Kinder sind ganz verrückt nach dem Computerspiel Minecraft, manche Eltern hingegen fragen sich wahrscheinlich: Was genau ist Minecraft eigentlich?

Bei Minecraft handelt es sich um ein Strategiespiel für PC, Smartphone und Co, das in einer offenen – quasi unendlichen  – Welt stattfindet. 2009 in nur sechs Tagen von einem schwedischen Entwickler programmiert wurde das Spiel inzwischen über 107 Mio. mal verkauft (Stand Juni 2016) und ist einer der am häufigst gesuchten Begriffe auf YouTube. In sogeannten Let’s-Play-Videos filmen sich die jungen YouTuber wie „Gronkh“ und „Unge“ beim Spielen und veraten Tipps und Tricks.

Lego trifft auf „Die Sims“

Auf den ersten Blick wirkt Minecraft wie eine Mischung aus Legobausteinen und DEM Computerspiel der 90er, „Die diamond-steveSims“. Man kann zwischen verschiedenen Modi von Survival bis Kreativ aussuchen und jeder davon hat so seine eigenen Tücken. Während es beim Survival darum geht, Nahrung zu suchen und gefährlichen Monstern aus dem Weg zu gehen, ist der  Kreativ-Modus  eher etwas für die gemütlicheren Spieler.

Dabei gibt das Spiel in keinem der Modi ein festes Spielziel vor, so dass man sich und seine Ideen frei entfalten kann. Gespielt wird es aus Sicht des Hauptcharakters. Viel eher gleicht Minecraft einer Art „Baukasten“, in der der Spieler verschiedene Materialien wie Holz, Stein, etc. abbaut und eigene  Bauprojekte wie Schlösser, Häuser und Burgen errichtet und beliebig seine Gegenwart verändert. Richtig geduldige und kreative Spieler haben schon ganze Städte nachgebaut.

Spiel ohne Verlierer

Damit bedient Minecraft scheinbar ein ganz ursprüngliches Bedürfnis von Kindern: das Bauen. Im Gegensatz zu Lego verfügt Minecraft dabei über unendliche Bauteile und Bausätze und die Werke der Spieler bleiben virtuell stets abgespeichert. Hier gibt es keine Level, kein Gewinnen oder Verlieren, und auch im Multiplayer-Modus wird eher mit- als gegeneinander gespielt.  Wenn es mitten im Bauen plötzlich anfängt zu regnen und die spezifische Minecraft Musik im Hintergrund leise vor sich hinläuft, wird das ganze beinahe schon meditativ und entspannend.

Die simple Grafik sorgt für ein Retro-Feeling und hebt sich zusammen mit dem einfachen Spielprinzip ganz bewusst von anderen Computerspielen der Gegenwart ab. Was nun so langweilig klingt ist alles andere als das: Denn gerade weil es in Minecraft so wenig Grenzen gibt, muss man Kreativität beweisen. Im übrigen: Der Multi-Player Modus eignet sich auch prima für verregnete Familiennachmittage.

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