Mit ihrer Firma Monstrum möchten sie die Spielplatz-Welt revolutionieren! Ole Barslund Nielsen und sein Freund Christian Jensen erfüllen mit ihren Konstruktionen nicht nur die Wünsche ihrer Kunden, sondern kreieren wahre Spielparadiese für Kinder.

Die verstehen, was Kindern Spaß macht! Ole Barslund Nielsen und Christian Jensen, Gründer von Monstrum @Monstrum

Wie genau die Spielplätze aussehen, die die zwei dänischen Designer gemeinsam mit ihren Kunden umsetzen und inwiefern die sich ganz offensichtlich von herkömmlichen Spielplätzen unterscheiden, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Ole Barslund Nielsen hat uns unsere Fragen im folgenden beantwortet.

Spielplätze im LEGO-Stil oder Prinzessinnen-Türme, woher stammen diese tollen Ideen?

Die meisten unserer Kunden haben meist eine ziemlich genaue Idee davon, wie sie sich ihren Spielplatz vorstellen. Sobald sie uns kontaktieren, haben sie ein Thema oder bereits spezielle Elemente im Kopf, die sie uns mitteilen und die ihnen bei der Umsetzung wichtig sind. Wir lieben Kunden mit dem Ehrgeiz einen einzigartigen Ort für Kinder zu erschaffen. Die Spielplätze werden in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden und den Architekten entwickelt und designt. Unser Team mit 10 Architekten gewährleistet, dass am Ende ein tolles Projekt entsteht, das fasziniert. Wir schaffen eine Balance zwischen dem Spielfaktor für die Kinder, der Umsetzung des Themas, dem Budget und kreieren den Wow-Faktor.

„LEGO“-Spielplatz in Dänemark ©Monstrum

Wie entstand die Leidenschaft für Spielplatzdesign, sind Sie selbst Vater?

Ich bin selbst Vater eines Sohnes. Während meiner Arbeit vor 16 Jahren im Bereich Theaterdesign schlug ich der Kindertagesstätte meines Sohnes vor, das Konzept ihres Spielplatzgeländes zu erneuern. Diese Arbeit kombiniert Kunst und Architektur und ich realisierte schnell, dass dies genau der richtige Job für mich ist. Zu diesem Zeitpunkt sahen alle Spielplätze die ich kannte gleich aus. Keiner war wirklich einfallsreich oder besonders. Es wurde schnell klar, dass sich meinem Partner und mir hier eine Lücke für ein kreatives Projekt auf dem Markt darbot.
Ab diesem Moment war unser Ziel, dass unsere Spielplätze mehr sind als nur Rutschen, Schaukeln und bunte Farben.
Es sollten Orte entstehen, die die Phantasie fordern und Groß und Klein in neue Welten eintauchen lassen.

Spielplatz „Linnéparken“ in einem Park in Schweden, benannt nach Carl von Linné, einem schwedischen Doktor, Zoologe und Botaniker ©Monstrum

Was braucht ein guter Spielplatz, damit genau dies geschieht?

Er muss einfallsreich sein und zu Abenteuern einladen und es muss unterschiedliche Bereiche für Altersgruppen geben.
Kleinkinder benötigen noch viel Schutz, Nähe zu ihren Eltern und kleinere Herausforderungen.
Schulkinder brauchen Platz, Möglichkeiten sich auszutoben und zum bewegen. Für sie braucht es Spielelemente, die die kleinen Kinder nicht erreichen können. Zum Beispiel einen Höhle, die weit oben und nur schwierig zu erreichen ist. Der visuelle Gedanke bei einem Spielplatz ist enorm wichtig, daher auch die märchenhaften, tierischen Modelle.

Kleine Kinder schauen sich gern die Fähigkeiten und Möglichkeiten von den Großen an und ab. Die Größeren messen sich an Triumphen, wie hoch, wie schnell sie sind und wie hoch sie kommen. Jeder Spielplatz sollte ein gewisses Risiko für die Kinder beinhalten. Wenn sie beispielsweise eine Wand hochklettern, geht es nicht ausschließlich darum, wie hoch jeder kommt, sondern viel mehr um das Kribbeln im Bauch, das das Klettern in der Höhe mit sich bringt. Fallen und Fehler machen gehört dazu!

Abenteuer-Kletterturm als Teil in einem Fischermuseum in Dänemark ©Monstrum

Wie startet Ihre Firma ein neues Projekt? Was sind die ersten Schritte?

Zunächst einmal ist es wichtig, die Ideen unserer Kunden zu verstehen. Hierfür arbeiten wir von Anfang an im Entstehungsprozess eng als Team miteinander zusammen. Normalerweise beginnen wir damit von Hand Skizzen anzufertigen und so den groben Aufbau des Gesamtkonzepts zu verstehen. Wenn Leute vom Bürgersteig oder von der Strasse den Spielplatz das erste Mal sehen wünschen wir uns, dass er einen Wow-Effekt bei ihnen auslöst und die Kinder sofort der Wunsch packt, dort spielen zu wollen. Nach einem groben Überblick geht es weiter mit der Visualisierung in 3D, wo alle Details, wie Farben und die unterschiedlichsten Elemente eingebunden werden.

Spielplatz „Brumleby“ in Dänemark ©Monstrum

Wodurch ist Ihre Firma gewachsen?

Mit meinem Freund Christian Jensen habe ich die Firma gegründet. Wir sind Künstler und Designer und darauf liegt bei unserer täglichen Arbeiten der Fokus. Aber um die Firma aufzubauen brauchte es weitaus mehr. Wir mussten durch uneinige Entscheidungen hindurch, Businessstrategien mussten entwickelt werden.
Wir haben viel gesprochen und uns beraten darüber, wie wir unser Produkt am besten und schnellstmöglich vermarkten können. Unsere Landschaftsarchitekten entwickelten und entwickeln weiterhin Pläne, wodurch Spielplätzen weltweit mehr Bedeutung geschenkt werden soll.
Wir sind unheimlich froh darüber, dass wir selbst entscheiden können, wie die nächsten Schritte aussehen, die uns letztlich zu einer einzigartigen Firma machen, fernab vom restlichen Markt. Mittlerweile arbeiten wir u.a. mit Kunden in China, den US-Staaten, Mexiko, Hong Kong und Russland zusammen.

Gibt es in Deutschland bereits einen Spielplatz?

Bisher gibt es noch keinen Spielplatz aus unserem Konzept innerhalb Deutschlands. Deutschland legt allerdings ebenso mehr  und mehr einen großen Fokus darauf Kinder und Design zu verbinden und natürlich sind wir auch deutschlandweit offen für neue Projekte!

Spielplatz „Liseberg“ in Schweden ©Monstrum

Ihr aktuelles Projekt?

Zurzeit arbeiten wir an mehreren Plänen weltweit. Wir bauen einen Drachen mit einer Flügelspannweite von 15 Metern in Dubai, der vor einem Schloss liegen soll, einem Fischermannsdorf in Schweden, einen 12 Meter langen Wal, der auf einer Fähre in Norwegen platziert werden soll. Darüber hinaus arbeiten wir an einem acht Meter hohen Pfau für Hong Kong, große Fische für Spielplätze in New York und noch einiges mehr.

Mehr Informationen und Eindrücke der unterschiedlichsten Spielplätze gibt es direkt auf der Website des Unternehmens!

Titelbild ©Monstrum