Pinatas kennt man bei uns von Kindergeburtstagen, Hochzeits- und Firmenfeiern. Aber was wissen wir eigentlich wirklich über die kunterbunten Figuren aus Spanien und Lateinamerika? Wir haben Stefanie Wilhelm, eine der ersten Pinateras Deutschlands getroffen um mehr über die Tradition der Pinata und ihre Herstellung zu erfahren

Pinatera ist in Lateinamerika ein anerkannter Beruf, dessen Handwerk von Generation zu Generation weitergegeben wird,“ erklärt Stefanie Wilhelm. Sie sitzt mit einem ansteckenden Lachen auf dem Gesicht in einem Hinterzimmer eines Kinderschuhladen in Berlin Kreuzberg. Auf ihrem Schoß thront eine halbfertige Pinata. „Mein Funky Monster“, sagt sie und dreht es demonstrativ in den Händen. Rechts, Links und über ihr hängen weitere Pinatas in allen möglichen Formen und Größen. Vom Dollar Zeichen bis hin zum klassischen Esel – der kleine Raum ist vollgestopft mit ihren Kreationen. Sie selbst nennt es „ihren kleinen Showroom“. Zum Verkaufen fast zu klein, aber die Miete ist günstig und mehr als die Hälfte ihrer Zeit verbringt sie ohnehin in ihrer kleinen Werkstatt.  Das Hinterzimmer dient eigentlich nur „den Eiligen“, jenen Leuten die für eine Feier noch schnell eine Pinata brauchen oder „denjenigen die selbst basteln wollten aber dann ganz panisch festgestellt haben, dass das doch nicht so einfach ist.“02

Denn eigentlich fertigt Stefanie Wilhelm viele ihrer Pinatas auf Wunsch an. Für die TV-Show Circus HalliGalli auf Pro7 arbeitet sie gerade an einem über 1,50m langen Einhorn. Ein Projekt, mit dem sie tagelang beschäftigt sein wird. In ihrer Stimme schwingt Vorfreude mit und man merkt sofort, wie sehr sie ihre Arbeit liebt. Ruft man sie mitten in einer ihrer Arbeitsphasen in der Werkstatt an, wimmelt sie einen liebevoll, aber bestimmt ab: „Können wir morgen telefonieren? Meine Hände sind gerade über und über voller Klebstoff!“

Das ganze Porträt sowie ein DIY für ein Pinata-Einhorn gibt es in der Luna 63. Einen Überblick über alle Themen aus dem Heft findet ihr hier.

Bilder: Andrej Dallman