Endlich windelfrei: Das ist ein Meilenstein in der Entwicklung eines Kindes, den die Eltern sehr herbeisehnen. Dennoch solltet ihr das Töpfchen-Training langsam und ohne Druck angehen. Wir haben Tipps, wie die Windelentwöhnung für alle Beteiligten stressfrei gelingen kann.

Den richtigen Zeitpunkt erkennen

Wie auch beim Sprechen und Laufen lernen gilt: Jedes Kind folgt seinem individuellen Tempo, es gibt keinen Grund zur Beunruhigung, wenn es länger dauert. Experten nennen das Alter von 2 Jahren als groben Richtwert, ab wann ein Töpfchen zum Einsatz kommen kann. Dann ist der Nerven- und Muskelkontrollapparat der Kids langsam so ausgeprägt, dass sie erstens erkennen, wann sie „müssen“ und es zweitens einhalten können, bis sie auf dem Töpfchen sitzen. Wirklich zuverlässig funktioniert das aber meist erst im Alter von vier Jahren. Wann das Kind bereit ist, trocken zu werden, erkennt ihr an verschiedenen Signalen. Wenn das Kind sich an die Windel fasst,  auf die Toilette zeigt oder unruhig wird, könnt ihr mit dem Töpfchen-Training beginnen. Mit 2 Jahren ist die Sprachentwicklung der Kleinen auch so weit fortgeschritten, dass sie mitteilen können, wenn sie zur Toilette müssen.

Gelassen bleiben

Das ist im Prinzip die wichtigste Regel: Seht das ganze locker und geht die Sache unverkrampft an. Ihr könnt euch darauf einstellen, dass es mehrere Monate dauert, bis das Kind – zumindest tagsüber – keine Windel mehr braucht. Wenn ihr meint, euer Spross ist bereit für das Töpfchen-Training, setzt es regelmäßig darauf, immer dann wenn ihr vermutet, dass die Blase voll ist. Seid aber nicht enttäuscht, wenn dann nichts kommt. Erledigt das Kind sein Geschäft, ist natürlich Lob angesagt. Will das Kleine nicht sitzen bleiben, zwingt es nicht. Indem ihr Druck ausübt und den Toilettengang zu einem großen Thema macht, verängstigt ihr das Kind nur. Wenn es sich weigert, räumt das Töpfchen lieber noch mal für ein paar Monate weg. Ihr müsst auch damit rechnen, dass es Rückschläge gibt. Fast jedem passiert mal ein Malheur und dann heißt es: gelassen reagieren und bitte nicht schimpfen.

Geeignete Hilfsmittel fürs Töpfchen-Training

Ihr habt die Wahl zwischen Töpfchen und Toilettenaufsätzen. Egal wofür ihr euch entscheidet: Das Hilfsmittel muss sicher und stabil sein, damit der Nachwuchs es alleine benutzen kann, ohne runterzufallen oder es umzukippen. Für den Toilettensitz braucht das Kind einen trittfesten Schemel oder eine kleine Treppe. Wählt ihr ein Töpfchen in Tier- oder Autoform, erhöht es die Chance, dass es gerne aufgesucht wird. Zur Unterstützung und Erklärung des Toilettengangs gibt es auch Bilderbücher oder kleine Videos.

Erst am Tag, dann in der Nacht

Auch wenn die Kleinen tagsüber trocken sind, brauchen sie nachts oft noch monate- oder jahrelang eine Windel. Sie wachen einfach nicht auf, wenn sie zur Toilette müssen. Das Kind nachts zu wecken macht aber keinen Sinn, das verunsichert nur. Hier ist wieder Geduld gefragt. Das nächtliche Trockenwerden kann bis ins Vorschulalter dauern, ohne dass ihr euch Sorgen machen müsst. Irgendwann wird die Windel trocken bleiben. Wenn dies etwa zwei Wochen lang der Fall ist, könnt ihr sie weglassen. Am besten legt ihr dann zwischen Matratze und Bettlaken eine wasserdichte Unterlage, falls es doch noch mal einen nächtlichen Unfall gibt. Und: die Kids unbedingt vor dem zu Bett bringen noch mal an den Toilettengang erinnern.

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