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Ist Mülltrennung im Haushalt sinnvoll? Wird am Ende nicht eh alles auf der Mülldeponie zusammen gekippt? Diese Fragen stellen sich sicher viele Verbraucher. Ob es sich hier bei nur um ein Cliché handelt oder nicht, darum ging es unter anderem bei dem Cliché Bashing Event in Berlin von WeShare.

Cliché Bashing – Als Konsument die Welt verbessern

Wieviel Verzicht ist zeitgemäß? Um sich einer Antwort auf diese Frage zu nähern, lud WeShare zu einer Diskussionsrunde ins Haus Ungarn. Drei Clichés als Themen ausgewählt. Es ging dabei um die Sinnhaftigkeit eines eigenen Autos, der Frage ob Mode jemals nachhaltig sein kann und um das Thema Recycling. Moderiert wurde die Diskussion von Sissy Metzschke (Moderatorin MDR Radio) und Volker Wieprecht (Moderator rbb Radio), die dem ernsten Thema einen großen Unterhaltungswert verschafften.

Chliché Bashing: Die Diskussionsrunde im Haus Ungarn | Foto: Andrej Dallmann

Umweltschutz: Jeder kann einen Beitrag leisten

Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Gäste nach eigenen Angaben in Asketen und Konsumenten unterteilt. So teilten sich auf den ersten Blick zwei unterschiedliche Lager, die die Diskussion von zwei Gesichtspunkten befeuern sollten. Experten aus Forschung, Industrie und Medien aus den drei verschiedenen Bereichen saßen im Publikum verteilt. Und obwohl es unterschiedliche Grundhaltungen gab, waren sich am Ende alle einig – jeder kann und muss etwas an seinem Konsumverhalten verbessern.

Anna Schunck moderiert den neuen Podcast „Stadt in Bewegung“ | Foto: Andrej Dallmann

Vertiefend geht auf diese Themen übrigens der neue Podcast „Stadt in Bewegung“ ein, der moderiert wird von Anna Schunck, der Gründerin des Onlinemagazins VIERTEL/VOR. In dem Podcast kommen Menschen zu Wort, die sich damit befassen, wie man in der Stadt besser und nachhaltiger leben kann. Dabei geht es zum Beispiel um die digitale Transformation oder die Sharing Economy. Die zentrale Frage ist, wie die Stadt von morgen entstehen kann.

Ist Zero Waste eine Utopie?

Verpackungsmüll vermeiden ist nicht immer leicht. | Foto: unsplash.com

Sicherlich ist es am sinnvollsten in großen Städten auf ein eigenes Auto zu verzichten, und Mode nur von nachhaltigen Labels oder secondhand zu beziehen. Da war man sich bei der Diskussion im Haus Ungarn auf beiden Seiten einig. Beim Thema Müll gab es die meisten Unsicherheiten. Auch wenn das Thema Zero Waste immer mehr an Bedeutung gewinnt, scheint es in unserer Gesellschaft eine utopisch anmutende Vorstellung zu sein, gar keinen Müll mehr zu verursachen. Auch für sehr umweltbewusst lebende Menschen ist es schwierig, sich dem Konstrukt unserer Konsumgesellschaft zu entziehen. Dabei sollte dies zu einem unserer wichtigsten Anliegen werden. Zwar wird dank Mülltrennung ein Teil des Mülls recycelt, aber auf lange Sicht wird das nicht ausreichen. Denn aktuell produzieren wir noch weit mehr Müll, als sich wiederverwenden lässt.

Entscheidend für das erfolgreiche Recycling in einer Anlage ist die richtige Mülltrennung – im Privathaushalt wie in der Industrie. Die Frage nach der richtigen Methode beschäftigt deshalb alle Verbraucher. Norbert Völl war als Pressesprecher vom Grünen Punkt als einer der Experten anwesend und hat uns mit den wichtigsten Infos versorgt.

Haushaltsmüll richtig trennen

Was gehört in welche Tonne? | Foto: Getty

Müll zu verbrennen verursacht CO2 , kostet viel Geld und ist einfach eine unnötige Verschwendung von Ressourcen. Viele Materialien können schließlich wiederverwendet werden. Das schont die Umwelt und ist auch wirtschaftlich gesehen viel günstiger. In deutschen Haushalten gibt es deshalb eine Vielzahl an Abfalltonnen. Eine gelbe für Verpackungsmüll, eine blaue für Papier, eine braune für Biomüll, eine graue für den Restmüll und eventuell noch Tonnen für das Altglas. Aber was genau gehört in welche Tonne?

