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Comeback


Er ist einer der bekanntesten britischen Modemacher. Nach elf Jahren Pause in der Kindermode lanciert Paul Smith jetzt seine neue Kollektion „Paul Smith Junior“.

Herr Smith, welche Eigenschaft haben Sie sich aus der Kindheit bewahrt?
Ich glaube, ich habe mir eine kindliche Betrachtungsweise auf das Leben erhalten. Das heißt neugierig zu sein, offen für Ideen und Neues. Kinder sind so frei und ich hoffe, ich bin auch noch so.

Wie würden Sie Ihren Modestil als Kind oder Teenager beschreiben?
Um ehrlich zu sein, meine Art mich zu kleiden war wirklich nicht modisch. Als Teenager habe ich simple Jeans von Levi´s getragen, oftmals mit einem Rollkragenpullover. An dass, was ich als Kind getragen habe, kann ich mich nicht mehr erinnern!

Haben Sie denn nicht schon in jungen Jahren angefangen fröhliche Farben und Muster zu kombinieren?
Wenn ich mir Familienfotos anschaue, war mein Lieblingskleidungsstück aus Strick Burgunderfarben, aber damals war ich nicht mutig genug Muster oder Farben zu mixen – ich habe mich sehr einfach angezogen.

Als Jugendlicher haben Sie in einem Bekleidungshaus gejobbt. Interessierten Sie sich schon immer für Mode und Kunst?
Als ich elf war, kaufte mein Vater, ein Amateurfotograf, mir eine Kamera und von da an begann ich zu fotografieren. Ich entwickelte die Bilder in unserer hauseigenen Dunkelkammer. So war die Kreativität mir immer nah. Oftmals hielt ich beim Radfahren an und fotografierte die Landschaft, die ich dann als Dekoration im Bekleidungshaus nutzte.

Zwischen 11 und 17 Jahren haben Sie hart trainiert um Radrennprofi zu werden. Wie schwer war es für Sie, nach Ihrem Fahrradunfall, sich von Ihrem großen Traum zu verabschieden?
Die Tatsache, dass ich nach meinem Fahrradunfall drei Monate im Krankenhaus lag, hat mir die Gelegenheit gegeben, ein bisschen Abstand zum Radsport zu bekommen. Und als ich die Welt der Kreativität für mich entdeckte, indem ich viele junge Studenten von der Kunsthochschule (Anm. d. Red. in Nottingham) traf, war der Übergang vom Sport zur Mode nicht so ein Schock. Glücklicherweise kombiniere ich heute beides ziemlich erfolgreich, denn ich fahre immer noch Rad.

Welche Künstler beeinflussten Sie am Anfang Ihrer Karriere?
Die Pop Art Szene war damals sehr weit verbreitet. Vielleicht kommen daher auch die leuchtenden  Farben in meiner Arbeit. Auch die Art und Weise wie die Künstler die Farben zusammenstellten beeinflusste mich - zum Beispiel Pink und Rot oder Grün und Blau, Farben die überraschen.
 
Gibt es eigentlich einen Unterschied beim Entwerfen für Erwachsene und Kinder?
Natürlich, die Materialien sollten sehr sanft für die Haut sein und man muss sorgfältig über die Formen und Proportionen nachdenken.

Von 1991 bis 1999 haben Sie bereits eine Kinderkollektion auf den Markt gebracht, diese dann, bis auf eine kleine T-Shirt Linie, wieder auf Eis gelegt. Warum haben Sie die Arbeit damals nicht fortgesetzt?
Damals überschnitt sich die Arbeit mit der Einführung der Damenkollektion kurz darauf. Meine Musterabteilung war überarbeitet und wir konnten mit der Nachfrage nicht nachkommen. Daher habe ich die Kinderkollektion verschoben, bis ich das Gefühl hatte, einen guten Job zu machen.
 
In Zusammenarbeit mit dem Global Player Groupe Zannier ist die neue Kinderlinie „Paul Smith Junior“ entstanden. Was war Ihre Inspiration dafür?
Die Idee war nicht zu modisch zu sein. Die Kleidung sollte Erwachsenen und Kindern gefallen.

An welches Kind haben Sie beim Entwerfen gedacht?
An Kinder, die Kinder sind! Keine kleinen Erwachsenen.

Ihre beiden Enkel haben Sie auch inspiriert. Wie gefallen ihnen die Styles?  
Ich habe sie gefragt, ob sie Lust hätten vorbeizukommen, um sich die Kollektion anzuschauen und ein paar Teile davon für den Winter auszusuchen. Ich war wirklich überrascht zu sehen, wie viel sie auswählten, es war wirklich aufregend.
 

Interview: Gorana Blagojevic
Portrait: Sandro Sodano
Regie (Videoclip): Alan Aboud & Sandro Sodano

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