Seit Wochen demonstrieren weltweit Schüler an Freitagen für Klimaschutz, anstatt zur Schule zu gehen. Ihre Leitsprüche lauten #FridaysforFuture oder #YouthForClimate. Vorbild ist die schwedische Schülerin Greta Thunberg, die heute an einem Protestzug in Hamburg teilnehmen wird.

Auf der ganzen Welt demonstrieren immer mehr Kinder dafür, dass beim Klimaschutz endlich gehandelt wird. Inzwischen sind allein auf der Webseite der Initiative mehr als 60 deutsche Städte aufgeführt, in denen regelmäßig Demos geplant werden.

Wenn die Jungen die Älteren aufrütteln

Alles begann vor gut drei Jahren als in Paris von praktisch allen Nationen der Erde ein Abkommen geschlossen wurde, das die globale Erwärmung auf 2 Grad begrenzen sollte. Im Klartext hieß das: Weltweit dürfen insgesamt nur noch rund 380 Milliarden Tonnen CO2  ausgestoßen werden. Dennoch produzieren wir bis heute immer noch jährlich 40 Milliarden Tonnen. Wenn das so weiter geht, wird die Erde sich damit in weniger als zehn Jahren um zwei Grad erwärmt haben glauben Wissenschaftler.

Das klingt erst einmal nicht viel, aber allein diese zwei Grad sind ausreichend, um alle Korallenriffe auf der Erde absterben zu lassen. Das wiederum bedeutet, daß viele Meeresbewohner keine Nahrung und keinen Schutz mehr finden und ebenfalls verschwinden. Die genauen Auswirkungen sind noch längst nicht erforscht, aber Wissenschaftler mutmaßen, dass die globale Erwärmung auch Auswirkungen auf die Meeresströmungen haben könnte. Außerdem wird der Meeresspiegel weiter ansteigen, was zum Beispiel Inselstaaten wie die Malediven massiv bedrohen wird. Vor allem die nachfolgenden Generationen werden das was heute versäumt wird zu spüren bekommen.

„Our House is on fire“

Vorbild der jugendlichen Klimaschutzaktivisten und der Demonstrationen ist Greta Thunberg. Die damals 15-jährige Schülerin setzte sich vergangenes Jahr jeden Freitag vor das Parlament in Stockholm mit einem Transparent. Sie ist damit zu einem Symbol für  Schüler auf der ganzen Welt geworden. Eines ihrer berühmtesten Zitate „Our house is on fire“ kennt inzwischen wohl jeder. Gemeint ist damit natürlich die Erde, die täglich dem Klimawandel ausgesetzt ist und die Zeit, die uns immer mehr davon läuft.

Schule schwänzen für den guten Zweck

Leider sehen einige deutsche Behörden die Bemühungen der Schüler für den Klimaschutz ganz anders und erklären die jungen Menschen kurzerhand zu Schulschwänzern. Unter anderem werden disziplinarische Konsequenzen, Gespräche mit den Betroffenen bis hin zu Einträge ins Zeugnis oder möglicherweise sogar schlechte Zensuren für die fehlende mündliche Beteiligung im Unterricht angedroht.

Vielleicht ändert sich daran ja morgen nach dem Besuch von Greta Thunberg in Hamburg etwas. Die hat nämlich über Twitter verlauten lassen, daß sie an dem Protestzug vom Gänsemarkt zum Rathaus teilnehmen wird. Es ist ihr erster deutscher Schulstreik und ein wichtiges Symbol für die Bewegung. Beides wird hoffentlich noch mehr Erwachsene aufrütteln und vielleicht sogar eine Politiker zu konsequenterem Handeln in Sachen Klimaschutzpolitik bewegen.