Mit gerade mal 28 Jahren gehört Frederick Lau schon zur A-Liga der deutschen Schauspieler. Der sympathische Berliner, der mit seiner Frau Annika und den beiden Kindern in der Hauptstadt wohnt und zuletzt mit dem Film „Simpel“ im Kino zu sehen war, hat mit uns über den Helden seiner Kindheit gesprochen: Wayne Gretzky.

Wayne Gretzky Eishockey
Wayne Gretzky: Stark auf dem Eis (Foto: Getty Images)

Wayne Gretzky mit der Rückennummer 99 war der Held meiner Kindheit. Gretzky war einfach der ultimative Eishockeyspieler und ich fand ihn total cool. Wobei Gretzky wahrscheinlich für jeden Eishockeyfan der Held war. Ich habe, seit ich drei Jahre alt war, Eishockey gespielt und den Amerikaner bewundert, weil er einfach der Allerbeste war.

Dabei haben mich nicht nur seine sportlichen Leistungen beeindruckt, sondern auch die Art, wie er damit umgegangen ist. Der Mann hatte einfach Charakter und war ein echter Typ, gleichzeitig war er aber total unauffällig und ruhig. Er wusste einfach um sein Können und musste sich gar nicht weiter darstellen oder Aufheben um sein Talent machen.

„Ich bin gerne privat, habe Ruhe und liebe es, Zeit mit meiner Familie zu verbringen“

Da Gretzky in Amerika gespielt hat, habe ich ihn nie live gesehen oder getroffen – wobei ich ihn auch niemals nach einem Autogramm gefragt hätte, so was fand ich damals schon albern. Wenn ich heute nach einem Autogramm gefragt werde, wundere ich mich darüber, warum jemand meine Unterschrift irgendwo haben möchte. Selfies finde ich da netter: Da hat man ja wirklich einen gemeinsamen Moment eingefangen. Grundsätzlich bin ich aber gar nicht so der Typ für große, öffentliche Auftritte. Ich bin gerne privat, habe meine Ruhe und liebe es, mit meiner Familie Zeit zu verbringen.

Frederick Lau David Kross Simpel
Frederick Lau (l.) und sein Kollege David Kross im Film „Simpel“ (Foto: Universum Film)

Aber ich brauche diese Art der Öffentlichkeit auch gar nicht, ich möchte lieber, dass meine Filme für mich sprechen. „Simpel“ ( der letzte Kinofilm mit Frederick Lau, Anm. d. Red.) ist dafür ein gutes Beispiel: Es war durchaus eine Herausforderung, diesen problembeladenen Helden zu spielen, der alles daransetzt, sich und seinen behinderten Bruder zu retten. Dabei gehen die beiden auf eine Reise, nach der alles anders sein wird. Ich finde, die Stärke des Films ist die Offenheit der Protagonisten.

Vor allem hier in Deutschland sind wir Menschen häufig wahnsinnig verschlossen. Meiner Meinung nach bräuchten wir etwas mehr Herz und Wärme. Ich würde mich total freuen, wenn „Simpel“ die Zuschauer genau an diesem Punkt berührt und vielleicht ein bisschen zum Nachdenken anregt.

Normale Typen mit Talent

Das hoffe ich allerdings bei jedem meiner Filme. Wir Schauspieler erzählen Geschichten, die uns selbst beschäftigen, und versuchen, andere damit anzustecken.

Übrigens sind mir bei meinen Schauspielkollegen auch diejenigen am liebsten, die einfach normale Typen sind und um ihr Talent wissen – ohne große Show. Mit denen arbeitet es sich auch am besten und sie beeindrucken einen durch ihr Können. So wie damals Wayne Gretzky, der einfach selber wusste, dass er der Beste von allen ist, und dabei dennoch sympathisch war.

Ihr habt Lust auf Kino? Wir haben tolle Filmtipps und ein schönes Interview mit Karoline Herfurth für euch, die über ihre Rolle in „Die Kleine Hexe“ spricht!

Slider-Foto: Szenenbild „Simpel“/Universum Film