Wisst ihr  noch, womit ihr in eurer Kindheit am liebsten gespielt habt? Uns ist das nach ein wenig Recherche wieder eingefallen. Und nachdem wir in nostalgischer Freude geschwelt haben, fragen wir uns jetzt: Wer von euch kennt noch die Keypers?

Der Kaufladen

Ich war etwa drei Jahre alt, als ich einen Kaufladen geschenkt bekam. Von da an waren Lieblingsstofftier und Puppen erst mal abgeschrieben. Ich liebte es, die vielen kleinen Päckchen in die kaufladenRegale einzusortieren, mir Preise zu überlegen und dann hinter dem Tresen zu stehen und Kunden zu empfangen. Zum Einkaufen kam immer meine beste Freundin vorbei, meine Schwester war leider zu klein zum Mitspielen. Sie ist zwei Jahre jünger und hatte richtig Spaß, sich am Kaufladen hochzuziehen und die Regale auszuräumen, aber das störte natürlich das ernsthafte Spiel der „Großen“. Schließlich wurden hier wichtige Geschäfte gemacht. Meine liebsten Produkte waren zwischen den ganzen Pappschächtelchen die winzigen Maggi-Fläschchen. Die waren aus Glas und – Achtung – mit echtem Maggi befüllt. Klar, dass wir die ausgetrunken haben. Schmeckte zwar nicht, aber das interessierte uns reichlich wenig. Schade war nur, dass meine Eltern es nicht einsahen, Nachschub zu besorgen. So musste ich die leeren Maggi-Flaschen verkaufen.

Mein damaliges Verkaufstalent lässt aber nicht auf spätere Berufswünsche schließen. Für Einzelhandel oder BWL-Studium war zu Abizeiten das Interesse am Verkaufen nicht mehr groß genug.

von: Rebekka Rein

Adrenalin pur!

It’s getting dangerous – als Kind der 90er und bekennender Fan von Gänsehaut-Formaten wie »X-Factor« oder »The Crocodil Hunter« suchte ich als Kind des Dorfes – wo bekanntlich mehr Langeweile denn Abenteurer herrscht – früh die Gefahr. Der kleine grüne Plastikfreund kam zu öden Zeiten gerade recht. Wenn sämtliche Spielkameraden eine Autofahrt entfernt lagen, und es darum ging, sich auch mal selbst zu beschäftigen, holte ich mein Krokodil unter dem Bett hervor.

Krokodil

Beim Spieleklassiker »Kroko Doc«  waren schnelle Reaktionen gefragt, um herauszufinden, welcher Zahn dem Krokodil Schmerzen bereitet. Zahn für Zahn wurde gedrückt. Hält das Krokodil still? Glück gehabt. Erwischt man den kranken Zahn, schnappt es blitzschnell zu! Ein Spiel, das für ziemlich viel Hysterie und Schreierei im Kinderzimmer sorgte. Und an ganz abenteuerlichen Tagen? Wagte ich hin und wieder auch mal den Kopf in das Maul des gefährlichen Reptils zu legen – mutig wie ich war …

von: Steffi Baumgärtner.

Keypers

 

003 „Oh – guck mal, ein Döschen für dich!“ Heute zieht mich mein Mann gerne auf mit meiner Vorliebe für kleine Schachteln und Dosen. Wenn kleine Sachen irgendwo genau rein passen, schlägt mein Herz einfach höher. Meine Schmuckkiste ist gefüllt mit Schachteln, in denen sich wiederum noch kleinere Schachteln befinden, in denen sich dann tatsächlich auch mal ein Schmuckstück versteckt. Schon in meiner Kindheit haben mich deshalb die Keypers total entzückt. Ein pastellfarbenes Tier, dass mit einem Geheimfach aufwartet? Mit passendem Mini-Schlüssel UND kämmbaren Haaren? Was genau soll man daran bitte nicht toll finden? Wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dem sei gesagt, dass es zu jedem dieser Tiere auch noch einen kleinen Sidekick gab, Hipster-Brille inklusive. Dies war der „Finder“, der mit dem Keypers reiste und die Schätze fand, die man im Geheimfach des Keypers verstauen konnte.

von: Fenke Gabriel-Schwan

Die Barbiepuppe

Bei meiner Oma in der Vitrine stand eine dieser Vintage-Barbies. Sie trug ein selbst gehäkeltes rosa Kleid und durfte nicht angefasst werden. Für meine Cousine und mich war sie dadurch natürlich erst Recht das Objekt der Begierde.
Ich habe also gebettelt und genervt und hatte letztendlich 002mindestens zehn eigene Barbies. Sie waren Meerjungfrauen, Prinzessinnen oder Sängerinnen. Tierarztbarbie? So ein Quatsch! Meine Barbies hatten Traumberufungen, die nichts mit der Realität zu tun hatten. Ich habe als Kind auch sämtliche Disney-Filme angesehen – Aschenputtel, Arielle und wie sie alle heißen.

Man merkt: Meine Eltern haben sich wenig Gedanken um Feminismus oder Frauenrollen gemacht. Mit der Thematik habe ich mich dennoch kritisch auseinandergesetzt – spätestens als ich in der Pubertät war. Trotz Barbies und Disney-Heldinnen habe ich nie auf die Rettung durch einen Traumprinzen gewartet oder mich dem Körperkult verschrieben. Rosa Lidschatten hatte ich in einer geschmacksverirrten Phase mit 14 Jahren aber schon – genau wie alle meine Freundinnen. Da waren die Barbies für mich natürlich passé… wobei ich zugeben muss, dass meine Augen bei Rosa und Glitzer auch heute noch anfangen zu leuchten.

von: Silvia Silko

 

Von Deku-Staäden und Goronen

„Das gibt viereckige Augen!“, pflegte meine Mutter immer zu sagen und irgendwie schwang immer ein besorgter Unterton mit, als würde sie das wirklich glauben, wenn ich mal wieder völlig faziniert auf die Spielkonsole meines Onkels starrte. Der besaß damals noch den ganz alten Super Nintendo und es sollte noch einige Jahre dauern, bis meine Großeltern mir ganz heimlich nintendomeine eigene Spielkonsole zu Weihnachten schenkten: Der Nintendo 64. Meine Mutter war alles andere als begeistert aber nun „war das Ding ja nun mal da.“ Und dieses „Ding“ rettete mich durch so einige verregnete Nachmittage. Da ich nie einen eigenen Fernseher besaß hatte ich festgelegte Zeiten an denen ich unter Aufsicht im Wohnzimmer spielen durfte. Und siehe da, plötzlich hörte ich wie meine Mutter sich hinter mir aufs Sofa setzte und ganz unvermittelt sagte: „Meinst du nicht, du solltest versuchen dem Affen zu folgen? Vielleicht bringt der dich in den Deku Palast?“

Mein liebstes Spiel von mir und meiner Mutter war damals unangefochten „The Legend of Zelda: Majoras Mask“. Natürlich hab ich auch „Ocarina of Time“ gespielt, aber im Ernst nichts konnte an den Gruselfaktor mithalten, eine Stadt vor einem gefräßigen Mond zu retten. Meine Mutter fand das übrigens auch. Auch wenn Sie es bis heute nicht schafft Epona wirklich sicher durch die Steppen zu steuern.

von: Alexandra Brechlin