Am 29. Mai 2017 ist der 100. Geburtstag von John F. Kennedy. Ein Bilderbuch zeigt, wie er die Geschichte der gesamten Menschheit geprägt hat und bietet gleichzeitig eine gute Gelegenheit mit den Kids über Chancengleichheit und den Wert von Bürgerrechten zu diskutieren.

Das Raumfahrtprogramm und das Friedenscorps sind Errungenschaften, die John F. Kennedy während seiner Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten erreicht hat. Aber auch sein Einsatz für faire Arbeitsbedingungen und gegen Diskriminierung haben das Land entscheidend verändert.

„Diese Nation wird … erst dann in jeglicher Hinsicht frei sein, wenn diese Freheit für alle Bürger dieser Nation gilt“, erklärt er in einer Rede und bereitet damit den Weg zum Civil Rights Act von 1964. In diesem Bürgerrechtsgesetz wurde die Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund der Hautfarbe in den USA für illegal erklärt. Damit wurde endlich auch die Grundlage für Integration an Schulen und in der Öffentlichkeit geschaffen.

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An all das erinnert das Bilderbuch von Shana Corey. Sie zeigt einen für junge Leser verständlichen Zusammenhang zwischen der Präsidentschaft von John F. Kennedy und der Bürgerrechtsbewegung in den USA, erinnert an den historischen Marsch nach Washington, an dem 250 000 Menschen teilnahmen und an die berühmte Rede von Martin Luther King „Ich habe einen Traum“.

Im Buch werden natürlich auch wichtige Stationen von Kennedys Leben nacherzählt. Seine behütete Kindheit in einer großen, wohlhabenden Familie. Sein Wunsch, Journalist zu werden, den er mit dem Tod seines älteren Bruders Joe aufgeben muss. Denn sein Vater will nun, dass stattdessen John eine politische Karriere anstrebt, die der ganzen Familie zu Ruhm und Ehre verhilft. Und natürlich seine Ehe mit Jackie Kennedy.

John F. Kennedy kandidiert, wie es sein Vater für ihn vorgesehen hat, für das s Repräsentatenhaus und wird gewählt. Nach sechs Jahren als Kongressabgeordneter wird er in den Senat gewählt.

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Der junge Politiker ist beliebt und lernt als Senator sein rhetorisches Talent weiter auszubauen. Am 2. Januar 1960 gibt er seine Kandidatur für die Präsidentschaft bekannt und ist damit einer der jüngsten Anwärter auf das Amt in der Geschichte Amerikas. Als er die Wahl tatsächlich gewinnt, ist das nicht nur für die USA eine Sensation. Vor allem Schwarze haben für Kennedy gestimmt, denn sie hoffen, dass der 35. Präsident der USA endlich die von ihnen ersehnte Veränderung bringt.

Shana Corey legt den Schwerpunkt ihres Buches bewusst auf Kennedys Verhältnis zur Bürgerrechtsbewegung. So gibt „John F. Kennedy. Zeit zu handeln“ nicht nur einen ersten Einblick in das Leben des legendären Politikers und des damaligen Zeitgeschehens, es ist auch eine wunderbare Möglichkeit die Kinder für die Themen Diskriminierung und Bürgerrechte zu sensibilisieren.

Die junge Generation nimmt demokratische Rechte als selbstverständlich hin. Doch schon Grundschüler kann man mit der Tatsache verblüffen, wie hart für Bürgerrechte gerungen werden musste und wie kurz die Zeitspanne ist, seit der sie tatsächlich gesetzlich festgeschrieben sind.

Den Appell der Autorin sollte man jungen Lesern nicht nur zum Gedenken des 100. Geburtstags von John F. Kennedy ans Herz legen: „Die Geschichte besteht nicht nur aus Worten, die in Büchern stehen. Sie verändert sich – wir verändern sie jeden Tag.“

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John F. Kennedy. Zeit zu handeln von Shana Corey mit Illustrationen von R. Gregory Christie, erschienen im Nord Süd Verlag für 18,00 Euro

Bilder: Illustrationen von R. Gregory Christie aus dem Buch „John F. Kennedy. Zeit zu handeln“, Nord Süd 2017