Das gehört in die gelbe Tonne:

In die gelbe Tonne gehört alles, was sich eventuell wieder verwerten lässt. Diese Stoffe sind Leichtverpackungen (LVP) aus Kunststoff, Alu, Weißblech und Verbundmaterialien. Also Lebensmitteltüten, Getränkekartons, Flaschen aus Kunststoff, Konservendosen aber auch Umverpackungen aus Holz. Gebrauchsgegenstände aus Kunstoff wie zum Beispiel ein Einwegrasierer, ein Feuerzeug, Videokassetten gehören in der Regel nicht in die gelbe Tonne. Hier kann es aber von Kommune zu Kommune unterschiedliche Angaben geben. Es ist deshalb sinnvoll, sich direkt bei eurer zuständigen Kommune eine Liste geben zu lassen. In Berlin zum Beispiel gibt es die Wertstofftonne, in der dürfen auch Gebrauchsgegenstände aus Kunstoff (wie zum Beispiel Kinderspielzeug), Schaumstoffe oder Folien landen.

Wichtig ist, dass ihr schon bei der Entsorgung die unterschiedliche Materialen möglichst voneinander trennt – die Joghurtdeckel aus Aluminium und den Becher aus Kunststoff zum Beispiel. So kann die Anlage die beiden Dinge nachher voneinander trennen und dem jeweiligen Recyclingprozess zuführen.

Das gehört in die blaue Tonne:

Die blaue Tonne ist für Altpapier. Dorthinein gehören Papier, Pappen und Kartonage. Unbedruckter Karton wird direkt in der Papierfabrik aufbereitet. Zuerst werden die Fasern im Wasser gelöst, dann gereinigt und schließlich wieder zu Kartonagen oder Wellpappe verarbeitet. Bedruckte Papiererzeugnisse werden bei einem speziellen Verfahren namens „Deinking“ (aus dem englischen, ink = Tinte) von der Druckfarbe gereinigt. Danach werden auch diese zu Papierbrei und im nächsten Schritt zu weiteren Papiererzeugnissen aufbereitet wie Hygienepapier, Zeitungsdruckpapier oder Kopierpapier.
Beschichtetes Papier wie zum Beispiel manche Pizzakartons, gehören nicht zum Altpapier, sondern in den Restmüll, ebenso wie Taschentücher.

Das gehört in den Glasmüll:

In den Glasmüll gehört ausschließlich Verpackungsglas. Also Weinflaschen, Schraubgläser oder auch Parfumflakons. Deckel oder Kunststoffteile kann die Sortieranlage in der Glasbrennerei entfernen. Schraubdeckel können aber mit großer Sicherheit recycelt werden, gehören also besser in die gelbe Tonne.
Wichtig ist, das Glas nach Farben sortiert einzuwerfen – weiß, grün oder braun. Bei braunem Glas ist es sehr wichtig, dass dies möglichst sortenrein bleibt. Ab einem bestimmten Grad der Verunreinigung mit anderen Farben leidet die Qualität des Glases. Blaues oder andersfarbiges Glas kann dagegen auch in den Container für grünes Glas. Trinkgläser, Glühbirnen, Scheibenglas, Spiegel oder gar Keramik gehört nicht in den Glasmüll. Landen auch nur kleinste Teile von Porzellan oder Steingut im Gasmüll, kann die gesamte Charge unbrauchbar werden.

Übrigens: Das Glas aus der Hinterhoftonne, wie sie z.Bsp. noch in Berlin zu finden ist, ist schwieriger weiterzuverarbeiten als das aus den Containern auf der Straße. Zum einen, weil im Hinterhof meistens alles Buntglas in eine Tonne gekippt wird, zum anderen, weil es bei der Abholung in den Müllfahrzeugen zu klein zermahlen wird.

Welche Mülltonnen gehören in den Hinterhof?

Tatsächlich sind bundesweit momentan nur die Restmülltonne und die Biotonne gesetzlich Pflicht im Hinterhof. Welche Mülltonnen darüber hinaus verpflichtend in ein Mietshaus gehören, ist kommunal geregelt. Genaue Angaben dazu könnt ihr bei eurer Kommune oder dem zuständigen Bezirk erfragen.  Grundsätzlich gilt aber, dass der Vermieter die Mülltrennung in irgendeiner Form ermöglichen muss. Die Kosten dafür werden auf die Mieter umgelegt durch die Nebenkosten. Die Pflichten des Mieters in Sachen Mülltrennung werden über die Hausordnung geregelt.

Weitere umfangreiche Verbraucherinformationen zur Mülltrennung liefert die Website vom Grünen Punkt.