Zwergstadt – schon an sich ein wahnsinnig niedlicher Name, nicht wahr? Aber was die Zwergstadt denn für ein Ort? Gibt es hier Zwerge? Einen eigenen Bürgermeister? Wir haben nachgefragt und können schon mal sagen: Es geht hauptsächlich um jede Menge Spaß für so ziemlich alle!

Katinka Brundiers hat sich jahrelang die besten Voraussetzungen für ihren Job als Ober-Zwergstädterin antrainiert: Sie hat Sozialpädagogik studiert, ein Jahrzehnt als Familienhelferin gearbeitet und sich parallel als Event- und PR-Managerin durch die Musik- und Festivallandschaft bewegt. Da sie damals selber gerne ausgeht, sich Konzerte ansieht oder an Sommerwochenenden auf Festivals anzutreffen ist, wusste sie also immer schon genau, worauf zu achten ist. Als sie vor sechs Jahren ihren ersten Sohn bekam, fehlten ihr hier Orte und Möglichkeiten, gemeinsam mit Kids, Freunden und Musik Spaß zu haben. Dabei war immer klar, dass die Kids nicht einfach irgendwo „abgestellt“ werden sollen. Langsam fing Katinka an, sich um diesen Missstand zu kümmern: Sie rief die „Zwergstadt“ ins Leben. Hierbei geht es um einen mobilen Spielservice, den man buchen kann. Was genau dann passiert, erklärt uns Katinka im Gespräch.

lunamag: Wo findet man euch diesen Sommer denn an?
Katinka: Unser Spielservice ist diesen Sommer zum Beispiel auf dem Lollapalooza, und dem „A Summers Tale“. Dort gibt es Kinderbereiche, die wir dann betreuen. Und natürlich unsere eigene Zwergstadt Kidz-Party in Berlin, in der ELSE, am 19. Juli – zum Auftakt der Sommerferien.

Wie genau sieht denn euer Spielservice aus?
Es ist ein Bereich inmitten des Festivals: Wir kommen je nach Größe (und Budget) der Veranstaltung mit unserem Spielmobil, unserem Zwergstadt-Team, unterschiedlichsten Spielstationen und -angeboten sowie einer Menge bunter Deko und gemütlicher Sitzgelegenheiten angefahren. Wir richten also – ganz egal wo – einen Wohlfühlort ein, der Kindern Raum zum Spielen und Erwachsenen Zeit zum Entspannen, Plaudern oder gerne auch zum Mitspielen bietet.

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Ganz schön bunt die Zwergstadt! (Bild: Peekaboo Berlin)

Die Idee ist also nicht, die Kids bei euch abzugeben?
Nein, die Eltern bleiben immer für ihre Kleinen verantwortlich und behalten die Aufsichtspflicht. Es geht um gemeinsame Freizeit. Unsere vielseitigen Angebote sind sehr durchdacht und berücksichtigen all mögliche Stimmungs- und Interessenlagen der Kinder, so dass die Kinder meist voll beschäftigt sind und es sich für die Eltern manchmal wie eine Vollbetreuung anfühlt.

Wie sieht euer Team aus?
Wir haben ein wirklich großartiges Team kreativer und engagierter Leute, die Erfahrungen aus dem Eventbereich mitbringen und gleichzeitig über einen pädagogischen Hintergrund verfügen. Und die dazu ordentlich Herzenswärme und Humor mitbringen.

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Die beiden Oberzwergstädter: Max Adam und Katinka Brundiers

Was sagst du zu dem Vorurteil, dass auf Festivals Kinder nichts verloren haben – sei es wegen der anderen randalierenden Gäste oder weil es einfach zu turbulent ist.
Es kommt natürlich auf den Rahmen an – auf die Art des Festivals (nicht jedes ist kindgerecht, klar) und auf dass, was man als Familie erwartet und draus machen. Festival mit Kindern ist natürlich anders, aber eben anders toll. Wir finden es wichtig, dass sich Menschen an weltoffenen Orten wie einem Festival wieder bunter durchmischen – unabhängig von Alter, Lebensphase und Familienstand.

Titelbild: Judith Büthe