Ob Schwimmbad oder Meer – die meisten Kinder lieben das Wasser. Darin kann man spielen und sich wunderbar abkühlen. Doch für immer mehr Kinder ist das Planschen im Wasser nur mit Schwimmhilfe möglich. Damit der Besuch im Freibad oder am Strand für Groß und Klein entspannt ist, ist es wichtig, dass Kinder schwimmen lernen. Wir haben ein paar Tipps, wie ihr es euren Kindern beibringen könnt.

Wie eine Studie der DLRG zeigt, kann mehr als die Hälfte der Grundschüler nicht richtig schwimmen. Als sicherer Schwimmer gilt nur, wer den Freischwimmer hat. Dafür muss man innerhalb von 15 Minuten mindestens 200 Meter schwimmen. Das Seepferdchen-Abzeichen haben zwar rund 77 Prozent der Grundschüler, das besagt aber nur, dass das Kind sich auf einer Strecke von 25 Metern über Wasser halten kann. Schuld an den rückläufigen Zahl der Schwimmer sind zu wenig oder ganz ausfallende Schwimmkurse in der Grundschule. Dies liegt auch daran, dass immer mehr Hallenbäder schließen, sodass viele Schulen gar kein Schwimmbad in der Nähe haben.

Kindern das Schwimmen beibringen

Da immer weniger darauf Verlass ist, dass Kinder in der Schule das Schwimmen lernen, ist es  wichtig, dass Eltern sich dem Thema annehmen. Bereits im Säuglingsalter können sie mit dem Nachwuchs zum Babyschwimmen gehen und ihn so ans Wasser gewöhnen. In den ersten Jahren geht es natürlich nicht ums Schwimmen, sondern lediglich darum, die Scheu zu verlieren und Spaß im Wasser zu haben. Ab dem Alter von fünf oder sechs Jahren sind die Kids dann so weit, das Schwimmen zu lernen. Es gibt spezielle Schwimmkurse, zu denen ihr die Kids anmelden könnt. Seid ihr selbst sichere Schwimmer, könnt ihr es den Kleinen auch selbst beibringen. Hier haben wir ein paar Tipps dazu.

Schwimmen lernen ohne Druck

Oberstes Gebot ist, dass Eltern viel Geduld mitbringen, wenn sie ihren Kindern das Schwimmen beibringen. Das Schwimmen lernen dauert lange. Auf keinen Fall dürft ihr ein wasserscheues Kind drängen. Negative Erfahrungen vergessen die Kinder so schnell nicht. Wenn ihr ein ängstliches Kind habt, geht mit gutem Beispiel voran. Zeigt, wie viel Spaß man im Wasser haben kann und dass es nicht schlimm ist, wenn man mal untertaucht.

Spielerisch schwimmen lernen

Am Anfang könnt ihr Spielzeuge wie Bälle, Schiffchen oder eine Frisbeescheibe mit ins Wasser nehmen. Damit kann das Kind – im flachen Wasser sitzend, die Eigenschaften des Wassers austesten. Auch wenn das Kind die Schwimmbewegungen schon beherrscht, könnt ihr seine Motivation spielerisch steigern. Lasst das Kind zum Beispiel zwischen euch und eurem Partner hin und her schwimmen – und vergrößert dann den Abstand Stück für Stück. Bevor es ans Schwimmen lernen geht, sollte sich das Kind erst mal im Wasser austoben, vom Beckenrand springen, sich auf dem Rücken treiben lassen. So lernt es sich im Wasser wohl zu fühlen. Ermuntert das Kind schon früh, erste Tauchversuche zu starten. So bricht nicht gleich Panik aus, wenn es beim Schwimmen mal kurz untertaucht.

Kind mit Schwimmflügeln
Kleine Superhelden: Mit den richtigen Schwimmhilfen lernen Kinder das Schwimmen schnell (Foto: Zoggs)

Erste Übungen für Schwimmanfänger

Viel Spaß haben die Kids, wenn sie auf dem Rücken auf dem Wasser liegen und ihr haltet ihren Kopf in euren Händen. Dann geht ihr rückwärts und zieht das Kind durchs Wasser. Dabei können sie sich mal lang strecken, mal wild strampeln. Für mehr Action sorgt ihr, wenn ihr Kurven einbaut. Umgekehrt funktioniert die Übung auch super: Das Kind legt sich mit dem Bauch auf ein Schwimmbrett, ihr packt es an den Füßen und schiebt es dann vorwärts so schnell es geht durchs Wasser. So lernt das Kind Körperspannung.

Die richtige Technik beim Schwimmen

Um das Brustschwimmen zu beherrschen, muss das Kind motorisch so geschickt sein, dass die Koordination zwischen Armen und Beinen gut funktioniert. Beginnt das Schwimmtraining am besten mit der Beinarbeit. Macht die Bewegungen vor und anschließend mit dem Kind Trockenübungen am Beckenrand. Anschließend geht es ins Wasser: Das Kind hält sich mit ausgestreckten Armen am Beckenrand fest und übt die Beinbewegungen. Ihr könnt auch die Beine führen. Anfangs ist es hilfreich, wenn sich ein Schwimmbrett oder ähnliches für den Auftrieb unter dem Bauch des Kindes befindet. Das gibt Sicherheit. Sobald das Kind den Bewegungsablauf verinnerlicht hat, kann es – auf einem Schwimmbrett liegend – die ersten Bahnen ziehen. Die Technik für die Arme lernen die Kids leichter. Diese könnt ihr im niedrigen Wasser üben, das dem Kind bis zu den Schultern reicht. Am längsten dauert es anschließend, das Zusammenspiel von Armen und Beinen in den Griff zu bekommen. Hier ist viel Geduld gefragt.

Geeignete Hilfsmittel zum Schwimmen lernen

Beim Schwimmen lernen können Poolnudeln, Schwimmkissen oder ein Schwimmgurt unterstützend zum Einsatz kommen. Damit lassen sich die Beinbewegungen gut üben. Schwimmflügel hingegen können den Lernprozess behindern. Für alle Schwimmhilfen gilt: Lasst eure Kinder nie unbeobachtet mit ihnen im Wasser, sie geben alle keinen zuverlässigen Schutz vor dem Ertrinken. Sie sind lediglich Auftriebsmittel, die Sicherheit vermitteln, die aber auch trügerisch sein kann.

 

Fotos: Zoggs / PR