Kinder- und Jugendserien gibt es viele. Eine, die sich realistisch und sensibel mit dem Thema Flüchtlinge und Integration auseinandersetzt, startet heute am 27. November um 20.10 Uhr auf KiKA. „Dschermeni“ heißt sie, von „Germany“, Deutschland. Verantwortlich für das Drehbuch ist der erfolgreiche Kinderbuchautor Andreas Steinhöfel („Rico, Oskar und die Tieferschatten“). Warum sich das Einschalten lohnt erfahrt ihr hier.

TV-Serie zum Thema Integration – ohne erhobenen Zeigefinger: „Dschermeni“ (Foto: ZDF und Conny Klein)

Kein erhobener Zeigefinger

Eines stellt Andreas Steinhöfel gleich zu Beginn klar: Es soll in „Dschermeni“ nicht belehrt oder erzogen werden, die sechsteilige Serie will keinen Stoff für eine Schulstunde zur Migration liefern. „Es geht uns nicht um einen erhobenenen Zeigefinger oder ein pädagogisches Lehrstück zum Thema Flüchtlinge und Integration. Wir möchten vielmehr zeigen, wie es den Kindern hier geht, was sie bewegt, welche Ängste und Sorgen sie haben aber auch was ihnen Spaß macht und wie sie sich verstehen und verständigen“, erklärt Steinhöfel, der gemeinsam mit Klaus Döring das Drehbuch geschrieben hat.

Wehren sich gegen Pöbeleien: Moritz (Michael Sommerer) und Rüyet (Sura Demir) Foto: ZDF und Conny Klein

Mit kindlicher Zuversicht und Offenheit

„Im Mittelpunkt stehen vier Kinder in Berlin, die sich zum Teil schon kennen, zum Teil erst noch kennenlernen. Der deutsche Junge Moritz, die Deutsch-Türkin Rüyet, der syrische Junge Yassir, der mit seiner Familie geflohen ist, und Aminata aus dem Senegal. Sie alle verbindet das Thema Flucht auf unterschiedliche Art und Weise. Zudem sind Yassir und Aminata von einer möglichen Abschiebung bedroht“, erklärt Andreas Steinhöfel. Seine Protagonisten begegnen sich offen, mit kindlicher Zuversicht, zum Beispiel, wenn sie gemeinsam auf das Amt gehen und dem Sachbearbeiter sagen: „Das ist unsere Freundin Aminata. Für die hätten wir gern Asyl.“ Eine Herangehensweise ohne Vorurteile oder den oft schon negativ getrübten Blick von Erwachsenen.

Aminata (Jodyna Basombo) stammt aus dem Senegal und sucht Asyl in Deutschland (Foto: ZDF und Conny Klein)

„Kinder tun sich mit Integration auf jeden Fall leichter. Sie gehen unbefangener aufeinander zu, spielen zusammen – das Aussehen oder die Herkunft spielt eigentlich oft gar keine Rolle, bis ein Erwachsener ankommt und sie darauf aufmerksam macht. Was schade ist! Gerade die Unbefangenheit sorgt für Verbundenheit, ebenso wie gemeinsam erlebte Abenteuer. So entsteht Freundschaft, die auch nicht durch unterschiedliche Herkunft in Frage gestellt wird“, erläutert Andreas Steinhöfel seinen Ansatz für die Serie.

Die Figuren und die Dialoge in „Dschermeni“ sind realitätsnah, humorvoll und glaubhaft. Vorurteile und Klischees werden ebenso unter die Lupe genommen wie die Gefühlswelt der Kinder: Ihre Träume und Traumata, ihre Sorgen, aber auch, worüber sie lachen können und was ihnen Spaß macht. Toleranz, Respekt und vor allem die Freundschaft der vier Jugendlichen stehen im Mittelpunkt. Und das tatsächlich ohne erhobenen Zeigefinger. Deshalb: Einschalten!

„Dschermeni“, ab 27. November 2017 auf KiKa, Montag bis Mittwoch jeweils zwei Folgen um 20.10 Uhr. 

 

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