„Mir ist ja sooo langweilig!“ – Wie wäre es dann mit einem Hörbuch? Wir haben die tollsten Geschichten zur Probe gehört. Hier sind unsere Empfehlungen für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren:

 

Für Kinder ab fünf Jahren:

Mucker & Rosine: Buschfunk in der Hasenhütte

Die Geschichten von Hase Mucker und Maus Rosine sind abenteuerlich und fantastisch. Diesmal erfindet der pfiffige Hase ein Trommel-Alphabet. An Bäume klopfend läuft er durch den Wald und „ruft“ seine Freundin Rosine. Der Buschfunk, so findet er, kann sehr hilfreich sein. Aber nicht alle sind seiner Meinung. Aber Hase Mucker lässt sich nicht beirren. Wem das nicht gefällt, der mag vielleicht seinen praktischen Schatten zum Mitnehmen. Oder doch lieber die Apfelschneewehe?
Sprecher Martin Baltscheit kennen einige Zuhörer vielleicht schon von den unvergleichlichen „Wilden Zwergen“, die er ebenfalls mit viel Humor und Tempo spricht. Die sympathischen Helden Mucker und Rosine werden durch ihn wunderbar „zum Leben erweckt“.
Von Kristina Anders, erschienen bei der Hörcompany für 14,95 Euro. 

Der Tag an dem Oma das Internet kaputt gemacht hat

Die Eltern müssen arbeiten, Tiffany und ihr Bruder Max werden von den Großeltern betreut – oder ist es genau andersrum? Tiffany ist sich da nicht so sicher. Jedenfalls wird es nicht besser als die Oma das Internet kaputt macht. Jetzt geht nichts mehr: Die Eltern können nicht mehr arbeiten, Max kann keine Nachrichten mehr schreiben und die große Schwester Luisa kann keine Musik mehr hören. Dabei kann es doch nicht sein, dass Oma tatsächlich mit einem einfachen Doppelklick alles zum „Einsturz“ gebracht hat.
Marc-Uwe Kling liefert mit seinen Kindergeschichten (drei an der Zahl) intelligente und lustige Unterhaltung für Groß und Klein. Eltern können hier beruhigt mithören, denn es besteht keine Gefahr von nervigen Stimmen oder Geräuschen geplagt zu werden. Vielmehr wird man an so manchen Stellen in Klings Geschichten auch als Erwachsener schmunzeln, spätestens wenn der Autor von der herrlich dummen Prinzessin Popelkopf erzählt…
Von Marc-Uwe Kling, erschienen bei Silberfisch für 10 Euro.

Noch mehr Hörbuchtipps findet ihr hier.

Für Kinder ab acht Jahren:

Titanic – 24 Stunden bis zum Untergang

Der 12-jährige Jimmy ist mit seiner Mutter und seinem Bruder unterwegs nach Amerika, wo sein Vater bereits auf die Familie wartet. Allein das ist schon ein Abenteuer. Doch Jimmy fährt dritter Klasse auf der Titanic. Nachts schleicht er sich aus der Kabine und erkundet das großartige Schiff. Dabei trifft er Omar und freundet sich mit ihm an. Die beiden Jungs stromern in dem riesigen Schiff umher und kennen jeden Schleichweg auf dem Luxusdampfer. Doch mit dem Spaß ist es vorbei, als die Titanic einen Eisberg rammt. Jetzt geht es darum, die Familien und das eigene Leben zu retten.
Die Stunden vor dem Untergang der Titanic könnten nicht spannender erzählt werden. Rainer Strecker liest gekonnt und ohne zu großes Drama oder Pathos in die Stimme zu legen, was sehr angenehm ist. Die Geschichte von Stephen Davis beschreibt anschaulich und mitreißend aus den Augen der Kinder, was auf Deck bei dem Unglück passiert ist. Klar gibt es ein paar Momente, wo große und kleine Zuhörer mit den Tränen kämpfen müssen, aber es wird niemals zu gruselig. So viel sei verraten: Man darf sich bei aller Dramatik auf ein Happy-End freuen.
Für Hörer ab acht Jahren. Von Stephen Davies, erschienen im DAV für 12,99 Euro.

