Im Animationsfilm „Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer“ spricht Collien Ulmen-Fernandes die Rolle der abenteuerlustigen Adelina Fortnight. Wir haben mit der 37-jährigen Schauspielerin, Moderatorin und Mutter einer Tochter über ihren neuen Film, die Herausforderungen im Synchronstudio und ihr Sehnsuchtsland Schweden gesprochen.

„Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer“

Worum geht es? Der Forscher Sir Lionel Frost (Stimme im Original: Hugh Jackman, deutsche Stimme: Christoph Maria Herbst), der sich selbst für den weltbesten Erforscher von Mythen hält, begibt sich auf die Suche nach dem legendären Vorfahren des Menschen – Mr. Link, die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Forscher wird begleitet von Adelina Fortnight, einer freigeistigen und selbstbewussten Abenteurerin. Sie ist im Besitz der einzigen bekannten Karte, mit der man den Ort finden kann, an dem Mister Link sich aufhält.
Erscheinungsdatum: 30. Mai 2019 (Deutschland)
Regisseur: Chris Butler
Musik komponiert von: Carter Burwell
Produktionsfirmen: Laika, Annapurna Pictures

Liebe Collien, nach einer kleinen Synchronrolle in „Spongebob“ ist „Mister Link“ nun der erste Animationsfilm, in dem du einer Hauptrolle deine Stimme leihst. Wie kam es dazu?

Fellig und sehr liebenswert: Mister Link (rechts) mit Sir Lionel (Foto: eOne Germany)

Ich habe die Anfrage bekommen und habe mich sehr darüber gefreut. Vorher gab es ein Testsprechen – eine Art Stimmcasting. Das ist so üblich, da es sich bei „Mister Link“ um eine amerikanische Produktion handelt und die Amis uns deutschen Schauspieler ja nicht kennen. Sie waren auf Anhieb so begeistert, dass ich direkt die Hauptrolle bekommen habe! Das ist natürlich cool und eine große Ehre für mich. So kam das zustande.

Was für ein Typ ist Adelina Fortnight? Was magst du an ihr?

Adelina Fortnight zeigt den Männern, wo es langgeht (Foto: eOne Germany)

Adelina ist eine mutige, starke Frau, die den Jungs im Film – also Mister Link und Sir Lionel – auch mal sagt, wo es lang geht. Die drei brechen gemeinsam zu einer Abenteuerreise auf. Und oft ist es ja leider so, dass Frauen bei Road Trips eher eine passive Rolle haben, das Anhängsel sind, den Männern hinterher trotten und fragen: „Wo geht es als nächstes hin?“ Adelina hingegen gibt die Handlung auch mal vor, ist tough und leitet die Jungs an der richtigen Stelle in die richtige Richtung. Der Film bricht viel mit gängigen Geschlechterklischees. Das hat mir sehr gefallen.

Und was ist der Reiz am Synchronsprechen? Ist das nicht sehr anstrengend, weil man so konzentriert sein muss?

Es ist natürlich auch anstrengend. Aber es hat mir großen Spaß gemacht. Ich habe mir überlegt: Was für eine Stimme will ich Adelina geben? Wie soll sie klingen? Ich gab ihr eine eher tiefe Stimme, daher klingt sie gar gar nicht wie ich. Im Original spricht Hugh Jackmann die Rolle des Sir Lionel, mit dem ich die meisten Szenen habe. Das war schon lustig: Ich hörte Hugh Jackmans Stimme auf Englisch und musste ihm auf Deutsch antworten. Die größte Herausforderung war es, die Sätze anzupassen. Manche Sätze werden durch die Übersetzung ins Deutsche länger. Daher musste ich schneller sprechen, als die Original-Adelina Zoe Saldana.

Im Film brechen Mister Link, Sir Lionel und Adelina Fortnight auf, um den geheimnisvollen Ort Shangri La zu finden. Hast du einen persönlichen Sehnsuchtsort, den du gerne einmal besuchen würdest?

„Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer“ startet am 30. Mai 2019 in den Kinos (Foto: eOne Germany)

Ja (lacht). Schweden. Das klingt jetzt vielleicht nicht besonders exotisch. Aber Schweden würde mich sehr reizen. Zum einen wegen der wunderschönen Landschaft: Die Fjorde und Seen und Wälder und kleinen Schäreninseln, das stelle ich mir sehr idyllisch vor. Zum anderen bewundere ich die Schweden, weil sie in Sachen Gleichberechtigung um einiges weiter sind als die Deutschen. In deutschen Spielwarenkatalogen zum Beispiel stehen meist Mädchen in der Kinderküche und wickeln die Babypuppen, während der Junge im Superheldenkostüm daneben steht. In schwedischen Katalogen ist das anders. Man achtet dort sehr auf Gleichstellung. Dort wickeln Junge und Mädchen gemeinsam die Babypuppen und retten danach zusammen als Superheld und Superheldin die Welt. Das finde ich toll. Gleichstellung ist dort ein großes Thema. Kein Wunder, dass man auf den schwedischen Spielplätzen Kinderwagen schiebende Männer wie Frauen gleichermaßen antrifft.

Um Gleichberechtigung geht es auch in deinem ersten Kinderbuch „Lotti & Otto“.  Planst du eine Fortsetzung?

Ja, es wird einen zweiten Teil geben.  Ich bastele gerade an der Geschichte für die Fortsetzung. Und ich arbeite gerade an einem neuen Format für Eltern, das wir demnächst drehen werden. Auf beides freue ich mich schon sehr.