Endlich Frühling! Endlich raus ins Grüne! Und am meisten Spaß macht es natürlich, selber in der Erde zu buddeln und zu sehen, wie etwas wächst. Hier sind ein paar Tipps fürs Gärtnern mit Kindern. Sie funktionieren für Garten und Balkon.

Pflanzen auf der Fensterbank vorziehen

Die Temperaturen steigen, aber viele Samen keimen nur, wenn es konstant warm ist. Diese kann man sehr gut in einem Minigewächshaus vorziehen (gibt es in Baufachmarkt oder im Gartenhandel). Tomaten zum Beispiel werden schon ab Feburar auf der Fensterbank vorgezogen.

So geht’s: Füll die Saatschale bis ungefähr einen Zentimeter unter den Rand mit Aussaaterde, wässere sie ein bisschen (nicht zu viel). Dann bohrst du mit einem Holzstab Löcher in die Erde und legst je ein Samenkorn hinein. Es muss genügend Abstand zwischen den Löchern sein, damit die kleinen Pflänzchen Platz haben. Jetzt mit einer Sprühflasche alles vorsichtig befeuchten und die Samen mit einer feinen Schicht Erde bedecken (außer es sind Lichtkeimer! Steht auf der Packung!).

Stell dein Minigewächshaus an einen warmen, hellen Ort und halte die Erde immer schön feucht. Sobald du das erste Grün entdeckst, solltest du täglich kurz den Deckel des Häuschens abnehmen, damit die kleinen Pflanzen auch genügend Luft bekommen.

25 Dinge, die im Frühling mit Kindern besonders viel Spaß machen findet ihr hier.

Kleine Pflanzen umtopfen

Wenn die Pflanzen in dem Gewächshaus groß genug sind, dann können sie in kleine Töpfe umziehen. Dazu bohrst du mit einem Löffel neben der Pflanze in die Erde (vorsichtig, nicht die Wurzeln beschädigen), hebst sie mit genügend Erde drumherum heraus und setzt den kleinen Pflanzballen in einen größeren Topf der bereits mit Erde gefüllt ist. Hier bohrst du wieder ein Loch, setzt die Wurzeln vorsichtig hinein und drückst die Erde darum herum vorsichtig fest. Fertig!

Welche Pflanzen werden vorgezogen?

Die Auswahl von Pflanzen die vorgezogen werden ist sehr groß, und meist sind es Gemüsesorten. Tomaten, Paprika, Zucchini, Kapuzinerkresse, Gurken brauchen den Zwischenstopp im Gewächshaus, aber auch Kürbisse und Kohlrabi.

Tomaten und Kapuzinerkresse kannst du wenn sie groß genug sind wunderbar auf dem Balkon in einem Topf weiterwachsen lassen. Zucchini brauchen wenn sie dort gedeihen sollen einen sehr großen Topf, belohnen aber wenn du alles richtig machst mit einer reichen Ernte. Gurken lieben einen sonnigen, luftigen und geschützten Standort, sind aber nicht so geeignet für den Balkon.

Kräuter wie Salbei, Basilikum, Thymian lassen sich ebenfalls sehr gut auf der Fensterbank vorziehen und dann auf dem Balkon in kleine Töpfe versetzen, Pfefferminze und Lavendel ebenso.

Mehr Tipps für kleine Gärtner findet ihr auch in diesen Büchern.

shutterstock_54169597

Diese Pflanzen kannst du im Beet säen

Wenn du einen eigenen Garten hast, kannst du deine Pflänzchen ab Mitte Mai ins Freie setzen. Dann ist kein Bodenfrost mehr zu erwarten, der ihnen etwas anhaben könnte.

Aber es gibt auch viele Gemüsesorten, die du direkt ins Freie setzen kannst: Radieschen zum Beispiel werden im Beet gezüchtet, genauso wie Karotten. Großen Spaß macht es auch Kartoffeln zu stecken. Dafür lässt du die Kartoffelknollen erst ein paar Tage an einem hellen Standort vorkeimen und setzt sie dann in die Erde (geht übrigens auch mit weniger Kartoffeln in einem großen Topf auf dem Balkon).

Ein Kräutergarten ist schnell gepflanzt

Ein besonderes Erlebnis für deine Nase (und später auch für deine Geschmacksnerven) ist ein Kräutergarten. Pfefferminze wächst schnell und ist vollkommen unproblematisch. Zitronenmelisse duftet und hat – wie der Name schon sagt – ein Zitronenaroma. In selbst gemachter Limonade schmeckt sie einfach köstlich. Basilikum möchte einen warmen, sonnigen Standort – hält es aber auch gut auf der Fensterbank aus. Nicht zu viel gießen, sonst bekommt er lästige Schädlinge. Salbei ist nicht nur gut gegen Halsschmerzen sondern schmeckt auch lecker in Soßen. Auch er mag es warm und sonnig. Und Lavendel hält Stechmücken fern, mag es trocken und sonnig und belohnt dafür mit einem wundervollen Duft. Rauke dagegen wächst super im Halbschatten, ist unkompliziert und schmeckt prima auf einem Quarkbrot oder im Salat. Das Gleiche gilt für Schnittlauch.

