Die Kids wissen selbstverständlich am besten, wann sie ins Bett gehören und wollen ihre Eltern voller Inbrunst davon überzeugen. Das Ergebnis: Endlose Diskussionen oder viel Ärger. Wir glauben: Das geht auch anders und haben wertvolle Tipps für euch.

Grundlegend halten wir schon mal fest: Wer zu viel Energie hat, will sich nicht ausruhen, sondern seine Energie wieder loswerden. Das kennen wir auch von uns selbst, wenn wir etwa unsere übliche Runde Joggen nicht wahrnehmen konnten. Genauso ist es auch bei den Kids, daher gilt: Gut ausgepowert ist nicht nur die nächtliche Ruhe nahe, sondern auch für die Fitness und Gesundheit eures Sprosses gesorgt! Also: raus auf den Spielplatz! Ab zum Sport! Los zum Waldspaziergang!
Darüber hinaus solltet ihr darauf achten, dass die Kids nicht durch übermäßigen Medienkonsum aufgekratzt sind. Wir sind absolut nicht der Meinung, dass Medieneinfluss per se etwas Schlechtes ist, dennoch ist der unkontrollierte Überfluss keine Option (wie mit so ziemlich allem im Leben).
Aber was ist zu viel? Welche Faktoren wirken sich hier auf die Kleinen aus? Wir haben uns zu dem Thema mit Regina Keller unterhalten. Mit ihrem Verlag „cleverkids“ beschäftigt sie sich gezielt mit der Produktion von geeignetem Medieninput für Kinder. Ihre Hörspiele beinhalten Traumsequenzen und sind gezielt auf die kognitiven Möglichkeiten von Kindern zugeschnitten. Sie hat uns fünf Tipps gegeben, wie das Zu Bett Gehen reibungsloser klappt.

hoerbuch
Unsere aktuellen Hörbuchtipps: „Turlututu“ aus dem cleverkidsverlag; „Erzähl mir ein Märchen, kleiner Mondbär“ aus dem Coppenrath Verlag; „Wie kleine Tiere schlafen gehen“ aus dem Oetinger Verlag

Entspannung heißt Ruhemodus
Grundsätzlich gilt, dass Lärm, Hektik und auch potentiell Angsteinflößendes zu vermeiden sind, wenn Kinder körperlich und mental abschalten sollen. Dies setzt voraus, dass sich die Eltern mit dem konkreten Medienkonsum ihrer Tochter oder ihres Sohnes auseinandersetzen. Was das eine Kind unberührt lässt, kann das sensible, ängstliche Kind verschrecken. Gezielt auswählen, was das Kind anschaut oder anhört kann hier helfen.

Sanft und ruhig statt grell und hell
Das LED-Licht von Handy, Computer oder Tablet ist nachgewiesen schlafstörend. Weil LED-Bildschirme einen zu hohen Anteil an blauem Licht ausstrahlen, interpretiert das Gehirn die Strahlen als Tageslicht – so erhält Selbiges den Hinweis, aktiv zu bleiben. Die abendliche Medienwahl sollte daher bei Kindern ohne die digitalen Geräte stattfinden: Das Vorlesen von Büchern mit ruhiger Stimme oder ein passendes Hörbuch sind eine gute Möglichkeit, die Ruhephase eures Sprosses einzuleiten.

Das richtige Umfeld schaffen
Eine kleine Fernseheinheit vor dem Zubettgehen ist nicht grundsätzlich falsch, sondern kann oft ein Abendritual für Kinder bedeuten und den bevorstehenden Schlaf mental vorbereiten. Die Dauer des Konsums und die konkrete Auswahl der Kindersendung sollten vorab bestimmt sein. Wichtig ist dabei, dass der Fernseher nicht im Kinderzimmer steht: Das Kinderbett sollte mit dem alleinigen Modus „Schlafen“ in Verbindung gebracht werden. Wird im Bett hingegen im Fernsehen gezappt oder das Tablet als Abspielmedium genutzt, wird das Kind keine Grenzen mehr für sich finden, wo Entspannung örtlich anfängt und aufhört.

Abendrituale: Und täglich grüßt das Murmeltier

Credit: Privat
Credit: Privat

Schön ist es, wenn ihr zusammen mit euren Kindern ein gemeinsames Abendritual kreiert. Vor allem am Abend befinden sich viele Kinder im Gedankenkarussel der Eindrücke, die über den Tag gesammelt wurden. Auch Sorgen oder Ängste können beim Einschlafen aufkommen und sich in Grübeleien verfestigen. Daher sind Bettgespräche mit einem Elternteil förderlich, um mögliche Konflikte zu besänftigen und den Tag zu beenden. Mit Aufmerksamkeit und Geduld funktionieren solche Gespräche natürlich am besten. Zusammen mit einer Kuscheleinheit und einer schönen Geschichte werden die Augenlider von alleine schwer und Spaß macht es auch noch!

Best Sleeping Buddy
Ob mit drei oder zehn Jahren: Ein Kuscheltier kann beim Einschlafen wahre Wunder bewirken. Die abendliche Trennung von den Eltern wird erleichtert, indem eine Art „Ersatzfigur“ erschaffen wird.

Na dann mal ab ins Bett, oder? Wir haben unserem Kuscheltier bereits den Schlanfanzug angezogen und das richtige Hörspiel ausgesucht. Und ihr?

Titelbild: istock.com/ peopleimages