11 Fragen an ...
Meredith Gaston – einmal träumen und zurück
Kunst passt zu Kindern wie Tim zu Struppi, Eiscreme zum Sommer und Kölnischwasser zur Omi. Sie regt nicht nur kleine Gehirnwindungen zum phantasieren an, sie vermag es auch Individualität in ein 0815 - Kinderzimmer zu bringen. Auf der Suche nach einem genialen Bild für den Nachwuchs begegnete Luna einer jungen Künstlerin aus Australien:
Was für ein Mädchen warst du, als du klein warst?
Ich war ein sensibles Kind, sehr kreativ und ständig irgendwie beschäftigt. Ich mochte es Bilderbücher zu lesen, malte gern, bastelte Collagen und liebte es, mich zu verkleiden. Meine Mutter nähte mir unglaublich schöne Kleider, alle einzigartig und originell. Oft entwarfen wir sie zusammen und suchten gemeinsam Stoffe und Knöpfe aus. Mein Liebling war ein Magentafarbenes Samtkleid für den Winter, mit einer kleinen Samt-Stadt und einer Samt-Katze darauf. Ich habe es immer noch, es ist ein Kunstwerk! Im Kindergarten unterschied ich mich von den Anderen. Ich hatte eine Reihe von ungünstigen Haarschnitten, liebte es Tiere aus Gemüse zu basteln, stellte meine eigenen Bücher her, sang, und verkaufte aus meinem Kinderzimmer heraus Puppen und Schmuck an meinen weniger enthusiastischen Bruder. Merkwürdig war, dass ich vor Luftballons, Windsurfern und Hemdkragen riesige Angst hatte. Dass ich später eine Waldorfschule besuchte und lernte meinen Namen zu tanzen und Kerzen herzustellen ist also nicht sehr verwunderlich.

Wo fühlst du dich zu Hause?
Ich lebe zwischen Sydney und Berlin und fühle mich an beiden Orten zu Hause. Auf eine eher abstrakte Art und Weise sehe ich alles als Heimat, wo ich Liebe spüre und geliebt werde. Vor zwei Jahren kam ich geschäftlich nach Berlin. Ich wollte Galerien für Kindergallery ausfinding machen. Und am Flughafen Tegel verliebte ich mich Hals über Kopf. Ich kehrte nach Sydney zurück, packte all meine Sachen zusammen und zog in Herr Lindemanns Keurzberger Nest. Kevin, ein waschechter Berliner, war nie zuvor in Australien gewesen und hatte auch nie daran gedacht. Jetzt hat er bereits im Daintree-Regenwald geschlafen, ist über Krokodilbeladene Flüsse gerudert, schnorchelte mit Seewespen und kletterte durch die Blue Mountains. Und ich habe Deutschunterricht genommen, mir ein Atelier im Dachboden unseres Hauses eingerichtet und genieße es, alle Winkel der Stadt zu erkunden. Zwei Jahre lang habe ich nun schon das Glück, zwei wunderbare Städte mein Zuhause nennen zu können. In Sydney liebe ich meinen großen Garten mit seinem wunderschönen Orangenbaum, ich fühle mich wohl in meinem Atelier und mit meinen Freunden und meiner Familie.
Was inspiriert dich?
Die großen und kleinen Dinge im täglichen Leben entdecken, das inspiriert mich. Von einer guten Tasse Tee bis zum Zusammenleben mit und lernen von Menschen. Ich nehme all die schönen Farben und Formen, Geräusche, Düfte und Rhythmen der Natur in mir auf und übersetze sie in meine Bilder und Zeichnungen.









