Zeit für Abenteuer! In unseren Lesetipps geht es diesmal um tapfere Muskeltiere, um einen seltsamen Besuch, eine Mutmach-Liste und eine Geschichte über einen frechen Affen…

Krause_UDie_Muskeltiere_03_174703Die Muskeltiere und Madame Roquefort

Ein Brand in einem Nachbarhaus bringt das Leben der vier kleinen Muskeltiere ganz schön durcheinander. Tapfer retten sie die charmante Mäusedame Madame Roquefort. Doch in der Zeit in der die verletzte Besucher-Maus zusammen mit den Muskeltieren in der gemütlichen Höhle unter dem Feinkostladen wohnt, gerät die Freundschaft der vier ganz schön ins Wanken. Vor allem der gemütliche Picandou verändert sich sehr und hat plötzlich nur noch Augen für die hübsche Madame Roquefort. Die Ratte Josephine Gruyere sieht das mit Skepsis und Misstrauen. Und tatsächlich: Sie soll recht behalten. Madama Roquefort ist nicht die, die sie vorgibt zu sein und bringt die Muskeltiere in arge Schwierigkeiten.
Hamster Bertram von Backenbart, die Mäuse Pomme de Terre und Picandou und Rattendame Josephine Gruyere erleben bereits ihr drittes gemeinsames Abenteuer. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet, die Geschichte ebenso spannend wie die beiden vorherigen Bände. Die Serie darf also ruhig noch ein paar Folgen mehr bekommen.
Von Ute Krause, erschienen bei cbj für 14,99 Euro.

Pipi, der kleine rosarote Affe

u1_pipi-der-kleine-rosarote-affe_cmyk Carlo Collodi kennen wir alle als Erfinder und Autor von Pinocchio. Gleich nach diesem Buch schrieb Collodi die Geschichte des kleinen Affen Pipi. Auch diese Hauptfigur zeichnet sich vor allem durch Ungehorsam und einen Hang zum Schwindeln aus. Und wie Pinocchio erlebt der kleine rosarote Affe die unglaublichsten Abenteuer. Er begegnet unter anderem einem furchteinflößenden Räuberhauptmann und einem türkisfarbenen Kaninchen. Illustrationen von Axel Scheffler („Grüffelo“) übersetzen die Figur des kleinen Pipi in die Jetztzeit. Jedoch hat der Klassiker alles, was ein gutes, phantasievolles Kinderbuch braucht – und ist längst nicht so gruselig wie die Geschichte von Pinocchio stellenweise ist.
Von Carlo Collodi mit Illustrationen von Axel Scheffler, erschienen bei Jacoby & Stuart für 13 Euro. 

Otto und der keine Herr Knorff

Schomburg_AHerr_Knorff_01_v3_172281Besuch ist ja eine schönes Sache, aber wenn der Gast einen Ordnungswahn hat, dann wird es kompliziert. Der kleine Herr Knorff ist eigentlich so froh, endlich das wilde Knorffien verlassen zu können. Dort ist Unordnung ein Lebensprinzip und alle sind ruppig zueinander. Bei den Menschen muss doch alles viel besser und schöner sein, denkt Herr Knorff. Doch er landet bei Otto – ausgerechnet. Dessen Familie ist schön chaotisch. Otto ist über den Gast gar nicht verwundert, aber sehr genervt. Es dauert eine ganze Weile, bis die beiden erkennen, dass sie sich doch gegenseitig helfen können.
Die Idee des Buches einen Besucher aus einer anderen Welt zu empfangen ist nicht neu, birgt aber eigentlich immer Stoff für witzige Situationen. Doch die Figur des Herrn Knorff bleibt etwas holzschnittartig. Soll man den kleinen Mann nun mögen oder doch zu spießig finden? Auch der Erzählfluss könnte stellenweise ein wenig mehr Fahrt aufnehmen. Da das Buch als Reihe gedacht ist, kommt das vielleicht noch in den Folgebänden.
Von Andrea Schomburg mit Illustrationen von Stefanie Reich, erschienen bei cbj für 9,99 Euro.

Wolfrum_Spitzer_25493_MR.inddLeon zeigt Zähne

Leon ist gar nicht wie sein Name. Der bedeutet „Löwe“, aber Leon fühlt sich meist wie eine Maus. Er kann einfach nicht anders, er steht lieber in der zweiten Reihe. Klar möchte er gern mit den anderen in der Pause Fußball spielen, aber er traut sich nicht. Ständig schnappen ihm die anderen die besten Chancen vor der Nase weg, nur weil er lange braucht bis er einmal etwas sagt – wenn er überhaupt einmal etwas sagt. Leon spürt: Das muss sich ändern. Sein Leben muss sich ändern. Eine Zeitschrift von Oma hat genau den richtigen Tipp für ihn: „Mit gezieltem Training den Charakter verändern!“. Genau das ist es! Und weil Papa fast genauso schüchtern ist wie Leon, machen sie zusammen gleich eine Liste mit Vater-Sohn-Mutproben. Zusammen geht es schließlich viel leichter…
Ein witziges und unterhaltsames Vorlese oder Lesebuch für Kinder zwischen sieben und neun Jahren. Auch wer nicht ganz so schüchtern ist wie Leon, wird doch einige Situationen aus dem Alltag und aus der Schule kennen. Schließlich hat jeder einmal Angst, sich etwas zu trauen. Auch Erwachsene, wie man an Leons Papa sieht.
Von Silke Wolfrum mit Illustrationen von Katja Spitzer, erschienen im Hanser Verlag für 12 Euro. 

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