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Heike Kuhl, systemischer Familiencoach für Fisher-Price, weiß wie wichtig es ist auch in dieser außergewöhnlichen Situation Quality Time mit den Kindern zu verbringen. Denn je mehr Kindern ganze Aufmerksamkeit und Präsenz gewidmet wird, desto mehr akzeptieren sie auch, dass Eltern Raum für Arbeit brauchen. Im Interview verrät sie ihre Tipps, wie man Arbeit und Spielzeit mit den Kindern unter einen Hut bringt.

Wie kann ich trotz der Einschränkungen Abwechslung in den Alltag mit Kind bringen?

In meiner Arbeit höre ich gerade oft, neben der Belastung, alles zu Hause unter einen Hut bringen zu müssen und der existenziellen Sorgen, dass viele Familien die aktuelle Situation auch als Chance sehen: „Wir bekommen mehr voneinander mit und probieren, Dinge auch mal anders zu machen.“
Zum einen kann für Abwechslung sorgen, die Zeit dafür zu nutzen, Projekte umzusetzen, für die sonst zu wenig Zeit da ist oder die ihr lange schon aufgeschoben habt, z.B. ein Zimmer neu streichen, den Balkon bepflanzen oder den Keller zu entrümpeln. Das sind alles Projekte, die ihr gut zusammen mit Kindern machen könnt, die gemeinsam Spaß machen und verbinden.
Aber auch Projekte, wie kleine Physikversuche (das Internet gibt viel Inspiration), Geschichten erfinden, Verkleiden oder Sportbattles schweißen zusammen und heben die Stimmung. Oder macht doch mal eine Tag Eltern-Kinder-Rollentausch – am besten am Wochenende, wenn Euch das Home-Office nicht dazwischenkommt. Es ist spannend zu hören, was die Kinder so von sich geben, wenn sie euch nachahmen.

Wie viel Zeit am Tag sollte man zusammen verbringen und wie viel Zeit braucht jeder für sich allein?

Das ist unterschiedlich und kommt ganz auf die Bedürfnisse an, die natürlich auch abhängig vom Alter der Kinder sind. Ein Teenager braucht natürlich mehr Zeit alleine als ein Grundschulkind. Wichtig ist aber, dass sowohl Zeit alleine als auch gemeinsam geschaffen wird. Mama darf auch mal alleine einen Spaziergang machen, während der Große auf die Kleine aufpasst und die Mahlzeiten sind eine gute Möglichkeit, Zeit mit der ganzen Familie zu verbringen.

Sollte ich so tun, als sei alles wie immer oder kann ich die eigenen Ängste und Sorgen auch mit meinem Kind teilen?

Es ist nicht wie immer, also könnt ihr auch nicht so tun, als wäre alles wie immer. Die Kinder kämen euch schnell auf die Schliche und das verunsichert Kinder eher. Wir sind aufgewachsen mit einer „Ein Indianer kennt keinen Schmerz-Erziehung“. Das hat natürlich auch Vorteile. Aber der Nachteil ist, dass ihr euch erst erlauben müsst, Gefühle und Ängste zu haben und auszudrücken. Wenn ihr diese mit euren Kindern altersgerecht teilt, gebt ihr ihnen die Botschaft mit, dass es in Ordnung ist, Angst zu haben. Ängste sind in einer neuen Situation, die wir alle noch nicht kennen, ganz normal. Die Frage ist, ob wir sie zeigen dürfen. Wenn Ihr eure Ängste kennt und zulasst, seht ihr auch, was ihr braucht – und genauso eure Kinder. Geht auf die Ängste eurer Kinder ein. Wichtig ist, dass diese nicht verharmlost oder lächerlich macht. Schenkt eure ganze Aufmerksamkeit und sprecht darüber. In Ausnahmesituationen lernen wir uns nochmal „neu“ kennen.

Heike Kuhl ist systemischer Familiencoach für Fisher-Price