Gerade jetzt in Coronazeiten überlegen sich viele, wo es im Sommerurlaub mit der Familie hingehen soll. Die großen Ferien stehen vor der Tür und einige haben bereits frühzeitig gebucht. Aber nicht jedes Land öffnet seine Grenzen für Touristen zum Start der großen Ferien. Hier ist eine Übersicht über die wichtigsten Urlaubsländer in Europa.

Allgemeine Reisewarnung wird aufgehoben

Die Bundesregierung hat per Kabinettsbeschluss zum 15. Juni die Reisewarnung für Touristen für insgesamt 31 europäische Staaten aufgehoben. Das heißt, dass Familien wieder ohne Probleme in andere Länder reisen können – allerdings nicht in alle.

Die Aufhebung der Reisewarnung gilt für die Partnerländer in der Europäischen Union, ebenso wie für einige Nicht-Mitgliedsländer der EU. Dazu gehören die Schweiz, Norwegen, Island, Großbritannien und Liechtenstein.

Die allgemeine Reisewarnung soll von individuellen Reisehinweisen ersetzt werden, die tagesaktuell aufbereitet werden und so den Urlaubern eine Richtlinie geben können. Bundesaußenminister Heiko Maas wies jedoch darauf hin, dass es auch bei lokal begrenzten Coronaausbrüchen im Ausland keine Rückholaktionen der Bundesregierung mehr geben wird, wie dies zur Beginn der Pandemie der Fall war.

Wohin in den Sommerurlaub

Auch wenn die weltweite Reisewarnung wegfällt, kann man noch nicht in alle Länder sorglos reisen. Die große Frage vieler Reisender ist zudem, wie der Urlaub vor Ort aussehen wird? Außenminister Heiko Maas meinte dazu: „Das, was wir als normal empfinden im Sommerurlaub, wird es dieses Jahr nirgendwo geben.“

Jedes Land entwickelt gerade eigene Hygienekonzepte, um Touristen empfangen zu können. Das fängt bei der Belegung der Hotels an, die an manchen Zielen nicht voll ausgebucht werden können, und hört bei der Nutzung von Strand und Pool auf. Den Anfang machen gerade innerdeutsch die Nordseeinseln, die seit kurzer Zeit wieder Touristen zulassen. Allerdings wurde nach zu großem Andrang der Zugang zum Beispiel nach Sylt für Tagestouristen schnell wieder aufgehoben. Wer sich in einem Hotel oder einer Ferienwohnung eingebucht hat, der darf natürlich anreisen und bleiben.

Worauf muss man sich im Urlaub einstellen?

Egal ob Ferienhaus, Campingplatz oder Hotel – übervoll darf es nirgendwo werden, denn alle Betreiber müssen garantieren, dass die Mindestabstände eingehalten werden. Die verschiedenen Urlaubsländer sehen unterschiedliche Maßnahmen vor, um die eigene Bevölkerung und Gäste gleichermaßen zu schützen. Hier ist ein Überblick der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen:

Familienurlaub in Österreich

Das deutsche Nachbarland ist bei Familien sehr beliebt. Mit 57 Millionen Übernachtungen gehören die Deutschen – nach den Einheimischen – zur wichtigsten Gruppe der Touristen. Noch sind Reisen zu Freizeitzwecken in Österreich nicht erlaubt, doch diese Regel soll am 15. Juni außer Kraft treten und die Regierung will die allgemeine Reisefreiheit wieder zulassen. Seit dem 29. Mai sind zudem Schutzhütten, Hotels (einschließlich Wellnessbereich) und Bergbahnen wieder geöffnet. Auch die Sehenswürdigkeiten sind ab dann wieder geöffnet. Für Hotelmitarbeiter ist das Tragen eines Mundschutzes verpflichtend, zudem gilt nach wie vor die Abstandsregel.

Allerdings sind viele Urlaubsregionen bereits stark gebucht. Wer kurzfristig nach Österreich in den Urlaub fahren will, sollte unbedingt vorab reservieren.

Dolce Vita in Italien

Italien wurde von der Coronakrise hart getroffen. Doch der Tourismus ist eine wichtige Säule der Wirtschaft und gerade in den Ferienregionen wie zum Beispiel der Emilia-Romagna, wo unter anderem die beliebten Ferienorte Rimini, Caorle und Cattolica liegen, arbeitet man fieberhaft an stimmigen Konzepten um die Urlauber sicher begrüßen zu können.

Strandbäder durften ab 25. Mai öffnen, Hotels und Campingplätze sind bereits wieder in Betrieb und seit 3. Juni sind die Grenzen wieder offen. Wer das Gedränge an den übervollen Stränden der Adria in der Hauptsaison kennt, ist vielleicht noch skeptisch. Doch die Betreiber müssen garantieren, die Liegen in großen Abständen aufzustellen. Pro Sonnenschirm sollen den Urlaubern 12 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen, zwischen den Reihen muss ein Abstand von mindestens drei Metern sein. Die Strandrestaurants dürfen Essen servieren, vorausgesetzt sie halten bei der Bestuhlung den Mindestabstand ein. Toiletten und Umkleidekabinen müssen nach jeder Benutzung desinfiziert werden.

