, seit ich fünfzehn, sechzehn bin. Das war damals ein sehr kleiner Kreis und ist heute noch ein kleiner Kreis. Natürlich sind später viele neue Freunde hinzugekommen, auch durch den Beruf. Aber die Freunde von früher, mit denen man durch die Pubertät gegangen ist, mit denen man Dinge durchgestanden hat, die ersten Frauengeschichten, Partys und so weiter – das sind bei mir immer noch die selben. Ich empfinde das auch als Glück, so enge, langjährige Freunde zu haben, mit denen man gemeinsam erwachsen geworden ist. Das schweißt extrem zusammen.

Stichwort Pubertät: Im Film hat Kai einen Stiefsohn im Teenageralter, Jonathan, mit den typischen Problemen, die das Alter so mit sich bringt. Wie sieht es mit eurer Vorbildfunktion für eure Kinder aus?

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Seit 23. März 2017 im Kino: „Lommbock“ von Christian Zübert, Foto: Wild Bunch Germany

Moritz Bleibtreu: Ich weiß natürlich um die Vorbildfunktion, die ich für meinen Sohn habe. Trotzdem bin ich auch ein Mensch mit Fehlern, ich bin nicht perfekt. Es geht mir gar nicht so sehr darum, ihm irgendwelche starren Wertvorstellungen zu vermitteln. Es geht einfach um das, was man im Alltag vorlebt. Und da versuche ich, so normal und locker und ehrlich wie möglich zu sein und mich nicht zu verstellen. Natürlich ist es nicht cool, wenn mein Sohn mich beim Rauchen auf dem Balkon sieht. Aber ich will das auch nicht vor ihm verstecken. Kinder sind schlau, die finden Sachen sowieso raus. Kinder hören nicht, die sehen. Wenn ich drei Tage hintereinander mit der Schachtel vor die Tür gehe, dann sehen die das und schnallen das schon mit zwei. Kinder sehen, was ihre Eltern machen. Und ich habe Fehler, die mache ich sicher auch als Vater. Ich bin nicht perfekt.

Das komplette Interview mit Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowic lest ihr in der Luna 62. Weitere Themen aus dem Heft findet ihr hier.

Sliderfoto: Wild Bunch Germany