Campen mit Kids geht immer, aber bitte nicht zu bodenständig. Unser Autor Ralf Bielefeldt hat Tipps für Anfänger und präsentiert bezahlbare Camper, hippe Zelte sowie Anbaulösungen für Familienautos.

Zelt einpacken, losfahren, Alltag vergessen – ganz so einfach ist es dann doch nicht, das stilvolle Übernachten mit Mann und Maus in der freien Natur. Ohne ein bisschen Planung wird da meistens nichts draus, warnt der Deutsche Camping-Club. Und meint damit nicht nur das „glamouröse Camping“ (gleich „Glamping“). Darum hier 5 wertvolle Tipps fürs Campen mit Kindern vom Fachverband der Draußen-Urlauber.

1. Nicht zu weit weg fahren

Wozu in die Ferne schweifen: Camping-Anfänger sollten fürs Erste nicht zu weit reisen oder extrem abgelegene Plätze ansteuern. Folgt auf die komplizierte Anreise die große Ernüchterung, ärgert man sich doppelt. Einen Überblick über Campingplätze gibt es hier.

2. Für Regentage gewappnet sein

Wenn die Sonne scheint, ist alles toll. Aber falls mal nicht? Checkt vorab, was am Urlaubsort so geht, alternativ zum Schönwetter-Familienidyll. Dann kommt keine Langeweile auf, weder zu zweit noch mit Kleinkind(ern).

3. Übung macht den Meister

Zelt aufbauen will gelernt sein. Also übt es lieber mal im Garten, bevor es auf dem Campingplatz oder an einem einsamen See ein handwerkliches Debakel gibt. Alternative für Zeitsparer: sogenannte Wurf- oder Pop-up-Zelte. Die wirft man einmal in die Luft, dann bauen sie sich von allein auf. Genial. Aber meistens nur für zwei Personen geeignet.

4. Reisemobile nicht zu kurzfristig buchen

Lieber ein rollendes Dach über dem Kopf? Reisemobile sollte man immer mit ein bisschen Vorlauf buchen. Am besten führt man sein fahrendes Urlaubsdomizil ein, zwei Tage vor der Abfahrt in die Familie ein. Dann bleibt genug Zeit für taktisches Verstauen (Wichtiges immer griffbereit haben!) und ein paar Übungsrunden, um sich mit den Abmessungen vertraut zu machen.

5. Lieber kompaktes Mobil statt Wohnwagen

Reisen mit dem Caravan ist die Königsdisziplin des Rangierens. Wer noch nie mit Hänger gefahren ist, sollte vorab einen Kurs belegen (z. B. über den ADAC), sonst kann das ganz schnell im absoluten Chaos enden. Verkantet in einer italienischen Gasse oder hoffnungslos verloren auf einem dicht an dicht belegten Stellplatz – den Stress will man nicht. Darum: Beim ersten Outdoorurlaub lieber ein kompaktes Wohnmobil (um die fünf Meter Länge) nehmen oder gleich ein „festes“ Glamping-Nest ansteuern. Am Großensee in Schleswig-Holstein lockt beispielsweise die „Great Lake Lodge Hamburg“, ein 25 Quadratmeter großes Safarizelt mit festem Holzboden und stilechtem Namibia-Interieur. Die Big Five gibt es zwar nicht zu bestaunen, aber Seeblick und eigene Düne sind inklusive.

Camper oder Zelt? Hauptsache Familientauglich

Citroën_Pössl_Campster_2Pössl baut seit fast 30 Jahren bezahlbare Reisemobile. Neustes Modell ist der schnieke Campster. Übersichtliche 4,95 Meter lang, knapp zwei Meter hoch, etwas über 1,90 Meter breit – und auf Wunsch quietschbunt, z. B. Lagoon-Blau. Basis ist der neue Citroën Spacetourer, gallische Alternative zu Teutonen-Bestsellern wie Mercedes V-Klasse oder VW T6.
Je nach Ausbau können drei bis sieben Personen mit dem Pössl auf Reisen gehen – und vier darin schlafen. Highlights sind der herausnehmbare Küchenblock und das Panorama-Aufstelldach. Auf das ist Pössl besonders stolz: Die vordere Stoffwand kann man komplett öffnen – und so auf dem ausklappbaren oberen Bett quasi draußen schlafen.
Für Sicherheit beim Fahren sorgen moderne Assistenzsysteme. Der Campster kann wie sein Serien-Pendant automatisch bremsen (Active-Safety-Brake), Auffahrunfälle vermeiden (Frontkollisionswarner), Verkehrsschilder erkennen, selbstständig die Fahrspur halten und derlei mehr. Wird der Fahrstil fahrig, schlägt der Müdigkeitswarner dem Chauffeur vor, doch lieber mal eine Pause einzulegen – besser ist’s. Und immer dran denken: Dach einklappen, bevor es mit dem feschen Franzosen um die Häuser geht!
Citroën Pössl Campster, 70-130 kW (95-180 PS), ab 37.999 Euro

VW_Caddy_Beach_4Junge Familien mögen den VW Caddy: Rund 1,5 Millionen Stück wurden bislang verkauft. Der Hochdachkombi bietet jede Menge Platz, verzeiht Müllberge und Milch im Fußraum und streckt sich als Langversion Maxi auf amtliche 4,88 Meter. Das sind mal eben 47 Zentimeter mehr als beim „normalen“ Caddy. Platz, den junge Familien locker füllen können. Mit Babykarre und Reisegepäck zum Beispiel. Und dazu mit allem, was man so braucht zum gelungenen Strandurlaub. Kühltasche, Plastikeimer-Set, Bodyboard, Sonnenschirm, Luftmatratzen …
Am Ziel angekommen, kann man den Caddy Beach mit dem optionalen „Alltrack“-Paket ruck, zuck in ein Schlafzimmer mit begehbarer Ankleide verwandeln. Zelt unter der geöffneten Heckklappe einhaken, Zeltnägel in den Boden rammen, fertig ist das mobile Strandhaus. Mit umgeklappten Sitzen und ausrollbarer Matratze wird der gesamte Laderaum zum Familienbett. Vor die hinteren Seitenfenster können herausnehmbare Stautaschen geknöpft werden. So kann keiner reingucken – und Bücher, Windeln, Socken wissen, wo sie hingehören.
Ein Campingtisch und zwei Klappstühle gehören auch noch zum Paket. Wer dann noch ein lauschiges Plätzchen mit Meerblick ergattert, kann sich beim Rauschen der Wellen zuprosten: alles richtig gemacht!
VW Caddy Beach, 55-110 kW (75-150 PS), ab 22.651 Euro

Zelt_Outwell_Wolf_LakeIhr verreist nicht gern allein? Sehr gut, dann hat Outwell genau das Richtige für Großfamilien und Freundesrotten: das Fünfraum-Tunnelzelt „Wolf Lake 9É“ für bis zu neun Personen. Drei übergroße Master-Schlafkabinen vom Typ „Ambassador“, Vorzelt, Veranda, herausnehmbarer Boden, getönte Fenster, Panoramafront. Fehlt eigentlich nur noch ein Keller. Billig ist das Riesenteil natürlich nicht: Rund 2.400 Euro begehrt Outwell für den Rolls-Royce der knüllbaren Behausungen. Wen das nicht schreckt: Mit diesem mannschaftstauglichen Über-Zelt sind Sie garantiert Gesprächsstoff auf jedem Campingplatz.

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