Bibione, Jesolo, Rimini – viele kennen diese italienischen Badeorte noch aus der eigenen Kindheit. Doch Caorle ist ein Geheimtipp. Die hübsche Stadt am Golf von Venedig hat sich ihren ursprünglichen Charme bewahrt und bietet alles, was man für einen Familienurlaub braucht. Strand, Erholung, zahlreiche sportliche Aktivitäten, leckeres Essen und wunderbare Natur. Wir verraten euch unsere Lieblingsplätze in Caorle.

Caorle: Von Venedig nur ein Katzensprung

Malerisch: Die Häuser in der Altstadt von Caorle leuchten in Pastellfarben (Foto: Privat)

Caorle liegt rund 60 Kilometer nordöstlich von Venedig entfernt und lässt sich von dort aus bequem mit dem Auto in einer Stunde erreichen. Schon während der Fahrt bezaubert die Landschaft Venetiens: weite Felder, dazwischen Wasser von den zahlreichen Lagunen. Besonders im Frühsommer blüht und grünt es wunderbar, der Mohn leuchtet Rot zwischen den Weizenfeldern.

Traumhaft schöne Landschaft: Im Frühsommer blüht der Mohn auf den Feldern (Foto: Privat)

Während die Badeorte Jesolo und Bibione vielen ein Begriff sind und seit den 1960er Jahren als beliebtes Ziel für den Familienurlaub gelten, ist Caorle eher noch ein Geheimtipp – zum Glück! Dabei bietet der charmante Fischerort mit dem hübschen Hafen, der pittoresken Altstadt und dem weiten Sandstrand alles, was man für erholsame Tage mit der Familie braucht. Wer die unmittelbare Nähe zum Meer liebt, findet zahlreiche Hotels direkt am West- und Oststrand. Für Campingfreunde gibt es verschiedene Campingplätze, zum Beispiel das Camping Laguna Village oder den Campeggio Falconera an der Lagune von Caorle mit kleinen Bungalows, Stellplätzen und Swimmingpool.

Der Strand: 18 Kilometer Badevergnügen

Schöne Aussicht: Vom „Hotel Panoramic“ blickt man auf den Pool und den weiten Oststrand (Foto: Privat)

Unsere Unterkunft, das hübsche „Hotel Panoramic“, liegt am Ende des Oststrands und bietet eine wunderschöne Aussicht auf den breiten Strand und das Meer. Zum Hotel gehört ein sehr sauberer und großer Pool, an dem man entspannt im Liegestuhl liegen kann. Über die Straße geht es in drei Minuten zum Strand, der sehr sauber ist und sich bestens auch für kleine Kinder eignet.

Badespaß: Kinder und Hunde sind willkommen an den Stränden (Foto: Caorle Tourismus)

Das Wasser ist nicht tief, der Sand ganz weich und weiß. Die Liegestühle mit den Sonnenschirmen gehören zum Hotel und bieten angenehmen Schatten. Snacks, Getränke und Eis gibt es am wenige Meter entfernten Kiosk, daneben liegt gleich ein kleiner Spielplatz. Über insgesamt 18 Kilometer erstreckt sich der Strand von Caorle. Während es am Weststrand besonders in der Hauptsaison sehr voll und trubelig werden kann, ist es am Oststrand etwas ruhiger. Wer mit den Einheimischen baden will und auf Liegestuhl und Sonnenschirm verzichten kann, findet Ruhe am wunderschönen Naturstrand Brussa, circa eine halbe Stunde mit dem Fahrrad von Caorle entfernt. Hier, wie auch an anderen Stränden, sind auch Hunde willkommen.

Aktivurlaub mit Gelegenheit zum Genießen

Süße Versuchung: Den Biscotti kann man nur schwer widerstehen (Foto: Privat)

Für aktive Familien ist Caorle perfekt, denn es gibt jede Menge zu entdecken. Am besten erkundet man das Städtchen und die Umgebung mit dem Fahrrad. Räder lassen sich praktisch und unkompliziert bei vielen Hotels oder örtlichen Fahrradvermietungen (z. B. Caorle Bike) ausleihen.

Ein echter Genuss: Der Vorspeisenteller mit frischen Muscheln und Octopus (Foto: Privat)

Einen Ausflug in die hübsche Altstadt sollte man auf jeden Fall einplanen. Hier kann man durch die Gassen mit den bunten Häusern bummeln, die Kinder freue sich über ein leckeres Eis oder süße Kekse (schmecken natürlich auch Erwachsenen!), die kleinen Läden laden zum Shoppen ein. Und wer nach dem Bummeln hungrig ist, findet zahlreiche Cafés und Restaurants wie das Ristorante da Buso, das Al Postiglione (ausgezeichnete Pizza) oder das wunderbare Ristorante Ai Bragozzi, in dem es köstliche Fischspezialitäten und Muscheln gibt.

Durch die privilegierte Lage direkt am Meer und an der Lagune ist Caorle ein wahres Paradies für Fischliebhaber: Hier kommt alles fangfrisch auf den Teller. Die Restaurantbetreiber kommen in den Hafen und begutachten den Fang der Fischer, bevor sie bei der „Stillen Auktion“ mitbieten. Dabei flüstern die Interessenten dem Auktionator ihr Angebot ins Ohr. Den Zuschlag erhält der Höchstbietende. Anschließend kommen die Köstlichkeiten aus dem Meer in die Küche und dann auf den Teller. Lecker!