Urlaub in Griechenland

Der 18. Mai war der Stichtag in Griechenland: Seitdem sind die Ausgangsbeschränkungen für die Einheimischen aufgehoben. Ab 15. Juni dürfen Touristen aus 29 Ländern wieder einreisen, dazu gehören auch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Eine Quarantänepflicht gibt es dann nicht mehr. Der Flugbetrieb soll a 15. Juni wieder aufgenommen werden, zumindest für die Flughäfen Thessaloniki und Athen, die weiteren sollen zum 1. Juli folgen. Die Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die archäologischen Stätten, sind geöffnet. Der Fährbetrieb zu den griechischen Inseln verläuft ebenfalls wieder beinahe im normalen Takt. Am 15. Juni sollen auch die Museen wieder aufgesperrt werden.

Reisen in die Türkei

Der Tourismus im Land startete laut Plan schon Ende Mai. Für Touristen aus dem Ausland soll die Türkei ab Juli wieder zum Urlaubsziel werden dürfen. Dazu gibt es Hygienekonzepte die mehr Abstand und weniger Essen am Buffet vorsehen. Gäste sollen sich zwar am Tresen die Speisen aussuchen können, doch serviert wird dann am Tisch.

An den Stränden und an Pools wird mit Wärmekameras geprüft, ob Gäste Krankheitsanzeichen zeigen. Die Hotelzimmer werden nach jedem Bettenwechsel desinfiziert und mit ultraviolettem Licht behandelt, so dass möglichst kein Coronakeim überdauern kann. Touristen die einreisen werden schon am Flughafen einem Gesundheitscheck unterzogen.

Aktuell wurde die Reisewarnung noch einmal verlängert bis August. Das heißt Reisen in die Türkei sind nicht ohne weiteres möglich. Ob es hier noch zu einem gesonderten Abkommen kommt, ist im Moment noch nicht klar.

Ferien in Spanien

Spanien wurde von der Pandemie hart getroffen. Die Öffnung findet darum nur sehr vorsichtig statt. Die Spanier selbst dürfen sich erst seit kurzer Zeit wieder frei draußen bewegen, doch auch wenn in den Ferienregionen schon einige Strände geöffnet haben, gilt innerhalb des Landes nach wie vor eine begrenzte Reisefreiheit. Bis Ende Juni dürfen die Einheimischen ihre Provinz nicht ohne triftigen Grund verlassen, reine Freizeitreisen sind untersagt. Die Hotels haben zwar in einigen Regionen geöffnet, doch die ausländischen Touristen müssen sich wohl bis Juli gedulden, bis sie wieder einreisen dürfen. Die Balearen und die Kanaren üben zwar Druck aus, doch noch ist auch die Reisewarnung für Spanien nicht aufgehoben. Dies ist aber vom Außenministerium für 21. Juni geplant.

Portugal im Sommer

Durch einen frühen Lockdown ist Portugal relativ glimpflich durch die Corona-Krise gekommen. Die portugiesischen Tourismusbetriebe wollen, dass Reisende schnell wieder an die Atlantikküste kommen können. Eine Einreiseeschränkung für deutsche Staatsbürger herrscht im Moment an keinem der portugiesischen Flughäfen auf dem Festland. Wer allerdings nach Madeira oder auf die Azoren reisen will, der muss sich in eine 14-tägige Hotelquarantäne begeben.

Mitte Juli sollen in Portugal die meisten Hotels wieder geöffnet sein, an der Südküste will man das schon Anfang Juli erreichen. Es soll ein spezielles Hygienesiegel geben, „Clean & Safe“, mit dem die Tourismusbranche für Vertrauen werben will. Da viele Hotel- und Gästeanlagen in Portugal relativ weitläufig sind, stehen die Chancen für eine schnelle Öffnung gut.

Badeurlaub in Kroatien

Hier ist man touristisch gesehen bereits wieder im Normalbetrieb. Seit Mitte Mai dürfen Bürger aus der EU einreisen wenn sie die Buchungsbestätigung eines Hotels oder einer Ferienwohnung vorweisen können. Strände, Hotels, Pensionen, Campingplätze und natürlich auch Restaurants sind geöffnet. Die Abstandsregeln gelten und Kellner müssen im Service eine Maske tragen. Die Fähren zu den Inseln fahren ebenfalls regelmäßig. Einem Urlaub in Kroatien steht also schon jetzt nichts im Weg.

Dänemark geht auf Nummer sicher

Dänemark will ab Mitte Juni seine Grenzen wieder für Reisende aus Deutschland, Island und Norwegen öffnen. Der gebuchte Dänemarkurlaub im Häuschen am Meer ist also relativ sicher. Für die Einreise brauchen Touristen allerdings den Nachweis von sechs gebuchten Nächten in einer Unterkunft. In Kopenhagen dürfen Touristen inzwischen ebenfalls wieder übernachten. Deutsche, die ein Ferienhaus in Dänemark besitzen dürfen schon länger wieder einreisen. Auch im Ausland lebende Großeltern können einreisen und ihre Enkel im Land ungehindert besuchen. Theater und Museen in Dänemark sind seit Anfang Juni wieder geöffnet.

Wer in Dänemark ein Ferienhaus besitzt, kann ungehindert einreisen.

Ferienzeit in den Niederlanden

Schon jetzt finden keine Grenzkontrollen mehr statt zwischen Deutschland und den Niederlanden. Einige Bungalowparks haben bereits geöffnet und auch Ferienwohnungen werden schon vermietet. Ab 1. Juli sollen alle Ferienparks und Campingplätze regulär öffnen, denn bisher sind viele nur mit Einschränkungen nutzbar. So sind auf den Campingplätzen beispielsweise noch die Duschen und WCs geschlossen. Ab 1. Juni sind die Museen im Land geöffnet, allerdings müssen sich Besucher vorab online anmelden um einen zu großen Andrang zu vermeiden. In Restaurants, Strandpavillons, Cafés und Kneipen sind im Moment bis zu 30 Gäste erlaubt, ab Juli soll sich das (je nach Größe der Gastwirtschaft) auf 100 Gäste steigern.

Schweden: Ja, Norwegen: unsicher

Solange Dänemark eine Durchreise noch untersagt, können Urlauber von Kiel, Rostock und Travemünde per Fähre nach Schweden reisen. Flüge gibt es im Moment kaum und wie schnell sich das innerhalb der Ferienzeit noch ändern wird, ist ungewiss. In Schweden gibt es ein Einreiseverbot, das bis 15. Juni gilt – doch Touristen und Reisende aus EU-Ländern sind davon ausgenommen. Bei allen Hygienevorschriften zur Pandemie wird auf die Freiwilligkeit der Bürger gesetzt – das heißt, dass Restaurants, Cafés, Museen, Hotels durchgehend geöffnet hatten und haben. Abstandsregeln können, müssen aber nicht eingehalten werden. Ob das Ansteckungsrisiko in Schweden größer ist als anderswo durch diesen Sonderweg, ist nicht nachgewiesen. Wer mit seiner Familie ein Häuschen in den Schären gemietet hat und einen Urlaub mit viel Outdooraktivitäten plant, wird jedoch kaum auf große Menschenmassen stoßen. Allerdings müssen deutsche Urlauber bei der Rückkehr aus Schweden in einigen Bundesländern erst einmal in eine zweiwöchige Quarantäne. Ein großer Hinderungsgrund für die unbeschwerte Ferienplanung.

Norwegen ist für deutsche Familien erst wieder ab August (wenn überhaupt) eine Urlaubsoption. Die norwegische Regierung will Touristen, die nicht aus den nordischen Nachbarländern kommen, bis zum 21. August auf Abstand halten. Ob sie danach einreisen dürfen, ist vom Pandemiegeschehen abhängig.

Beim Wandern wird geraten, die beliebtesten Strecken zu meiden: wegen möglicher „Überfüllung“.

Wanderferien in der Schweiz

Berge, Seen, saubere Luft: eigentlich ist die Schweiz gerade in Coronazeiten ein Sehnsuchtsort. Die Grenzen für Touristen öffnen ab 15. Juni wieder vollständig. Doch wer zum Beispiel einen Wanderurlaub mit den Kindern in der Schweiz plant, hat es noch etwas schwer, denn die Berg- und Seilbahnen haben noch geschlossen, ebenso die Campingplätze. Ab 8. Juni sollen sie voraussichtlich wieder öffnen. Die Hotels dagegen sind bereits in Betrieb – auch die Wellnessbereiche sind normal nutzbar. Restaurants, Cafés und Kneipen sind ebenfalls offen, allerdings werden strikte Abstandsregeln eingehalten. Bahn und Busse fahren nach Fahrplan und in der Schweiz gibt es in den „Öffentlichen“ keine Maskenpflicht. Kinos, Theater und Schwimmbäder sollen ab Anfang Juni wieder zum Normalbetrieb übergehen. Reisebeschränkungen innerhalb der Schweiz gibt es übrigens keine.

Frankreich bleibt vorsichtig

Die Ausgangsbeschränkung im Land wurde inzwischen gelockert, doch wann überhaupt Touristen wieder einreisen dürfen ist noch völlig unklar. Auch für die Franzosen wurde die Reisebeschränkung noch nicht vollständig aufgehoben: Wer sich weiter als 100 Kilometer von seinem Wohnort entfernen will, braucht einen beruflichen oder einen wichtigen familiären Grund. Doch Anfang Juli sollen die Einheimischen im Land wieder Urlaub machen dürfen. Einige Strände haben bereits jetzt wieder geöffnet, Cafés und Restaurants dürfen in weniger betroffenen Regionen seit Anfang Juni aufsperren. Der Louvre in Paris ist noch bis September geschlossen, auch andere staatliche Museen bleiben weiterhin zu.

Aktuelle Reisewarnungen findet ihr auf der Seite des Auswärtigen Amtes. Die Bestimmungen können sich, je nachdem wie stark ein Land von ansteigenden Coronazahlen betroffen ist, täglich ändern. Ein Check kurz vor Abreise ist also ratsam.

 

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