„Mama, wer macht das Geld?“ Für Kinder ist die Herkunft des Geldes oft nicht nachvollziehbar. Wie denn auch! Die Zeit der Sparbüchsen und Lohntüten ist längst vorbei. Aber es gibt ein paar einfache Tricks, wie Kinder den Umgang mit Geld spielerisch lernen.

Die ganze Welt ein Kaufladen

Verkaufen spielen mit einem Kinderkaufladen ist ein guter Anfang. Vor allem wenn Ware gegen Spielgeld getauscht wird. Für etwas größere Kinder (die schon rechnen können) kann sich das ganze Zimmer in einen Laden verwandeln. Egal ob es ein Geschäft für Spielwaren, eine Boutique für Kleider oder ein Buchladen werden soll – einkaufen lässt sich mit allem üben. Die einzelnen Produkte müssen mit (möglichst realen) Preisen versehen werden. Zuerst kann das Kind Kunde sein. Es bekommt eine bestimmte Menge (Spiel-)Geld zur Verfügung gestellt und kann damit einkaufen gehen. Später werden die Rollen getauscht.

Willkommen im Shopping Paradies

Wer so schön im „Trockendock“ geübt hat, will das Ganze natürlich auch in der Realität ausprobieren. Das lässt sich schon beim nächsten Supermarktbesuch üben. Für ungeduldige Eltern, die dabei noch den normalen Wocheneinkauf erledigen wollen gerne mit einem extra Wagen, einer extra Liste und einem extra Budget für den Nachwuchs.

Das habe ich mir verdient

Wer einen Vierjährigen fragt woher das Geld kommt, der wird phantasievolle Antworten bekommen: von der Bank, von Mama und Papa, von Frau Merkel. Es ist für Kinder schwer zu verstehen, wie wir Eltern unser monatliches Auskommen erwirtschaften. Erklärungen helfen natürlich. Besser noch wir ermutigen die Kleinen einen eigenen „Job“ zu finden. Für Extra-Arbeiten im Haushalt oder rund ums Haus kann es zum Beispiel einen vorher vereinbarten Lohn geben (das eigene Zimmer aufräumen sollte aber bitte immer „gratis“ passieren). Die „Klassiker“ sind hier nach wie vor beliebt: zum Beispiel beim Autowaschen helfen, im Herbst Laub harken oder Staubwischen.

Das will ich haben

Kinder die nie mit (eigenem) Geld zu tun haben werden den Umgang damit auch nicht lernen. Spätestens ab der Schulreife sollten sie also Taschengeld bekommen. Ein bis zwei Euro pro Woche werden von Fachleuten für den Anfang empfohlen. Das Geld darf für all das verwendet werden, was Kinder sich wünschen oder kaufen möchten. Hier sollten sich Eltern bitte streng an den Grundsatz halten: Dein Geld, deine Entscheidung. Natürlich dürfen sich die Kleinen auch etwas zurücklegen und für ein (größeres) Spielzeug sparen. Lernziel sollte sein, den Wert des Geldes und vor allem den Wert der Waren kennen zu lernen – auch wenn die Lektion eben nur so weit geht, wie viele Gummitiere zum Naschen für einen Euro gekauft werden können.

Große Pläne fördern

Was tun, wenn große Wünsche anstehen wie Spielekonsole, Smartphone etc.? Viele Eltern neigen dazu, rigoros abzulehnen mit dem durchschlagenden Argument: Zu teuer! Eine vertane Chance. Erstens sind die Kinder frustriert, zweitens lernen sie dabei nichts. Warum nicht gemeinsam für den Erfolg des Projekts etwas tun? Ein Teil des Geldes muss in Eigeninitiative vom Kind gespart oder „erarbeitet“ werden. Den anderen Teil gibt es von den Eltern (oder auch Oma und Opa) zu Weihnachten, zum Geburtstag und zu anderen Gelegenheiten dazu. Auf ein Ziel hinarbeiten, kreativ werden im Beschaffen der nötigen Ressourcen (z. B. altes Spielzeug auf dem Flohmarkt verkaufen um das Geld schneller zusammen zu bekommen) sind Fähigkeiten, die unsere Kinder in einer modernen Welt unbedingt beherrschen sollten.

 Was ich will und was ich brauche

Den Unterschied verstehen schon Grundschulkinder: Was man will ist nicht immer das, was man braucht. Essen, Trinken, ein Dach über dem Kopf – das brauchen wir. Ein Eis, eine neue Puppe, ein Computerspiel …, alles Dinge, die man will, aber die nicht wirklich überlebenswichtig sind. Es ist ab Grundschulalter hilfreich, Teile der Haushaltskosten für Kinder transparent zu machen. Zwar nicht auf Heller und Pfennig, aber zumindest so, dass sie verstehen lernen: erst wird das, was man braucht bezahlt (Miete, Strom, Essen…), dann kann man sehen, wie viel für Kino, Schwimmbadbesuch oder Eisessen gehen übrig bleibt. Ab der fünften Klasse kann man dem Nachwuchs auch ruhig einmal für eine Woche die Haushaltskasse übertragen. Eine sehr lehrreiche Alltagsübung: Wie bekomme ich für das Budget der Summe X eine Woche lang eine Familie satt.

Foto: Fabian Blank