Lohnenswert: Ein Ausflug zu den Casoni

Sehen aus wie kleine Hobbithäuser: Die traditionellen Casoni (Foto: Privat)

Wer das ursprüngliche Caorle kennenlernen will, sollte mit den Kindern einen Ausflug zu den Casoni machen. Casoni heißen die traditionellen Hütten der Fischer, die aussehen wie kleine Hobbithäuser. Sie sind aus Holz und Schilf gebaut. Die äußere Schilfschicht wird regelmäßig erneuert. Früher wohnten die Fischer samt ihren Familien in den Casoni. Heute werden sie nur noch als Freizeit-Hütte genutzt, ohne Übernachtungsmöglichkeit. Der Blick über die einzigartige Lagunenlandschaft ist bezaubernd. Nur einen kleinen Haken gibt es: Die Mücken sind aufgrund des vielen Wassers und der hohen Luftfeuchtigkeit überaus zahlreich und aggressiv. Deshalb unbedingt Mückenschutzspray und Stichsalbe mit einpacken!

Einfach, aber unbeschreiblich gut: Frische Muscheln und gegrillte Sardinen von Gigi (Foto: Privat)

In den Casoni lassen sich Fischerei-Utensilien, alte Fotos, maritime Andenken und jede Menge persönlicher Erinnerungen  bewundern. Wir hatten das Glück, mit einem alteingesessenen Fischer und „Urgestein“ zu sprechen, der uns jede Menge Wissenswertes rund um den Fischfang und seine lange Tradition in Caorle berichten konnte. Anschließend gab es in dem hübschen Casone von Gigi frisch gekochte Jakobsmuscheln und die besten gegrillten Sardinen, die ich seit langem gegessen habe.

Für Kinder ist es spannend, die Fischerboote zu begutachten oder vielleicht sogar mit einem der Fischer mal ein wenig in die Lagune hinauszufahren. Und an den märchenhaften Casoni kann man sich gar nicht sattsehen. Hier fühlt man sich wirklich in eine andere Zeit zurückversetzt.

Weinanbau und moderne Kunst

Das hübsche alte Gutshaus wird für Feste genutzt (Foto: Privat)

Caorle besitzt wirklich alles, was man sich nur wünschen kann. Auch Weinkenner kommen hier auf ihre Kosten. Auf dem trockengelegten Gelände Ca‘ Corniani (einst Sumpfgebiet), drei Kilometer vom Ort entfernt, wird Wein angebaut, den man im hauseigenen Weinkeller verkosten kann. Ca’ Corniani ist heute ein moderner, landwirtschaftlicher Großbetrieb, der mit modernster, umweltfreundlicher Energie arbeitet und das historische Erbe des Landguts behutsam in die heutige Zeit integriert.

Originalgetreu: Die Skulptur eines Hundes von Alberto Garutti (Foto: Privat)

Das hübsche historische Gutshaus wird von Rosen umrankt und hat eine ganz bezaubernde Ausstrahlung. Es wird unter anderem für Hochzeitsfeiern genutzt. Man kann sich direkt vorstellen, wie schön und ausgelassen hier im Sommer bis tief in die Nacht gefeiert wird.

Zudem gibt es im Moment auch moderne Kunst auf dem weitläufigen Gelände von Ca´Corniani zu bewundern. Die Installationen des Italieners Alberto Garruti stehen an drei verschiedenen Orten und stellen eine spannende Verbindung zwischen Tradition und Gegenwart her.

Caorle: Liebe auf den ersten Blick

Romantik pur: Sonnenuntergang an der Promenade mit Blick auf die Kirche Madonna dell’Angelo (Foto: Karsten Würth)

Wir haben zwar nur vier Tage in Caorle verbracht. Doch die haben schon genügt, um sich Hals über Kopf in den hübschen kleinen Ort zu verlieben! Caorle ist ein wunderbares Reiseziel für Familien. Leicht zu erreichen, gesegnet mit einem wunderbaren Strand und herrlicher Landschaft. Dazu das leckere Essen, die kinderfreundlichen Italiener und schönstes Sommerwetter.

Kinder lieben den Strand von Caorle: Hier kann man baden und buddeln (Foto: Caorle Tourismus)

Einziger Wermutstropfen: Auch die Italiener (und die Österreicher) wissen, wie schön es hier ist. Deshalb wird es in den Sommermonaten Juli und August auch dementsprechend voll. Der Insider-Tipp von Annalisa Greco vom Tourismusverband Caorle, lautet deshalb: Etwas abseits der Saison kommen – im Mai oder im September, Oktober. Dann ist es nicht überfüllt und man kann die Schönheit der Stadt und der Natur in aller Ruhe genießen.

Weitere Infos rund um unser neues Lieblingsziel Caorle gibt es bei Girasole PR.

Ihr sucht spontan noch ein Reiseziel für euren diesjährigen Familienurlaub? Wir wäre es mit Kreta mit Kindern? Wir haben tolle Tipps für euch!