„Soll ich mein Kind zum Kampfsport schicken?“ Diese Frage stellen sich wohl viele Eltern irgendwann mal – nicht ohne gewisse Zweifel. Wir haben für euch mal ein wenig recherchiert.

Viele Eltern haben bei dem Thema Kampfsport Bedenken. Sie fragen sich, wie gefährlich Karate für eine Dreijährige oder einen Dreijährigen sein kann oder ob sie dort nicht nur lernen, wie man sich später auf dem Schulhof besser prügelt.

Dabei muss man berücksichtigen, dass insbesondere im asiatischen Kampfsport weniger beigebracht wird, direkt zuzuschlagen, sondern viel mehr zu verteidigen und zu erkennen wenn Gefahr besteht. Neben der körperlichen Fitness geht es zunächst darum, dass die Kinder im Training ihre eigenen Möglichkeiten und Grenzen kennenlernen und ihr Selbstbewusstsein stärken, indem sie Gefahren erkennen und vor allem auch vermeiden.
Und ja, dabei kann Kampfsport gefährlich sein. Aber auch nicht mehr und weniger als jede andere Sportart auch. Rein statistisch gesehen ist das Verletzungsrisiko beim Kampfsport im übrigen sogar geringer als beim Fußball.

Die meisten Vereine fordern ein Mindestalter von sechs Jahren und die Trainigseinheiten sind dann speziell auf Kinder abgestimmt. Welche Kampfsportart für Ihr Kind am besten geeignet ist, sollten Sie natürlich zusammen entscheiden.
Die meisten Vereine und Dojos haben nichts dagegen, wenn Eltern mit ihren Kindern einmal probeweise vorbeischauen und ein paar unverbindliche – und meist kostenlose – Trainigsstunden absolviert. Hier gilt ganz einfach: ausprobieren. Es kostet nichts außer Zeit.

Welche Kampfsportarten gibt es?

Karate ist die wohl bekannteste Kampfsportart, die man auch aus zahlreichen Spielfilmen kennt und Kinder darum besonders faziniert. Die aus China stammende Kampfkunst arbeitet mit verschiedenen Schlag- und Tritttechniken und ist darum eher für ältere Kinder geeignet, wenn man den kampfsport wirklich lernen will. In Kinderkaratekursen geht es oft erstmal nur darum sich zu bewegen und Spaß zu haben.  Erst wenn die Kinder älter werden, lernen sie tatsächlich auch ein paar Techniken mit denen sie sich verteitigen können.

Jiu-Jitsu stammt von den japanischen Samurai ab und diente damals der waffenlosen Selbstverteitigung. Übersetzt heißt Jiu-Jitsu  in etwa „Die Kunst, mit der Kraft durch Nachgeben oder Ausweichen den Gegner zu siegen“. Hier werden zwar ebenfalls einige Schlag- und Tritttechniken trainiert, aber im Allgemeinen geht es darum den Gegner zu Boden zu Werfen und um bestimmte Hebeltechniken.

Taekwondo stammt aus Korea und ist dort ein Volkssport. Ein Merkmal von Taekwondo ist es ohne Waffen Angriffe abzuwehren. Dabei werden nicht nur Hände und Füße gebraucht, sondern quasi der gesamte Körper von Fingern, Ellenbogen bishin zu Knien.

Aikido stammt  aus Japan. Im Gegensatz zu den anderen kampfsportarten werden hier ganz bewusst keine offensiven Angriffstechniken gelehrt, sondern nur Abwehr- und Sicherungstechniken.  Mittels verschiedener Wurf-und Haltetechniken wird die Kraft eines Angriffs umgelenkt und dazu genutzt, seinen Gegner angriffsunfähig zu machen, ohne ihn dabei schwer zu verletzen.

Judo stammt ebenfalls aus Japan und lässt sich am Besten mit den Worten „Siegen durch nachgeben“ beschreiben. Hier werden hauptsächliche Würfe, Halt- Hebel und Würgetechniken ausgeführt um den Gegner so außer Gefecht zu setzen, ohne das er ernsthaften Schaden von sich trägt. So wird in Judo-Wettkämpfen so lange gekämpft bis der Gegner freiwillig aufgibt oder mindestens eine Minute auf dem Boden gehalten wird. Das besondere beim Judo ist, das Kinder hier mit den Wurftechniken auch lernen sich bei Stürzen richtig abzufangen. Etwas was auch auch den ganz kleinen im Alltag von nutzen sein wird.

 

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