Schon mit 3 Jahren können Kinder ohne Hilfe Fahrrad fahren. In diesem Alter können sie die nötigen Bewegungsabläufe bereits koordinieren. Trotzdem gilt das erste Fahrrad noch als Spielzeug, die Kinder nehmen nicht am regulären Straßenverkehr teil. Dennoch gilt es ein paar Dinge zu beachten.

Wie lernt mein Kind am besten Fahrrad fahren?

Ein Laufrad ist für Kinder die ideale Vorraussetzung zum Fahrradfahren, denn es lernt, die Balance zu halten und seine Geschwindigkeit einzuschätzen. Auch ein Roller gewöhnt Kinder früh an eine neue Form der Mobilität. Von einem Fahrrad mit Stützrädern wird mittlerweile abgeraten, denn sie vermitteln nur eine trügerische Sicherheit. Die Umstellung vom Laufrad auf das Fahrrad klappt in der Regel ganz flott.
Die ersten Fahrversuche können trotzdem noch etwas wackelig sein. Anschubsen statt anschieben ist dann die erfolgversprechende Methode, um euer Kind ans Fahrradfahren zu gewöhnen. Denn so wird es eher zum pedalieren motiviert. Dass euer Kind ab und zu hinfällt, ist dabei überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil – so lernt es auch da, sich richtig zu verhalten und es erfährt, wo seine eigenen Grenzen liegen.

Für die ersten Übungen bieten sich Schonräume an. Plätze ohne Verkehr also, wie Parks oder leere Parkplätze.

Wie erkenne ich, ob mein Kind reif genug ist für den Straßenverkehr?

Es ist ratsam, erst auf ein Fahrrad umzusteigen, wenn euer Kind sich wirklich auf bestimmte Regeln einlassen kann.
Denn während man neben einem Laufrad als Erwachsener noch zu Fuß mithalten kann, ist das mit einem fahrradfahrenden Kind schon schwieriger. Bis euer Kind 8 Jahre alt ist, muss es zwar ohnehin auf dem Gehweg bleiben, danach sind zwei weitere Jahre optional. Aber auch dort muß es z. Bsp. an Kreuzungen anhalten und auf andere Mitmenschen achten.  Schon bevor ihr mit dem Laufrad auf dem Gehweg unterwegs sein wollt, solltet ihr euch fragen, ob euer Kind…

  • auf eventuelle Zurufe von euch reagiert
  • schnell anhalten kann
  • sich an Abmachungen hält. Ihr müsst euch darauf verlassen können, das es zum Beispiel an einer Kreuzung wirklich stoppt.

Wenn ihr dann auf das Fahrrad wechselt, und weitere Strecken und auch unbekannte Wege erkundet, sollte euer Kind…

  • bestimmte Gefahrensituationen erkennen können und wissen, wie es sich richtig verhalten muss.
  • aufmerksam sein und sich im Verkehr nicht zu leicht ablenken lassen.

Eins dürft ihr nicht vergessen: schon alleine durch ihre Größe und ihre körperlichen Voraussetzungen können Kinder einfach nicht das gleiche im Verkehr leisten wie Erwachsene. Viele Situationen sind für sie nicht gut überschaubar, oft versperren Autos die Sicht. Die Rechts-Links-Koordination ist bei Kindern noch nicht genug ausgeprägt, und ihr Blickfeld sowie das Richtungshören sind eingeschränkt.
Außerdem handeln Kinder “ich-bezogen”. Sie gehen davon aus, daß alle um sie herum das gleiche sehen und können wie sie selber. Sie können sich noch nicht in andere reinversetzen und zum Beispiel den Bremsweg eines Autos einschätzen.
Es ist also wichtig, drauf zu achten, welche Wege ihr mit eurem Kind nehmt. Verschiedene Situationen einfach immer wieder üben!