Dass es nicht immer Ghibli sein muss, beweist der Anime  „Mary und die Blume der Hexe“, der im September in den deutschen Kinos startet. Er basiert auf dem Kinderbuch der englischen Autorin Mary Stewart und gefällt garantiert nicht nur den Kleinen.

Als Anfang des Jahres Ghibli-Studio Mitbegründer Isao Takahata verstarb, glaubten nur wenige Fans, dass er sich ersetzen ließe. Und eines vorneweg: Es ist auch nicht möglich, ein derartiges Ausnahmetalent zu ersetzen. Aber nur weil jetzt etwas anders ist, muss es nicht unbedingt schlechter sein.

Ein Beweis dafür ist der neue  Film „Mary und die Blume“ von Hiromasa Yonebayashi. Er hat früher „Arrietty – Die wundersame Welt der Borger“, sowie „Erinnerungen an Marnie“ unter der Feder von Ghibli inszeniert. Mit „Mary und die Blume der Hexen“ veröffentlich Yonebayashi jetzt seinen ersten eigenen Film in seinem Animationsstudio „Studio Ponoc“.

Ab ins Zauberland

Und tatsächlich erinnert „Mary und die Blume der Hexen“  auch stark an diverse Meisterwerke von Studio Ghibli. Hauptfigur ist eine kleine Hexe, die ähnlich wie in „Kikis kleiner Lieferservice“ von einer schwarzen Katze begleitet wird und wie in „Chihiros Reise ins Zauberland“  in eine magische Welt voller zauberhafter Wesen stolpert. Auch das unterschwellige Hauptthema des Animes ist eigentlich ein Dauerbrenner der Ghibli Studios: Coming of Age. Die Schwierigkeiten eines jungen Menschen erwachsen zu werden und seinen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Mary und die Blume der Hexe

Wunderschöne Fantasiewelten

Ghibli-Fans werden sich also in dieser Fantasywelt so wohl fühlen, als wäre sie nie wirklich weg gewesen. In der Geschichte, die auf das 1971 erschienene Kinderbuch „The little Broomstick“ von Mary Stewart basiert, folgt ein junges Mädchen namens Mary der schwarzen Katze zu einer seltsamen Blume in den Wald. Und ehe sie sich versieht, wird sie von einem Besen über die Wipfel der Bäume getragen. Die Flugreise endet an einer Schule für Magie, in der einiges anders läuft, als es auf den ersten Blick den Anschein macht.

Mit Harry Potter hat die Geschichte übrigens nichts zu tun. Denn Mary braucht ihren Besen und Zauberkräfte nicht zum Quidditch spielen, sondern um sich selbst und die anderen Kinder an der Schule zu retten.

Mary und die Blume der Hexe

Das Erbe von Ghibli

Man sieht das Erbe von Ghibli in allen Bildern, in den klaren Zeichnungen, den detaillierten Hintergründen und vor allem in den wundersamen Wesen, die hier entstanden sind. Die Versuche der Schulleiterin, Naturwissenschaften und Magie zusammenzubringen, sorgen dafür, dass der Anime leichte Steampunk-Anleihen bekommt, ohne dabei jedoch zu düster zu werden.

Neues Anime im Kino

„Mary und die Blume der Hexen“ ist ein vielversprechendes Einstandswerk, das sowohl visuell als auch von der Geschichte her ganz eindeutig von jemandem stammt, der jahrelang unter  Isao Takahata und Hayao Miyazaki gelernt hat, ohne dabei nur einen einfachen Abklatsch der beiden Großmeister liefern zu wollen. Ab dem 13. September kann man sich davon selbst überzeugen, denn dann startet der Anime auch in den deutschen Kinos.

 

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Bilder: Peppermint Anime