 

Der Mann mit der dunklen Brille und weitere Abenteuer von Tobby und Robby

Der Hörbuchklassiker von Sándor Ferenczy zieht auch heute noch die Zuhörer in seinen Bann. Aufwändig inszeniert mit unterschiedlichen Sprechern, Geräuschen und mitreißender Orchestermusik haben die Abenteuer der beiden Jungs Tobby und Robby nichts an Spannung verloren. Nur die technischen Gegebenheiten, wie das Telefonieren oder das Verreisen mit dem Flugzeug wirken mit den Jahren etwas angestaubt und müssen erklärt werden, damit die jetzige Generation versteht, dass es Pauschalreisen und Mobiltelefone in den 1960er Jahren eben noch nicht gab.
Aber gerade weil die Eltern nicht einfach sofort mobil erreichbar sind, erleben Tobby und Robby spannende Abenteuer, bei denen sie ganz auf sich selbst gestellt sind. Sei es, dass sie dazu beitragen einen gefährlichen Bankräuber zu stellen oder im Flugzeug einem Betrüger auf die Schliche kommen. Spannender Hörspaß für kleine Detektive.
Für Hörer ab 8 Jahren. Von Sándor Ferenczy, erschienen im DAV für 9,99 Euro. 

Für Kinder ab 10 Jahren:

Kannawoniwasein! Manchmal muss man einfach verduften

So hat sich Finn sich sein kleines Abenteuer nicht vorgestellt. Er fährt zum ersten Mal allein mit dem Zug nach Berlin. Im Abteil lässt er sich von „Hackmack“ in ein Gespräch verwickeln – und fällt prompt auf dessen Kartentrick rein. Aber damit nicht genug: Finn wird auch noch von ihm beklaut. Der Rucksack mit Geld, Handy und allem anderen ist einfach weg. Der Schaffner glaubt, einen Schwarzfahrer vor sich zu haben und wirft Finn auf der Strecke aus dem Zug. Gott sei Dank lernt er Jola kennen. Das ungewöhnliche Mädchen weiß ganz genau, wie man ohne Geld in die „Tzitti“ kommt – und ein ungewöhnlicher Roadtrip beginnt…
Anfangs fühlt man sich sehr an „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner erinnert, doch dann nimmt die Geschichte eine völlig andere Wendung. Eltern werden beim Mithören ihren Spaß haben (was auch an dem Sprecher Stefan Kaminski liegen dürfte), denn Jola ist nie um einen Kommentar verlegen und die Abenteuer der beiden Kinder haben viele komische Momente. Die Verfilmung dürfte nicht lange auf sich warten lassen – hoffentlich!
Von Martin Muser, erschienen bei Silberfisch, Hörbuch Hamburg für 11,99 Euro.

 

Ein Sommer in Sommerby

Martha, Mikkel und Mats müssen in den Sommerferien ganz plötzlich zu ihrer Oma, denn ihre Mutter hatte im Ausland einen Unfall. Die Großmutter lebt in einem kleinen Häuschen mit Bootssteg und gilt als schrullig. Bisher hatten die Kinder kaum Kontakt zu ihr. Alle drei finden den ungeplanten Aufenthalt erst einmal doof, doch mit der Zeit nähern sich Großmutter und Enkel einander an. Und das, obwohl Oma weder Fernsehen noch Internet hat und es beinahe jeden Abend Kartoffeln zum Essen gibt. Bei Oma gelten außerdem ganz andere Regeln als Zuhause und die sind bitte auch einzuhalten, da gibt es gar keine Diskussion. Als die vier schließlich mit gemeinsamer Hilfe einen fiesen Immobilienhai abwehren können, der scharf auf das schöne Grundstück ist, wissen sie ganz genau: das werden nicht die letzten gemeinsamen Ferien gewesen sein.
Kirsten Boie schafft es in ihrer bezaubernden Sommergeschichte, ein modernes Bullerbü-Gefühl entstehen zu lassen. Sie zeigt außerdem wie wichtig es ist, Kindern ihre Freiheit zu lassen und ihnen etwas zuzutrauen.
Von Kirsten Boie, erschienen im Jumbo Verlag für 12,99 Euro.

Über Helikoptereltern und selbstbewusste Kinder: Unser Interview mit Autorin Kirsten Boie.

Bild: Unsplash; Alireza Attari

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