Das Problem der weltweiten Plastikverschmutzung betrifft uns alle. Wenn wir unseren Kindern eine einigermaßen lebenswerte Welt überlassen wollen, ist es höchste Zeit zu handeln. Wir haben Tipps, wie ihr im Alltag mit Kindern ganz ohne Aufwand plastikfrei leben könnt.

Spielzeug: Auf plastikfreie Alternativen setzen

Gerade bei Spielzeug im Kinderzimmer macht es Sinn von Anfang an auf Minimalismus zu setzen. Das heißt: Lieber ein größeres, teureres Spielzeug kaufen mit dem die Kleinen wirklich spielen als viele Kleinigkeiten zwischendurch. Die Klassiker wie Murmelbahn, Schaukelpferd, Holzpuzzle, Puppenhaus lassen sich in schönen, nachhaltigen Holzvarianten erstehen zum Beispiel von Plantoys oder von Wooden Story.

Plastikfrei leben mit Kindern
Diese Legoelemente sind aus pflanzlichem Kunststoff, der aus Zuckerrohr gewonnen wird. @Lego

Ganz auf Plastik wird man trotzdem nicht verzichten können. Hier gibt es aber die Möglichkeit gebraucht zu kaufen zum Beispiel auf Flohmärkten – oder auch zu erben. Es gibt Familien in denen bereits drei Generationen Legosteine oder Playmobilfiguren bespielt werden und auch das ist in gewisser Weise nachhaltig. Außerdem gibt es inzwischen auch von Marken wie Lego eine Ökolinie, also Bausteine die aus recyceltem Plastik hergestellt sind.

Was von den eigenen Kindern an Spielzeug wieder ausgemustert wird kann ebenfalls zum Flohmarkt wandern und wird dort bestimmt noch glückliche Abnehmer finden.

Kinderzimmer nachhaltig einrichten

Schon bei der Gestaltung des Kinderzimmers könnt ihr Plastik vermeiden. Zum einen sind lösungsmittelfreie Wandfarben (ohne Mikroplastik), Möbel aus Naturholz und Textilien aus Naturmaterialien gut für die Gesundheit unserer Kinder. Zum anderen schont es die Umwelt, auf nachhaltig hergestellte Produkte zu achten und in Qualität zu investieren.

Ein mitwachsendes Babybett zum Beispiel mag am Anfang teurer sein, zahlt sich aber über die Jahre aus. Ebenso ein Wickeltisch der sich zu einer normalen Kommode umbauen lässt oder ein Spieltisch der später zum Schreibtisch umfunktioniert werden kann.

Plastikfrei leben mit Kindern; Kinderzimmer
Gerade im Kinderzimmer lässt sich das Raumklima entscheidend verbessern, wenn man bei Möbeln und Co. auf plastikfreie, nachhaltige Produkte achtet.

Besonders bei Teppichen und gerade bei Spielteppichen, sollte man darauf achten, ein Produkt zu kaufen, das frei von Schadstoffen und aus Naturmaterialien ist. Hier gibt es schöne Designs aus Baumwolle die GOTs-zertifiziert und waschbar sind zum Beispiel von Liewood, Oyoy oder Quschel.

Wenn ihr mehr wissen wollt zu schädlichen Stoffen in Kinderprodukten findet ihr hier wertvolle Informationen und eine genaue Auflistung.

Kindergeburtstag plastikfrei feiern

Prall gefüllte Überraschungstüten, bunte Dekoration, praktisches Einweggeschirr… Gerade beim Kindergeburtstag entsteht schnell viel Plastikmüll. Es ist gar nicht so einfach, an diesem Tag den Ansprüchen an eine tolle Party gerecht zu werden und trotzdem plastikfrei zu feiern.

Hier sind einige Tipps für einen plastikfreien Kindergeburtstag:

  • Girlanden und Pom-Poms zur Dekoration lassen sich aus altem Papier oder Wollresten wunderbar gestalten. Anregungen findest du unter anderem bei Pinterest.
  • In einem Süßigkeitenladen kannst du dir Zuckertüten (aus Papier) zusammen stellen und produzierst dabei null Plastikmüll. Außerdem gibt es hier oft die spannenderen Süßigkeiten und eine viel größere Auswahl.
  • Mehrweggeschirr aus Bambus sieht schön aus und hält deine Umweltbilanz auch beim Kindergeburtstag im grünen Bereich.
  • Wenn es gar nicht ohne Einweggeschirr geht weil ihr ein Geburtstagspicknick oder ähnliches plant, gibt es Alternativen aus Biomaterial zum Beispiel aus Palmblatt.
  • Strohhalme aus Plastik müssen nicht sein. Es gibt schön gemusterte aus Papier die völlig unbedenklich sind und hübsch aussehen.
  • Ein großer Teil des Geschenkpapiers ist plastikbeschichtet und kann darum nicht recycelt werden. Achte darauf, unbeschichtetes Geschenkpapier zu kaufen.
  • Glitzerdekoration ist gerade bei Mädchengeburtstagen sehr beliebt. Aber Glitter besteht aus winzigen Plastikteilchen, die draußen vom Wind davon getragen werden, im Abwasser landen oder generell nicht recycelt werden können. Die gute Nachricht: Es gibt inzwischen auch biologisch abbaubaren Glitter zum Beispiel von „Glitterkram“.

Kindermode: Nachhaltige Labels liegen im Trend

Inzwischen gibt es immer mehr Modelabels, die bewusst auf Nachhaltigkeit setzen und cool sind zum Beispiel Armedangels, Little Hedonist oder Barn of Monkeys. Grundsätzlich kann man beim Kauf von Kinderkleidung auf folgende Tipps achten:

  • Weniger ist mehr! Lieber auf qualitativ hochwertige Produkte setzen als auf einen vollen Kleiderschrank.
  • Was ist drin? Wer Mode aus GOTs-zertifizierter Baumwolle, aus Wolle und anderen Naturmaterialien kauft kann sicher sein, dass diese komplett plastikfrei sind.
  • Fast Fashion möglichst vermeiden! Hier kann man davon ausgehen, dass bei den Produktionsbedingungen nicht auf Nachhaltigkeit geachtet wird.
nachhaltige kindermode liilu slider
Labels wie Liilu setzen auf Stoffe aus Naturmaterialien und achten schon bei der Produktion auf Nachhaltigkeit.

Etwa ein Drittel des Kunststoffs im Meer stammt aus Mikrofasern, die beim Waschen unserer Wäsche ins Abwasser gelangen. Kleinste Stoffpartikel aus Nylon oder Polyester werden dabei freigesetzt. Seit dem Siegeszug von Fast Fashion macht Polyester rund 60 Prozent des von Menschen getragenen Bekleidungsmaterials weltweit aus.

Was heißt das für unseren Familienalltag? Müssen unsere Kinder selbst auf Sportbekleidung aus synthetischen Fasern verzichten? Nein, denn es gibt Hersteller, die den Mikrofaseranteil in ihren Produkten reduzieren wie Fjällräven, Vaude oder Patagonia. Außerdem arbeiten viele dieser Labels bereits mit Recycling-Kunststoff der in ihre Produktion einfließt.

Plastikfrei in die Schule

Hefteinbände aus Plastik, Schutzfolien für Bücher… Die Liste der Dinge aus Plastik die sich im Schulranzen finden ist lang. Es könnte zu einem Schulprojekt werden genau hier auf Plastik zu verzichten. Immerhin gibt es für Hefter, Hefumschläge und Co. längst schöne Alternativen aus Papier zum Beispiel von Minouki.

Auch beim Pausenbrot kann man getrost auf Plastik verzichten. Brotboxen aus Plastik sind zwar besser als die Pausenstullen täglich aufs Neue in Plastiktüten oder -folie einzupacken, doch viele Produkte aus Plastik enthalten Schadstoffe wie zum Beispiel das hormonell wirkende BPA, das in die Lebensmittel übergehen kann. Brotboxen aus Edelstahl sind hier deutlich besser und umweltschonender. Es gibt sie zum Beispiel von Eco oder von LunchBots.

Trinkflaschen von Kleen Kanteen oder Swell lassen sich immer wieder befüllen mit Saftschorle, Tee oder Wasser und halten dem Schulalltag dank ihrer Qualität jahrelang stand.

Beim Einwickeln der Schulbrote greift man einfach auf das klassische Butterbrotpapier oder die Pausentüte aus Papier zurück. Ökologische Alternativen zur Plastikfolie gibt es auch von Jaus’n Wrap, einem Anbieter aus Österreich, der Biobaumwolle mit Bienenwachs behandelt. Die Einwickeltücher sind mehrfach verwendbar, das Wachs wirkt außerdem antibakteriell.

Mehr Tipps wie man mit Kindern nachhaltig leben kann, findet ihr hier.

 

Bilder: Gettyimages, Unsplash, PR