Sie sehen niedlich und harmlos aus, haben es aber faustdick hinter den Ohren: Die Stiftung Warentest fand heraus, dass einige smarte Spielzeuge dank unsicherer Funkverbindungen zu Spionen im Kinderzimmer werden. Für die September-Ausgabe des Magazins „test“ wurden sieben sogenannte Smart Toys bezüglich Verbindungssicherheit und Datensendeverhalten unter die Lupe genommen.

Das wirklich erschreckende am Testergebnis ist, dass man noch nicht einmal über Hackerfähigkeiten oder eine spezielle Ausrüstung verfügen muss und auch keinen physischen Zugriff auf manche Smart Toys haben muss, um sie zu manipulieren. „Einige von diesen Spielzeugen sind brandgefährlich, weil sie eine ungesicherte Funkverbindung haben. Das heißt, dass jeder Smartphone-Besitzer sich mit ihnen verbinden kann, um das Kind abzuhören, es auszufragen oder zu bedrohen“, sagt test-Redakteur Martin Gobbin.

Gar nicht smart, sondern gefährlich

Ein Spielzeug, das als sehr kritisch beurteilt wurde, ist der Roboter i-Que. Wer in Bluetooth-Reichweite ist, kann sich mit seinem Smartphone – ohne ein Passwort eingeben zu müssen – mit ihm verbinden und über die i-Que App eingeben, was der Roboter sprechen soll. So können auch Personen, die 10-15 Meter von dem Spielzeug entfernt sind, ihn als Wanze einsetzen, Fragen, Einladungen oder Drohungen an die Kinder richten und ihre Antworten empfangen. Das war auch bei der inzwischen verbotenen Puppe Cayla der Fall, über die wir hier berichtet haben.

Ebenso unsicher ist der Toy-Fi-Teddy. Über ihn können sich Eltern und Kinder via Internet Sprach­nach­richten zuschi­cken. Das Smart Toy erlaubt aber auch jedem anderen in der Nähe befindlichen Smartphone-Besitzer, dem Kind Nach­richten zu senden und unter Umständen auch dessen Antworten abzu­hören. Beim Roboterhund Chip hält sich der Schaden in Grenzen: Fremde können über ihr Smartphone die Bewegungen des Hundes fernsteuern, jedoch nicht mit den Kindern kommunizieren.

Was passiert mit unseren Daten?

Zum Thema Datensendeverhalten stellte die Stiftung Warentest beruhigenderweise fest, dass keine App Daten ohne Trans­port­verschlüsselung sendet, den Stand­ort oder die Adress­buch­einträge des Smartphones erfasst. Jedoch zeichnen sie mit integrierten Mikrofonen alle Unterhaltungen auf. Diese Tondateien werden oft via Internet an die Server der Anbieter geschickt und dort gespeichert. Mattel stellt Eltern sogar alle Aufnahmen von Barbie online zur Verfügung, sodass Mama und Papa das eigene Kind belauschen können. Zudem wurde untersucht, wie die Anbieter das Passwort absichern, welche Apps Tracker einsetzen, Fingerprinting betreiben oder sensible Daten übermitteln. Das Fazit ist, dass drei getestete Smart Toys als  „sehr kritisch“ eingestuft wurden, die anderen vier gelten als „kritisch“.

Die ausführlichen Testergebnisse findet ihr hier.

 Foto: Stiftung Warentest