Die besten Pflanzen für Balkon und Garten

Welche Sorten sich besonders gut für den Balkon oder Garten eignen und welche Pflanzen schnelle Erfolge bringen, haben wir hier noch einmal für euch zusammen gefasst:

  • Sonnenblumen: Die kleinen Keime ragen schon nach ein bis zwei Wochen aus der Erde wenn ihr sie auf der Fensterbank vorzieht. Im März müssen sie in die Erde, damit sie im Sommer groß sind. Für den Balkon gibt es Sorten, die nicht ganz so hoch werden. Für den Garten sind die großen dagegen gut geeignet, denn damit lässt sich sogar ein kleiner Sonnenblumenwald pflanzen.
  • Kornblumen: Die schönen lila Blümchen keimen innerhalb einer Woche brauchen aber einen sonnigen Standort.
  • Thymian: Das Kraut riecht intensiv und eignet sich hervorragend zum Würzen von Tomatensauce.
  • Minze und Salbei: Schmetterlinge lieben beide. Wer die Kräuter zum Kochen verwenden will, sollte sie allerdings nicht blühen lassen, denn dann verlieren die Blätter einen Teil ihres Aromas. Am besten mehr anpflanzen und einen Teil für die Schmetterlinge und Bienen blühen lassen und beim anderen die entstehenden Blüten regelmäßig abknapsen.
  • Schnittlauch: Der Kücheklassiker, der ein Butterbrot oder Quark zu einer ganz besonders schmackhaften Delikatesse macht.
  • Mini-Tomaten: Da können kleine Naschkatzen nicht widerstehen!
  • Zuckererbsen: Sie können direkt vom Busch weg gegessen werden. Achtung: Erbsen wachsen sehr schnell und brauchen unbedingt eine Kletterhilfe. Auf dem Balkon reicht manchmal das Balkongitter, dann werden die lustigen Rankpflanzen zu einem schönen Sichtschutz.
  • Petersilie: Hat viel Vitamin C und ist ein Alleskönner. Sie steht am liebsten im Halbschatten und sollte einen eigenen Topf bekommen, denn andere Pflanzen gedeihen neben ihr nicht so gut.
  • Bohnen: Sie sind ähnlich anspruchslos und schnell zu ziehen wie Erbsen. Die Kinder können innerhalb weniger Tage staunend messen, wie schnell die Pflanzen Richtung Licht und Sonne ranken.
  • Radieschen: Sie können in jedem Balkonkasten gezüchtet werden. Je mehr Platz sie haben, desto ergiebiger fällt die Ernte aus. Innerhalb von fünf bis sechs Wochen kann geerntet werden.
  • Bienensaat: Die kleinen, fleißigen Bestäuber der Blüten sollten nicht vergessen werden. Wenn ihr in einem Balkonkasten eine Bienenblumenmischung (gibt es fertig zu kaufen) aussät, werden die kleinen Gartenhelfer automatisch bei der Blüte angezogen.

Ein Insektenhotel bauen geht ganz einfach

Gärtnern mit Kindern; Insektenhotel

Im Garten (und auf dem Balkon oder auf der Terrasse) gibt es viele Insekten die nützlich sind. Sie bestäuben die Pflanzen, einige davon fressen lästige Schädlinge. Damit sie in der Nähe deiner Pflanzen wohnen, kannst du ihnen ein Insektenhotel bauen. Dazu brauchst du ein Holzscheit oder ein Stück Baumstamm (Durchmesser ca. 20 cm). Jetzt bohrst du mit einem Handbohrer (lass dir von deinen Eltern helfen) oder mit einer Bohrmaschine unterschiedlich große Löcher in den Stamm. Sie müssen nicht besonders tief sein, ein paar Zentimeter reichen. Befestige dein Insektenhotel mit Draht an einem sonnigen bis halbschattigen Platz der möglichst wind- und regengeschützt ist. Das geht auch prima auf dem Balkon. Schon bald werden erste Gäste heranfliegen und ihre Eier in den Bohrlöchern ablegen und die Löcher versiegeln. Nach einiger Zeit schlüpft der nützliche Nachwuchs.

Endlich wieder draußen spielen: Hier findet ihr tolles Outdoor-Spielzeug für warme Tage.

Bilder: Shutterstock (3)