Die Corona-Pandemie entschleunigt ein Land nach dem nächsten. Eltern mit Schulkindern zu Hause ist der Begriff Homeschooling mehr denn je ein Begriff. Eine enorme Herausforderung. Wir präsentieren euch Apps und Onlineplattformen, die euch ganz aktuell eine große Hilfe sein können.

Homeschooling in Deutschland und im Rest der Welt

Homeschooling. Ein System, das in Amerika, Italien, Norwegen, Irland und Österreich und weiteren Teilen Europas bereits zahlreiche Eltern nutzen. Je nach Land bestehen wiederum unterschiedliche Rahmenbedingungen,  wodurch sich die Freiheit der Lehrmittel unterscheidet.

In Deutschland verstößt Homeschooling gegen das Gesetz. Hier herrscht Schulpflicht. Wer die Kinder dennoch allein von zu Hause unterrichtet riskiert Strafverfolgung und hohe Bußgelder. Im schlimmsten Fall droht der Entzug des Sorgerechts.

Aufgrund der Corona-Pandemie gerät Deutschland bislang immer weiter in einen Ausnahmezustand. Das Lernen ausschließlich von Zuhause wird zum neuen Normalfall. Zeit, sich neu zu organisieren.

Wie gestalte ich den neuen Alltag in Zeiten von Corona mit einem Schulkind?

Weiterlernen zu Hause ist sinnvoll in Zeiten von Corona. ©Gettyimages

Am entspanntesten gestaltet sich der (Schul)-Alltag zu Hause, wenn die Bedürfnisse der Kinder mit berücksichtigt werden. Jedes Kind lernt anders, jedes Kind ist anders.

Ein Tages- oder Wochenplaner bringt Struktur in den Alltag und hilft, Routinen (wie sie der Schulalltag normalerweise mit sich bringt) beizubehalten. Wichtig hier: die klare Trennung zwischen Wochenenden und Wochentagen. Zumindest was Abläufe und Routinen betrifft.

Eine Idee, wie man so einen Tagesplaner entwirft, haben wir euch in einem unserer bisherigen Beiträge zusammengefasst.

Das strikte Schulsystem muss dabei nicht auch zu Hause einkehren. Es ist ok, die Dinge entspannter anzugehen. Laut Ilka Hoffmann, von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, sind zwei Stunden Lerneinheiten am Tag völlig ausreichend. Ein wenig Struktur braucht es in dieser Zeit. Gleichzeitig warnt sie Eltern davor, die Schule gänzlich zu imitieren.

Welche Onlineplattformen unterstützen beim Homeschooling?

Apps zum Lernen

Die Anton-App bietet kostenlose und werbungsfreie Inhalte von den Klassen 1-10. Das Projekt wird kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Das Portal Schlaukopf, ausgezeichnet von Stern und Computer-Bild, richtet sich an alle Jahrgangsstufen und Schultypen. Ausgestattet mit verschiedenen Fragetypen, direktes Feedback über die Note und einigen weiteren Funktionen.

Die App Waldfibel ist ein kostenloses Angebot des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Die Portal vermittelt Wissen rund um den Wald, von der Ameise bis zum Waldkauz.

Der Klett-Verlag bietet ebenso zahlreiche Apps für die Großen und die Kleinen an.

Übrigens: Auf der österreichischen Seite von Gemeinsam Lesen gibt es Infomaterial, das Eltern helfen soll die aktuelle Lage kindgerecht zu erklären.

Online-Lernplattformen für die Grundschule und Oberstufe

Grundschule

Die Lern-Plattform Scoyo bietet interaktive Lernvideos und Übungen für die Klassen 1-7. Selbstverständlich können auch hier Arbeitsblätter ausgedruckt werden, damit die Lernvorgänge nicht ausschließlich digital stattfinden. Scoyo bietet aufgrund der Corona-Lage eine zweiwöchige kostenlose Nutzung der Plattform an.

Die kostenlose Plattform Grundschulkönig richtet sich, wie der Name erahnen lässt, an alle Eltern mit Grundschulkindern. Auch Vorschulmaterial wird hier kostenlos angeboten.

Auf der Website von Grundschule-Arbeitsblätter befindet sich eine große Auswahl kostenloser Arbeitsblätter u.a. zu den Themen Märchen, Lesetexte, Englisch, Schreibschrift und Einmaleins.

Oberstufe

Sofatutor ist eine kostenpflichtige und qualitativ hochwertige Lern-Plattform für alle Fächer und Klassenstufen. Die ersten 30 Tage kann die Plattform kostenlos getestet werden. Wer sich unsicher ist, kann sich online Bewertungen anschauen und sich überzeugen.

In der ARD-Mediathek unter dem Titel „Planet Schule“ gibt es zahlreiche Filme zu den Themen Geschichte, Politik, Sprachen, Wissen& Technik und einigen mehr. Die Dokumentationen lassen sich super mit großen Kids schauen und bieten eine Lernmethode, die im Alltag für Abwechslung sorgt.

Ebenso in der ARD Mediathek erhältlich: das Portal Planet Wissen. Zu jedem Unterrichtsfach findet man hier passende Sendungen, um die Zeit zu Hause sinnvoll zu gestalten.

Auf zdf.de findet ihr ein Schulersatzprogramm mit zahlreichen Wissensvideos für alle Schultypen. Da ist ebenso für die ganz Kleinen als auch für die ganz Großen etwas dabei.

Trotz Digitalisierung Medienzeit begrenzen

Kinder verweilen immer häufiger vor den Bildschirmen ihrer Laptops, Handy’s oder IPads. Die altersgerechte Begleitung ist hier enorm wichtig.

Die Digitalisierung zieht schon die Kleinsten in ihren Bann. ©Kelly Sikkema/Unsplash

Leonie Lutz möchte Eltern mit ihrer Plattform „Kinder digital begleiten“ zu Onlineexperten machen. Als solche benötigen wir einen digitalen Vorsprung gegenüber unseren Kindern. Fernab vom Gefühl sich als Erwachsene „unwissend“ und „ohnmächtig“ zu fühlen. Auf ihrer Instagramseite klärt sie auf und stellt regelmäßig Apps vor. Diese testet sie selbst zuvor mit ihren Kindern.

Was Eltern zum Thema Corona sonst noch wissen müssen, insbesondere in Bezug auf ihren Arbeitgeber, könnt ihr seit ein paar Tagen ebenso auf unserer Seite nachlesen.

Die Umgebung, in der das Kind lernt ist maßgebend für die Qualität der Ergebnisse. Braucht ihr noch Inspiration für das Zimmer eures Schulkindes? Wertvolle Tipps haben wir euch ebenfalls auf unserer Seite zusammengefasst.

Titel- und Teaserbild: Gettyimages