Wie bringt man seinem Kind ein positives Körpergefühl bei? Mit dem Einfluss von sozialen Medien wie beispielsweise Instagram, ist diese Frage wichtiger denn je geworden. Wir zeigen dir 10 Tipps, wie dein Kind lernt sich wohl zu fühlen und seinen Körper zu akzeptieren.

Viele Studien zeigen, dass eine gesunde Einstellung zum eigenen Körper sowie ein gutes Körpergefühl zu einem erfüllten Leben beitragen. Doch wie ist das möglich, mit dem Einfluss von Werbung und sozialen Netzwerken? Bilder von vermeintlich perfekten Menschen zeigen uns jeden Tag, dass wir entweder zu dick, zu dünn, zu klein oder zu durchschnittlich sind. Konsumenten werden mit utopischen Anforderungen und Erwartungen konfrontiert, an denen auch wir Erwachsene scheitern – wie sollen dann Kinder und Jugendliche damit umgehen?

Als Eltern möchte man sein Kind am liebsten davor schützen. Ab einem bestimmten Alter wird es jedoch schwierig, es ganz von Werbung und Internet fernzuhalten. Neue Medien sind Teil unseres Alltags geworden, so sind präventive Maßnahmen, wie das vermitteln von Medienkompetenzen für den verantwortungsvollen Umgang der beste Schutz davor. Beispielsweise könnt ihr das körperliche Bewusstsein eurer Kinder stärken und sie auf verzerrte und meist realitätsferne Bilder im Fernseher und Internet vorbereiten. Genauso wichtig wie es ist, Kindern frühzeitig beizubringen „Dein Körper gehört dir!“, so ist es ebenso wichtig Kindern zu zeigen, dass sie sich selbstbewusst, stark und wohl in ihrer eigenen Haut fühlen dürfen.

Hier sind 10 Tipps, wie du deinem Kind ein positives Körpergefühl vermittelst:

1. Sprich nicht schlecht über den Körper anderer

Wenn Kinder hören, wie Erwachsene schlecht über den Körper anderer Menschen reden, dann projizieren sie das ganz schnell auf sich selbst. So zeigt der Blick in den Spiegel meist nur ihre körperlichen Defizite. Du solltest dir immer bewusst sein, wie du vor deinen (und allen anderen) Kindern über Körper redest, denn Worte haben ganz schön viel Macht. Abschätzige Kommentare sollten vermieden werden und das Thema bestenfalls nicht zu Hause besprochen werden.

2. Kritisiere nicht deinen eigenen Körper

Den eigenen Körper vor Kindern schlecht zu reden kann schädlich sein. Wer ständig an sich zu mäkeln hat, vermittelt kein gesundes Körpergefühl an das Kind. Als Mama oder als Papa solltest du zeigen, dass jede Körperform es wert ist, respektvoll behandelt zu werden.

Unterschiede zu erkennen und als normal zu empfinden, ist ein wichtiger Aspekt auf dem Weg zu einem positiven Körpergefühl. | Bild: Gettyimages

3. Zeig, dass es nicht nur die eine Körperform gibt und dass Vielfalt gut ist!

Egal ob groß, klein, breit, schmal, dick oder dünn – uns Menschen gibt es in allen Körperformen und das ist auch vollkommen in Ordnung so. Sprich positiv mit deinen Kindern über alle Körperformen. So erlaubst du ihnen und dir selbst sich in ihrem Körper wohlzufühlen. Und wenn man mal ehrlich ist: meistens findet man Menschen schön wegen ihrer Ausstrahlung, dem Humor oder ihrem Lächeln unabhängig von Größe oder Körperform.

4. Lege den Fokus auf innere, nicht auf äußere Werte

Klingt logisch, ist es auch: Wenn man ständig über Aussehen und Äußerlichkeiten spricht, lernen Kinder, dass es auf die äußeren Werte ankommt. Die Frage ist nur, ob man das auch vermitteln möchte, denn es gibt weitaus wichtigere Dinge im Leben. So ist es wichtig mit Kindern über Werte zu sprechen, die nichts mit ihrem Körper zu tun haben, wie beispielsweise verantwortungsvoll oder empathisch zu sein.

5. Sprich darüber, was unser Körper alles kann

Anstatt sich auf das Aussehen unseres Körpers zu konzentrieren, sollten wir darüber nachdenken, zu was er eigentlich fähig ist. Zähle mit deinem Kind all die Dinge auf, die unser Körper für uns tut und dir wird selber wieder bewusst wie wertvoll er ist.

6. Sei ein Vorbild bei gesunder Ernährung und Bewegung

Für deine Kinder bist du ein Vorbild, deshalb lebe deine eigenen Werte bewusst vor. Mache dir nicht ständig Gedanken um die Essgewohnheiten deiner Kinder. Sie lernen von dir und deinem Partner wie man isst und sich bewegt. Was in deiner Macht liegt: ihnen einen gesunden Lebensstil vorleben und sie zu Hause mit gesundem Essen versorgen.

7. Setze auf intuitives Essen statt Verbote

Ermutige dein Kind dazu, auf die Bedürfnisse seines eigenen Körpers zu hören. Wann bin ich voll? Wann habe ich Hunger? Worauf habe ich Lust? Schreibe deinen Kindern nicht vor, was sie nicht essen und wie oft sie sich bewegen sollen. Wenn ein Kind lernt auf seinen Körper zu hören und obige Fragen selbst beantworten kann, dann ist es nicht mehr notwendig das Essen in „gut“ oder „schlecht“ einzuteilen. Dein Kind soll mit einem gesunden Essverhalten aufwachsen und sich nicht große Gedanken machen müssen.

8. Sprich mit Freunden und Familienmitglieder über Body-Positivity

Je mehr, desto besser, desto effektiver. Tausche dich mich Freunden und Familie aus, wie man Kindern ein positives Körpergefühl vermitteln kann.

9. Achte auf den Medienkonsum deiner Kinder

Kinder werden ständig mit Medien konfrontiert, welche die heutigen Schönheitsideale wie „Kim-Kardashian-Po“, Oberschenkellücke und co. zeigen.  Schaut euch Fernsehprogramme oder Serien an, welche die Vielfalt der Körperformen zelebrieren und vermeidet Programme, die sich auf das Aussehen reduzieren.

10. Rede über erfolgreiche Menschen, die nicht einem Schönheitsideal entsprechen

Zeige deinem Kind Persönlichkeiten, die Großes geleistet haben, sei es in Wissenschaft, Politik oder Sport. So lernt es, dass es nicht auf bestimmte Schönheitsideale ankommt und dass man alle Menschen wertschätzen sollte, unabhängig von ihrem Aussehen.

 

Dein Kind fragt schon nach den Blumen und den Bienen und vielleicht ist es Zeit für die Aufklärung, aber wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt?