Der aktuelle Hype um die Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ offenbart, wie aktuell das Thema „Mobbing“ ist. Was Eltern Betroffener machen können, verraten wir euch hier

Im Bestseller und der darauf beruhenden Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ (englischer Titel „13 Reasons Why“) sind es 13 Gründe, die Hannah Baker in den Suizid treiben. Die Schülerin ist Mobbing-Opfer und weiß am Ende keinen Ausweg mehr, als ihrem Leben ein Ende zu setzen. Die Serie zeigt das Leben Hannahs in Rückblenden und Erinnerungen ihrer MitschülerInnen und beschäftigt sich auch mit denjenigen, die sie zurücklässt. Hannah nimmt Kassetten auf, die sie vor ihrem Tod an ihre Widersacher schickt und die entlarven, wer konkret am Freitod der jungen Schülerin schuld ist.

Die amerikanische Serie schlug hohe Wellen. Nicht nur wegen der spannenden Machart, sondern auch wegen des brisanten Themas. Da die Hauptdarstellerin zu Beginn der Serie bereits nicht mehr am Leben ist und alle Erzählstränge der Serie im Suizid Hannahs münden müssen, ist die Serie natürlich entsprechend hoffnungslos und psychisch durchaus eine Herausforderung. Kein Wunder, dass sie erst ab 18 Jahren freigegeben worden ist und von sanften Gemütern besser gemieden werden sollte.

Was jedoch, neben der ganzen Spannung und der wirklich guten JungschauspielerInnen deutlich wird, ist dass Mobbing nach wie vor ein wichtiges Thema ist. Im aktuellen Heft der Luna unterhalten wir uns mit zwei Expertinnen über das Thema: Schulpsychologin Anja Niebuhr und Konfliktberaterin Dr. Susanne Buld sprechen mit uns darüber, was „Mobbing“ eigentlich bedeutet. Das ist nicht unerheblich, denn eine konkrete und alpgemeingültige Definition des Begriffes gibt es immer noch nicht. Allerdings gibt es Anzeichen und Verhaltensweisen, mit denen die Eltern ihren Kids beistehen oder Mobbing erkennen können:

  1. Aufmerksam sein: Klar, unter Kindern gibt es häufiger mal Streitereien. Diese müssen Eltern nicht grundsätzlich übertrieben ernst nehmen. Aber wenn die Tochter oder der Sohn häufig davon berichten, dass jemand ihnen in der Schule Leid antut, sollte nachgehakt werden: Sind es immer dieselben TäterInnen? Gibt es eine Systematik dahinter?
  2. Sobald der dringende Verdacht besteht, dass der Spross in der Schule häufig gehänselt wird oder ein gröberer Konflikt besteht, sollte gesprochen werden. Nicht nur Eltern und Kind sollten sich in Ruhe unterhalten, auch das Lehrpersonal sollte hinzugezogen werden. Manchmal sind schon Gespräche zwischen den beiden streitenden Parteien erfolgsversprechend. Wichtig ist, dass alle Beteiligten hierbei ernst genommen werden.
  3. An vielen Schulen kümmert sich ein Team von KonfliktlöserInnen um Streitereien der Kids untereinander. Die KonfliktlöserInnen kennen gängige Möglichkeiten fruchtbarer Kommunikation und sollten hinzugezogen werden. Hiermit ist schon ein erster Schritt aufeinander zu gegeben.
  4. Mobbing kann auch von Lehrern oder Lehrerinnen ausgehen. Falls der Verdacht besteht, dass dies bei den eigenen Kindern der Fall ist, sollte ebenfalls das Gespräch gesucht werden. Wichtig ist hierbei, dass nicht kopflos Vorwürfe ausgesprochen werden, sondern nüchtern und ernsthaft miteinander kommuniziert wird.

In der Luna 64 gehen wir noch weiter auf das Thema ein, erklären, welche Arten von Mobbing es gibt und wie Expertinnen damit umgehen.

Weitere Themen des Hefts gibt es hier.

Titelbild: Netflix Original Series