Wir lieben Sonne! Aber gerade bei Kindern ist ein vorsichtiger Umgang gefragt. Der richtige Sonnenschutz für Kinder ist besonders wichtig.

Das Problem bei Kinderhaut ist, dass sie noch nicht schnell und ausreichend UV-Schäden „reparieren“ kann. Ihr fehlt noch die Möglichkeit, genügend Pigmente zu produzieren, die als natürlicher Eigenschutz dienen. Dieser körpereigene Schutz vor Sonnenstrahlen entwickelt sich erst im Verlauf von Jahren. Hut und Sonnenbrille, sowie das richtige Sonnenschutzmittel sind  darum ein noch größeres Muss als bei von Erwachsenen.

Sonnenschutz für Kinder: Vorsicht auch im Schatten

Direkte Sonnenbestrahlung sollte innerhalb des ersten Lebenjahres, wenn möglich, gemieden werden. Wer im Sommer draußen spielt, sollte das besser immer im Schatten tun. Und auch hier ist Vorsicht angesagt. Denn bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung dringen noch bis auf die Haut durch.

Eine gesunde Bräune ist möglich – wenn man ein paar Dinge beachtet. | Bild: Getty

Die richtige Kleidung

Neben einem schattigen Plätzchen schützt natürlich auch die richtige Kleidung. Das solltet ihr wissen:

  • Der Kopf, ganz besonders das Gesicht, Nacken und Ohren sind sehr empfindlich. Ein Hut, eine Kappe oder ein Tuch mit einem Schirm und ein Nackenschutz sollten darum Pflicht sein.
  • Die Kleidung sollte möglichst viel vom Körper bedecken, aber natürlich luftig und nicht zu eng sein. Langärmelige Hemden oder Shirts und weite, lange Hosen sind ideal.
  • Aber Achtung: Nicht alle Stoffe sind sonnendicht. Mittlerweile gibt es Kleidung, deren Stoffe durch besondere Webtechniken oder Imprägnierungen UV-Schutz bieten. Diese sollten dem „UV-Standard 801“ entsprechen und der UV-Schutzfaktor (UPF) sollte mindestens 30 betragen.
  • Beim Schwimmen sollten Schultern und Rücken am besten durch ein T-Shirt oder lange Schwimmkleidung geschützt sein. Wählt am besten einen Stoff mit einem UV-Schutzfaktor.
  • Auch die Füße können Sonnenbrand bekommen. Geschlossenes Schuhwerk zu tragen ist im Sommer natürlich eine schwierige Sache. Aber am Strand, wenn euer Kind lange in der Sonne ist, lohnen sich geschlossene Wasserschuhe.
Im Sommer immer wichtig: Viel trinken und wasserhaltige Lebensmittel wie Wassermelone essen! | Bild: Getty

Sonnencreme für Kinder: Darauf muss man achten

Ergänzend zum textilen Sonnenschutz sollten alle nicht geschützten Körperteile wie Hände, Gesicht, Fußrücken durch Sonnencreme geschützt sein. Dabei sollte man auf folgendes achten:

  • Die Sonnencreme sollte UVA- und UVB-Strahlen blocken und mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 ausgestattet sein.
  • Chemischen Sonnenschutzfilter brauchen länger, um ihren vollen Schutz zu entfalten. Also mindestens 30 Minuten bevor es nach Draußen geht eincremen.
  • Bei einem längerem Aufenthalt im Freien ist es besser, die Haut wiederholt einzucremen, da durch Schwitzen und Abrieb durch Textilien und Co. der Schutz häufig abgetragen wird.
  • Aufgepasst: Häufiges Eincremen und ein hoher Lichtschutzfaktor sollten trotzdem nicht dazu verleiten, Kinder unbesorgt zu lange in der prallen Sonne spielen zu lassen.

Welche Sonnencreme ist besser: Mineralische Filter oder chemische Filter?

Wenn Kinderhaut im Sommer UV-Strahlung ausgesetzt ist, können sowohl chemische als auch mineralische UV-Filter Schutz bieten. Sie wirken auf unterschiedliche Weise und haben hinsichtlich ihrer Verträglichkeit und Handhabung Vor- und Nachteile.

Mineralische Filter in der Sonnencreme

Mineralische Filter legen sich wie eine Schutzschicht auf die Haut und reflektieren so das Sonnenlicht. Dadurch lässt sich die Creme häufig schlechter verteilen, „weißelt“ und sollte besser nicht verschluckt werden. Dafür ist die Haut sofort nach dem Auftragen geschützt. Hautreaktionen sind eher selten. Sie sind darum besonders für ohnehin empfindliche Kinderhaut geeignet.

 

Chemische Filter in der Sonnencreme

Im Gegensatz zu mineralischen Filtern reflektieren chemische Filter das Sonnenlicht nicht, sondern dringen in die äußere Schicht der Haut ein. Moleküle wie Benzon, Trisiloxan oder Drometrizol nehmen dort UV-Strahlung auf, wandeln sie in Wärme um und verhindern so einen Sonnenbrand. Sie lassen sich besser auftragen und dringen gut in die äußeren Schichten der Haut ein. Allerdings entfalten sie ihre volle Wirkung erst nach 20 bis 30 Minuten. Bestimmte chemische UV-Filter stehen zudem im Verdacht, hormonell zu wirken.

Sonnenbrandrisiko im Wasser erhöht

Beim Schwimmen oder Plantschen am Wasser ist das Risiko für einen Sonnenbrand besonders hoch. Nicht nur dass das Wasser die Sonnenstrahlen reflektiert und damit ihre Strahlkraft nochmal erhöht. Viele Stoffe in der Sonnencreme sind auch nicht wasserfest. Darum sollte nach jedem Baden der Sonnenschutz erneuert werden und das am Besten mit ausgewiesen wasserfesten Sonnenschutzmitteln.

Die Sache mit dem Vitamin D

Übrigens, viele Eltern sind besorgt, dass ihre Kinder durch zu starken Sonnenschutz eventuell unter Vitmin D Mangel leiden könnten. Dieser lebenswichtige Stoff wird bei Synthese mit UVB-Strahlung  gebildet. Ausgerechnet dem Stoff, der so schädlich sein soll.

Allerdings wird auch der beste Sonnenschutz und die beste Sonnencreme niemals 100 Prozent der Sonne von der Haut fernhalten können. Trotz der entsprechenden Sonnencreme kann das wichtige Vitamin also gebildet werden.

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